Jahresempfang der Gemeinde: Joey Kelly begeistert sein Publikum

Zum Abschluss ein Selfie mit Hatten

Und alle machen mit: Joey Kelly (47) hatte das Publikum in Sandkrug fest in der Hand. Seinen Vortrag verband er mit viel Humor.

Sandkrug – Am Ende hatte er aus seiner Begeisterung für die Gemeinde Hatten kein Hehl gemacht – und seine Zuhörer nicht aus der ihren für den Redner: Joey Kelly, Extremsportler und Mitglied der Musikerfamilie „The Kelly Family“, war am Donnerstagabend Hauptredner des Jahresempfanges der Gemeinde Hatten in Sandkrug. Sein Vortrag trug den Titel „No Limits“ („keine Grenzen“) und schloss sich damit nahtlos an das Thema der Veranstaltung an: „Ziele erreichen“. 400 Gäste, darunter unter anderem der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme und die Leiterin des Kommissariats in Wildeshausen, Gerke Stüven, sowie Landrat Carsten Harings, hatten an dem Empfang in der Veranstaltungshalle der Waldschule Hatten teilgenommen.

Ernsten Inhalts waren die Reden, die zuvor Bürgermeister Christian Pundt und Landrat Harings gehalten hatten. Hatten wolle eine lebendige und lebenswerte Gemeinde sein und dies weiter ausbauen, so Pundt. Dafür müsse Zukunft gestaltet werden. Dies sei jedoch nur in der Gemeinschaft und durch ein respektvolles Miteinander möglich. Eine Gruppe, die konstant daran mitarbeite, seien die Ehrenamtlichen. Daran sollten alle mitwirken: Daher, so kündigte er an, gebe es ab sofort ein Beteiligungsportal auf der Internetseite der Gemeinde. Dort könnten unter Klarnamen angemeldete Einwohner ihre Meinung zu vorher gesetzten Themen äußern. Diese Beiträge sollen von der Gemeinde ausgewertet und in die Arbeit von Rat und Verwaltung mit einbezogen werden (www.hatten.de/beteiligung). Ein weiteres Projekt, das er für eine lebenswerte Gemeinde umsetzen möchte, sei, für jedes Neugeborene einen Baum zu pflanzen. Wer eine geeignete Fläche dafür kenne, solle sich bei ihm melden. Doch gebe es auch Menschen in der Gemeinde, die ein einvernehmliches Zusammenleben sabotieren wollten: Etwa, wenn sie sich lautstark über in einer Spielstraße neu aufgestellte und von Anwohnern bepflanzte Blumenkübel beschwerten und der Verwaltung mit Anzeigen drohten.

In diese Kerbe schlug dann auch Landrat Harings, der sich die Verrohung im Umgang der Menschen untereinander vorgenommen hatte. Scharf geißelte er den Ton, der in den zusehends „unsozialen Medien“ angeschlagen werde. Dort seien Morddrohungen gegenüber Andersdenkenden inzwischen keine Seltenheit mehr. Seine Kritik machte er an dem Beispiel eines Sandkruger Landwirtes fest: Nachdem dieser angekündigt hatte, einen Bio-Legehennenstall errichten zu wollen (wir berichteten), sei er in der öffentlichen Diskussion „an die Wand genagelt worden“, so Harings. Im Verlauf dieser Beschimpfungen habe er sich fragen müssen: „Geht’s noch?“

Erfrischend war dann der Vortrag Kellys, in dessen Verlauf er das Publikum schnell auf seine Seite zog. Humorvoll berichtete er etwa von den Anfängen der Familien-Band: Nach dem diese einst in Italien ausgeraubt worden war, mussten sich die Kellys als Straßenmusiker durchschlagen, um überleben zu können. Diese unermüdliche Arbeit sei die Grundlage für den späteren Erfolg der Band gewesen: „Danke an die Diebe aus Italien. – Und alle, die die ,Kelly Family‘ gehasst haben: Beschwert euch bei den italienischen Dieben.“ Manchmal seien sie ohne Publikum aufgetreten, 20 Jahre später vor Zehntausenden begeisterter Fans. Das sei letztlich nur durch den Zusammenhalt und die Bereitschaft aller Beteiligten möglich gewesen, so Kelly. Dieser Durchhaltewille habe ihn auch zum Ausdauersport gebracht. Zu seinem ersten Volkstriathlon-Versuch (verkürzte Distanzen) sei er noch ohne Training gestartet. Später absolvierte er sieben dieser Rennen in einem Jahr – aber über die volle Distanz. Es folgten immer extremere Aktionen, in denen er sich ausprobierte: Etwa bei einem Rennen über 400 Kilometer zum Südpol, oder einer Wanderung von Wilhelmshaven bis zur Zugspitze. Ohne Geld und ohne zu betteln, essen durfte er nur, was er im Freien gefunden hatte. Geschlafen wurde im Freien, nur mit einer Plane als Wetterschutz. Nach 18 Tagen kam er am Ziel an. Er hatte 15 Kilo abgenommen.

Erstauntes Raunen und Lachen des Publikums wechselten sich während des mit Bildern und Videos untermalten Vortrags ab. Alles sei möglich, wenn man es nur wolle, resümierte Kelly. Dafür hatte er einprägsame Slogans für seine Zuhörer parat: „Raus aus der Komfortzone“, „immer mehr geben, als man genommen hat“ oder im Bezug auf seine Extrem-Abenteuer „Hunger ist Hysterie des Körpers“ und „always going the extra mile“ (deutsch etwa: immer mehr machen, als erforderlich ist). Für den Erfolg einer Gruppe seien Zusammenhalt, Respekt und Loyalität unerlässlich. Nach dem, was er über die Gemeinde erfahren habe, müsse er sagen: „Was sie hier haben, ist eine Perle.“ Er sei „schwer beeindruckt“ und könne sich vorstellen, hierher zu ziehen. Am Ende bat er das Publikum, aufzustehen – er wolle ein Selfie für seine Facebook-Seite aufnehmen. Dazu werde Musik von der „Kelly Family“ gespielt: „Klatschen Sie, dann sieht es so aus, als wenn es ihnen gefällt.“ Die Gäste klatschten. Aus den Lautsprechern kam der Song „Thunderstruck“ von „AC/DC“.  fra

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