Bürgermeisterstichwahl in drei Gemeinden

Sechs Kandidaten kämpfen um den Einzug in die Rathäuser

Zwei Menschen sitzen in zwei Wahlkabinen.
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Sonntag darf gewählt werden.

Hude/Ganderkesee/Hatten – Gleich sechs Kandidaten haben in drei Gemeinden die Möglichkeit, Bürgermeister zu werden, denn Hude, Ganderkesee und Hatten gehen am kommenden Sonntag in die Stichwahlen. Unsere Zeitung fragte die Amtsanwärter, wie sie ihre Chancen gegen ihren Kontrahenten sehen.

 Hude: Jörg Skatulla gegen Stephan Tapper

Jörg Skatulla, Bürgermeisterkandidat Hude

In der ersten Huder Bürgermeisterwahl konnte der parteilose Jörg Skatulla mit 28,7 Prozent die meisten Stimmen einfahren. Der Sandkruger, der von der SPD nominiert worden ist und der auch durch die Huder Grünen unterstützt wird, habe im Verlauf des Wahlkampfes viele interessante Gespräche mit den Bewohnern der Gemeinde geführt. „Die vergangenen acht Monate waren eine intensive, aber auch sehr schöne Zeit. In der Wahlvorstellung konnte ich von vielen Anwohnern sachorientierte, tolle Anregungen und Themen mitnehmen“, erzählt der 52-Jährige. Sollte ihm am Sonntag aber die Mehrheit zufallen, werde er sich zuallererst auf die Eingewöhnung an seinem neuen Arbeitsplatz konzentrieren. „Es gilt erst einmal, die neuen Kollegen und Mitarbeiter kennenzulernen.“

Das Rennen um das Bürgermeisteramt ist jedoch noch nicht entschieden. So sieht es auch der 52-Jährige. „Man ist zwar immer optimistisch, aber es sind noch viele Stimmen offen, die sich entweder für mich oder meinen Konkurrenten entscheiden müssen.“

Stephan Tapper, Bürgermeisterkandidat Hude

Stehpan Tapper landete mit 25,92 Prozent nur knapp hinter Skatulla. „Und ich glaube auch, dass das am Sonntag eine enge Kiste wird“, sagt der Parteilose, der von der Huder CDU unterstützt wird..

Der 54-jährige Rasteder habe in den vergangenen Monaten viel Häuserwahlkampf betrieben, um sich die Unterstützung der Gemeindebewohner zu sichern. „Es waren mehr als 5 500 Türen, an die ich geklopft habe. Viele Bewohner konnten mir so noch einmal gute politische Anreize mit auf den Weg geben“, erklärt er. Dennoch sei der Wahlkampf wegen Corona anders verlaufen. „Etwas mit Vereinen zu unternehmen war schwierig. Zudem gab es wenig Podiumsdiskussionen.“ Der Dozent am Niedersächsischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung habe ein gutes Gefühl im Hinblick auf den Wahlabend. „Das heißt aber nichts. Den Ausgang entscheidet immer noch der Wähler. Ich denke, dass die Chancen zwischen uns 50/50 stehen.“

 Ganderkesee: Ralf Wessel gegen Udo Heinen

Ralf Wessel, Bürgermeisterkandidat Ganderkesee

Für Ralf Wessel von der CDU entschieden sich 44,84 Prozent der Wähler in der ersten Ganderkeseer Bürgermeisterwahl. Trotz des besten Ergebnisses des Wahlabends sieht er Verbesserungsmöglichkeiten. „Es gibt immer Dinge, die man im Wahlkampf besser machen kann. Dennoch haben wir ein sehr gutes Ergebnis in der ersten Wahl erzielt.“

Der 54-Jährige habe in den vergangenen Wochen immer wieder Präsenz gezeigt, war auf Terminen mit Vereinen und „immer nah am Bürger dran“. Auch das verhalf dem Lemförder Banker, der von den Freien Wählern unterstützt wird, zu seinem guten Wahlergebnis. „Meine Chancen stehen natürlich nicht schlecht. Und durch das erste Ergebnis haben wir eine Menge Rückenwind. Abgerechnet wird aber trotzdem am Schluss“, erklärt Wessel, der direkt nach dem Einzug in die Stichwahl weiter an Wahlkampfterminen teilnahm.

Udo Heinen, Bürgermeisterkandidat Ganderkesee

Udo Heinen landete bei der Kommunalwahl mit 26,74 Prozent und deutlichem Abstand auf Platz zwei. Der Grüne Ganderkeseer, der Unterstützung von der SPD erhält, habe in den vergangenen Wochen „unheimlich viel positive Resonanz bekommen“. „Es ist wirklich schön gewesen und in den vergangenen elf Tagen bin ich noch einmal viel bekannter geworden“, erzählt der 57-jährige Verwaltungsjurist. Das komme daher, dass seine Wahlkampfstrategie von Anfang an auf die Stichwahl ausgelegt war. „Wir sind davon ausgegangen, dass es für keinen Kandidaten direkt reicht. Auch deshalb sei noch einmal viel in Werbung investiert worden. Um sich in den vergangenen Wochen bei den potenziellen Wählern vorzustellen, sei er auch bei mehr als 70 Veranstaltungen gewesen. „Ich konnte viele Leute kennenlernen. Es waren tolle Erlebnisse.“

Bezüglich des Wahlausgangs am Sonntag zeigt sich Heinen zuversichtlich. „Ich schätze, dass die Stimmen vieler Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten noch einmal auf mich fallen. Außerdem rechnen wir mit einer höheren Wahlbeteiligung von 20 bis 25 Prozent zu den Kommunalwahlen.“ Er wolle besonnen das Amt des Bürgermeisters antreten, sollte die Wahl am Sonntag gut für ihn ausgehen. Für Fragen nach den ersten Amtshandlungen sei es zu früh.

Hatten: Guido Heinisch gegen Bastian Ernst

Guido Heinisch, Bürgermeisterkandidat Hatten

Besonders knapp ist die Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Hatten verlaufen. Lange Zeit konnten sich fünf der sechs Bewerber berechtigte Hoffnungen machen, in die Stichwahl einzuziehen.

Letztendlich hat Guido Heinisch, Diplomfinanzwirt aus Aurich, mit 18,38 Prozent die meisten Wahlstimmen für sich gewinnen können. Heinisch, der zwar parteilos ist, aber von Grünen, FDP und FHL unterstützt wird, ist im Großen und Ganzen mit dem Wahlverlauf zufrieden. „Es war eine recht faire Wahl zwischen uns sechs Kandidaten“, erzählt der 56-Jährige. Und da die Stimmwahlverteilung so knapp gewesen sei, „ist das Rennen für uns beide offen“. „Ich kann nicht einschätzen, wer von uns am Sonntag die Wahl gewinnen wird. Wir sind beide sehr gute Kandidaten.“ Sollte Heinisch jedoch neuer Bürgermeister Hattens werden, wolle er sich zuerst den Haushalt anschauen und eine Wohnbedarfsanalyse anfertigen. Den Wahlabend verbringt der Finanzwirt mit der Familie und Unterstützern in einem angemieteten Saal in der Nähe des Hatter Rathauses. „So habe ich es nicht weit, meinem Mitbewerber zu gratulieren oder selbst die Gratulationen einzufahren, sollte ich gewählter Bürgermeister werden.“

Bastian Ernst, Bürgermeisterkandidat Hatten

Knapp hinter Heinisch, mit 18,34 Prozent der Stimmen, hat es der Christdemokrat Bastian Ernst auf Platz zwei der Bürgermeisterwahl geschafft. Der 34-jährige Betriebswirt, der den Wahlabend mit einigen CDU-Kollegen in einer Gaststätte in Munderloh verbringen wird, hatte vor seiner Kandidatur weder politisch noch privat Berührungspunkte mit der Gemeinde Hatten. „Dafür, dass ich von Außen komme, bin ich zufrieden mit dem ersten Ergebnis“, erzählt der Auricher. Seine Strategie, sich vermehrt auf die lokalen Vereine zu konzentrieren, habe sich demnach ausgezahlt.

„Ich denke, dass es am Sonntag eng zwischen uns wird“, so Ernst. Dennoch sei er äußerst optimistisch. „Ich bin jung und politikerfahren. Die Menschen, die Fortschritt wollen – auch über eine zweite Amtszeit hinweg –, haben mich gewählt.“ Ernst wolle sich insbesondere für die Hatter Wirtschaftsförderung einsetzen. Sie müsse stärker und breiter ausgebaut werden. „Außerdem möchte ich das Vertrauen der ansässigen Unternehmer gewinnen, um Hatten zukunftssicher zu gestalten.“

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