Gericht sieht keine günstige Sozialprognose

Haftstrafe für Internetbetrüger

Hatten - Wegen gewerbsmäßigen Betruges in 29 Fällen muss ein 34-jähriger Familienvater aus der Gemeinde Hatten für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Ein entsprechendes Urteil des Oldenburger Amtsgerichts hat das Landgericht am Mittwoch in zweiter Instanz bestätigt. Gegen das erste Urteil hatte der einschlägig vorbestrafte Angeklagte, der bereits im Gefängnis gesessen hat, Berufung eingelegt. Er wollte nicht schon wieder in Haft. Doch es nutzte nichts. Seine Berufung wurde verworfen.

Die 29 Fälle des gewerbsmäßigen Betruges sollen nur die Spitze des Eisbergs sein. Den Feststellungen zufolge hat der Angeklagte massenhaft Waren im Internet angeboten, Vorkasse kassiert, die Waren aber nicht geliefert. Das konnte er auch nicht, weil er über die Waren gar nicht verfügte, zumindest nicht in dem Umfang, wie er sie angeboten hatte.

Der 34-Jährige sah das anders. Er habe die Gegenstände (Computer, Sägen und teure Eintrittskarten) besessen. Dazu legte er Fotos vor.

Nach Überzeugung des Gerichtes zeigten die aber nicht annähernd die Masse, die der Angeklagte angeboten hatte. Das Geld der Kunden hatte er für sich verwendet.

Das könne man allenfalls zivilrechtlich ahnden. Von Betrug (strafrechtlich) könne keine Rede sein, meinte der Angeklagte. Die Gerichte sahen das aber anders. Der 34-Jährige habe die Waren unter falschen Namen angeboten. Das lege den Betrug nahe, so die Richterin.

Der Angeklagte erklärte, er sei zu den Tatzeiten überfordert gewesen. Ihm sei alles über den Kopf gewachsen. Den ersten Kunden habe er die Kaufsummen zurückerstattet, allerdings mit dem Geld weiterer Kunden. Schließlich legte er ein Geständnis ab.

Er hatte aber nichts zu bieten, was die Annahme einer günstigen Sozialprognose als Vorbedingung für eine Bewährungsstrafe gerechtfertigt hätte. Deswegen gab es keine Bewährung. - wz

Rubriklistenbild: © dpa

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