Computer verändern den Unterricht – und werden bald verbindlich eingeführt

Der Einsatz von Tablet-PCs macht in Sandkrug Schule

+
Für die Schüler der 9aR in Sandkrug gehören Tablet-PCs zum Unterricht wie Bücher, Hefte und Stifte.

Sandkrug - Von Karsten Tenbrink. Inzwischen gibt es die dritte „Tabletklasse“ an der Waldschule Hatten. Seit 2011 sammeln Schüler und Lehrer der Einrichtung in Sandkrug Erfahrungen beim Einsatz der kleinen Computer im Unterricht. Im übernächsten Schuljahr werden die Geräte in der siebten Klasse sogar verbindlich eingeführt. Dann gehören sie wie Bücher, Stifte und Hefte zur Grundausstattung der Jungen und Mädchen.

Seit 2013 nimmt die heutige Klasse 9aR an dem Projekt teil. Alle Schüler sind mit einem eigenen kleinen Computer ausgestattet. Bezahlt haben ihn die Eltern. „Gerade am Anfang bedeutet der Einsatz von Tablets im Unterricht oft einen erheblichen Mehraufwand an Zeit, Nerven und Geduld“, berichtet Claudia Sibum, Klassenlehrerin der 9aR. Der Umgang mit den Geräten und den Programmen darauf, den so genannten Apps, muss schließlich erst einmal gelernt sein. Aber die Arbeit mache Schülern und Lehrern auch Spaß, sagt Sibum. Der Einsatz der Computer eröffne viele neue Möglichkeiten und bereite die Schüler auf den sinnvollen Umgang mit diesen modernen Medien vor.

Beispiel: Mathematikunterricht. Geometrie ist angesagt. Statt selbst Dreiecke und Quadrate in ein Heft oder an die Tafel zu zeichnen, haben die Schüler die Objekte auf den Bildschirmen vor sich und können sie verändern oder verschieben. Auf diese weise erarbeiten sie sich bestimmte Zusammenhänge oder berechnen Werte – je nach Aufgabenstellung. Anschließend werden die Ergebnisse auf einer interaktiven digitalen Tafel, dem so genannten Whiteboard, für alle sichtbar präsentiert und besprochen.

Anderes Beispiel: Chemieunterricht. Die Schüler sollen Aufbau und Verlauf eines Experiments dokumentieren. Statt Skizzen anzufertigen, nehmen sie Fotos von den einzelnen Versuchsschritten auf. Mit einem anderen Programm verfassen sie den Bericht dazu. Wer lieber per Hand mitschreiben möchte, darf natürlich auch das.

Die so erarbeiteten Ergebnisse werden abgespeichert und für alle verfügbar gemacht. Die Abläufe klappen jedoch längst nicht immer auf Anhieb: Manchmal gibt es Probleme beim Einloggen, weil zum Beispiel Passwörter unklar sind, berichtet Sibum. Oder die Schüler finden den Ordner mit den benötigten Dateien nicht sofort. Auch bei der Übertragung auf das Whiteboard kommt es hin und wieder zu technischen Problemen. „Das führt zu Unruhe im Klassenraum“, sagt Sibum, und könne den Lehrer auch schon mal vor eine „innere Zerreißprobe“ stellen. Doch alles in allem fällt ihr Fazit absolut positiv aus.

Das gleiche gilt für die Schüler: „Seit wir mit dem Tablet in unserer Klasse arbeiten, ist unsere Motivation zu lernen und zu arbeiten echt gestiegen“, meint etwa Mirco Willers. Kaum jemand sei dadurch abgelenkt oder beschäftige sich während der Schulzeit mit etwas anderem, wie zum Beispiel Spiele-Apps.

Auch bei den Hausaufgaben kommt das Tablet zum Einsatz. Damit ergeben sich ebenfalls neue Möglichkeiten, weiß Willers: Früher konnten Schüler Hausaufgaben bei anderen abschreiben, „heute könnten wir sie uns schicken“, sagt er – um dann schnell verschmitzt zu ergänzen: „...nicht, dass wirklich jemand so etwas tun würde.“

Mehr zum Thema:

Lätare-Spende in Verden

Lätare-Spende in Verden

Bargfrede und Eilers arbeiten individuell

Bargfrede und Eilers arbeiten individuell

In diese 10 Berufsgruppen haben die Deutschen Vertrauen

In diese 10 Berufsgruppen haben die Deutschen Vertrauen

Frau stirbt bei schwerem Unfall in Bassen 

Frau stirbt bei schwerem Unfall in Bassen 

Meistgelesene Artikel

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Aldi rechnet mit Neubau an der Harpstedter Straße in 2018

Aldi rechnet mit Neubau an der Harpstedter Straße in 2018

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Herrlichkeit: Denkmalschutz sorgt für Veränderungssperre

Herrlichkeit: Denkmalschutz sorgt für Veränderungssperre

Kommentare