Katharina Lindner veröffentlicht neues Buch „Fredi“/ Früher lange in Sandhatten gelebt

„Ex-Grufti“ schickt Leser auf Zeitreisen

Oldenburg - Von Klaus Eilers . Die Oldenburger Autorin Katharina Lindner hat ein neues Buch veröffentlicht. „Fredi“ heißt es, und es führt den Leser auf 26 Zeitreisen durch die Jahrhunderte. Die erste führt ins Jahr 1206, die letzte ins Jahr 1998. Das Werk Lindners bietet reichlich Lesestoff, 562 Seiten. Noch vor einigen Jahren lebte die gebürtige Eisenacherin in Sandhatten und arbeitete in Wildeshausen.

Lindner lebt im äußersten Nordwesten Oldenburgs, fast schon im Ammerland. Die 39-Jährige wohnt mit ihrem Lebensgefährten in einer modernen Doppelhaushälfte. Nach dem ersten Klingeln öffnet sie die Tür und begrüßt mich mit einem festen Händedruck. „Gehen Sie doch schon mal durch ins Wohnzimmer! Kaffee?“, fragt sie; ich bejahe, und sie biegt ab Richtung Küche. Schnellen Schrittes kommt sie 20 Sekunden später zurück, stellt einen dampfenden bis zum Rand gefüllten Pott Kaffee auf den Tisch und setzt sich zu mir an den Tisch. „Fredi“ ist Lindners drittes Buch. Sie fasst die Handlung zusammen: „Hanna, die Hauptfigur, hat mehrere Baustellen. Sie ist beruflich unzufrieden und liegt im Clinch mit ihrer Familie. Sie fragt sich, ob sie so lebt, wie sie es eigentlich möchte, als plötzlich die lebendig gewordene Puppe aus ihrer Kindheit, Fredi, erscheint und sie zu Zeitreisen in ihre Geburtsstadt Eisenach einlädt. Bei diesen Reisen in die Vergangenheit begegnet Hanna unter anderem der Heiligen Elisabeth, Martin Luther und Johann Sebastian Bach. Nach jeder der 26 Zeitreisen kehrt Hanna wieder in die Gegenwart zurück und verändert sich zusehends: Sie wird offener, selbstbewusster.“ Für „Fredi“ habe Lindner sehr viel recherchiert, insbesondere viel gelesen: rund 25 Bücher, davon allein drei über die Heilige Elisabeth.

Die 39-Jährige trägt eine weiße Bluse mit blauem Blumenmuster, eine dunkelblaue, sportliche Hose, und über den weißen Socken rosa Crocs. Um ihren Hals baumelt eine silberfarbene, schlichte Kette. Sie spricht schnell – so schnell, dass ich Mühe mit dem Mitschreiben habe. Immer wieder muss ich nachhaken. Lindner lächelt und sagt: „Ich weiß ja selbst, dass ich schnell spreche. Außerdem bin es von meinen Schülern gewohnt, manche Dinge zu wiederholen.“ Im Hauptberuf arbeitet sie als Lehrerin an einer Oberschule in Rodenkirchen bei Brake in der Wesermarsch. Dort unterrichtet sie Deutsch, Kunst, Politik – und als Wahlpflichtfach: Glück. „Darin geht es um solche Fragen wie: ‚Was kann ich tun, um mich wohlzufühlen?‘ oder ‚Wie löse ich Probleme?‘“.

Beim Erzählen dreht die 39-Jährige ihre roten Locken zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her. Lindner ist in Eisenach aufgewachsen, genau wie ihre Hauptfigur Hanna in „Fredi“. Da liegt natürlich die Frage auf der Hand, wie viel sie mit Hanna gemeinsam hat. „Außer dem gemeinsamen Geburtsort Eisenach und dem Aufwachsen in der DDR gibt es fast keine Parallelen zwischen Hanna und mir. Ich bin ganz anders – nicht schüchtern und nicht menschenscheu. Und ich bin zufrieden mit meinem Leben.“ Hanna verändert sich mit der Zeit und wird mutiger: Würde sie denn sagen, dass sie mit der Hanna am Schluss des Romans etwas gemeinsam hat? „Das ist eine gute Frage“, stutzt die 39-Jährige und und klingt dabei überrascht, ehe sie antwortet: „Ich würde sagen, dass ich mit der Zeit Hanna auf jeden Fall ähnlicher werde“, antwortet sie schließlich. „Früher, mit 16 oder 17 Jahren, war ich ein Gothic, ein Grufti, wie man damals sagte. Ich trug schwarze Klamotten und habe mir auch die Lippen schwarz angemalt“, verrät sie. Als sie mit 18 Mutter wurde, war es vorbei mit der Gothic-Zeit. Nach dem Studium der Germanistik und der Soziologie in Oldenburg wohnte sie zehn Jahre in Sandhatten. „Da habe ich sehr gerne gelebt. Mir hat vor allem der schöne Wald gefallen“, schwärmt sie. Während dieser Zeit arbeitete sie zwischen 2008 und 2013 in Wildeshausen für die damalige Landtagsabgeordnete Kreszentia Flauger (Linke).

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