Gericht kann Trunkenheitsfahrt in Hatten nicht nachweisen

Freispruch für 54-Jährigen trotz 3,3 Promille am Steuer

Hatten/Oldenburg - Die meisten Menschen, die mit 3,3 Promille auf dem Fahrersitz eines Autos erwischt werden, müssen mit einer Verurteilung wegen einer Trunkenheitsfahrt rechnen. Einem 54 Jahre alten Mann aus der Gemeinde Hatten bleibt das jedoch jetzt erspart, weil nicht sicher geklärt werden konnte, ob er auch tatsächlich gefahren ist.

Das Oldenburger Landgericht sprach den Mann in zweiter Instanz vom Vorwurf der Trunkenheitsfahrt frei. Damit hob die Kammer auf die Berufung des Angeklagten hin ein Urteil des Amtsgerichts in der Huntestadt auf. Das hatte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 2 400 Euro und einer zehnmonatigen Führerscheinsperre verurteilt.

Der 54-Jährige war am 4. Mai vergangenen Jahres auf einem Feldweg in der Gemeinde Hatten in seinem Auto schlafend angetroffen worden. Das Fahrzeug war komisch geparkt gewesen und deshalb aufgefallen. Der Angeklagte schlief auf dem Fahrersitz. Zeugen riefen aus Sorge um den Mann Notarzt und Polizei. Ihm war aber gar nichts passiert, er war nur volltrunken gewesen. Der Hatter hatte einen Blutalkoholwert von 3,3 Promille gehabt.

Nach Stress mit der Freundin drei Flaschen Wein getrunken

Der Angeklagte muss mit dem hohen Promillegehalt gefahren sein, so die erste Einschätzung. Darauf deuteten die Entfernung zu seinem Wohnhaus sowie die auffällige Parkposition hin. Und irgendwie musste das Auto ja auf den Feldweg gekommen sein. Das Amtsgericht war von dieser These überzeugt.

Nun stellte sich das Geschehen aber anders dar. Der 54-Jährige erklärte, er habe sich am Vorfallstag heftig mit seiner Lebensgefährtin gestritten. Er sei am Ende gewesen. Um sich zu beruhigen, sei er ins Auto gestiegen und ziellos durch die Gegend gefahren.

Unterwegs habe er sich drei Flaschen Wein gekauft und dann auf dem Feldweg geparkt. Außerhalb des Fahrzeugs habe er den Wein dann getrunken und sich in sein Auto gesetzt, um zu schlafen. Zu keiner Zeit sei er unter Alkoholeinfluss gefahren, beteuerte der Angeklagte. Das war dem 54-Jährigen auch nicht zu widerlegen gewesen. Keiner hatte ihn fahren sehen. Und der Autoschlüssel lag auf dem Beifahrersitz, als der Angeklagte gefunden wurde. Also: Freispruch. - wz

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