Sommer-Smalltalk mit Tanja Koutianidis

Harpstedterin schafft den Megamarsch von Bremen nach Wildeshausen

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Endlich am Ziel: Christel van Almelo (v.l.), Monika Sulz, Silvia Strangmann und Tanja Koutianidis.

Harpstedt - Maximal zwölf Stunden: Das war die Zeitvorgabe für den Megamarsch von Bremen bis nach Wildeshausen. Tanja Koutianidis hat die 50 Kilometer geschafft.

Die Harpstedterin ist stolz darauf. Allerdings habe sie die zwölf Stunden auch nahezu voll ausgeschöpft, räumt sie im „Sommer-Smalltalk“ mit unserer Zeitung ein. Die Fragen stellte Jürgen Bohlken.

50 Kilometer Fußmarsch von Bremen bis Wildeshausen – welche schlimmen Gebrechen sind am Tag danach zurückgeblieben?

Koutianidis: Nur ein paar Blasen an den Füßen.

Was hat dich ermuntert, am Megamarsch teilzunehmen?

Koutianidis: Ich habe im vergangenen Jahr schon in Berlin mitgemacht. Damals war ein 100-Kilometer-Marsch ausgeschrieben. Als Zielmarke hatte ich mir 60 Kilometer gesetzt, und die habe ich auch geschafft. Danach bin ich ausgestiegen.

Diesmal muss die schwüle Hitze richtig geschlaucht haben. „Nur“ 800 von über 1000 Startern haben durchgehalten. Hast du unterwegs ans Aufgeben gedacht?

Koutianidis: Nein, eigentlich nicht, aber die Hitze war schon sehr extrem. Schön fand ich, dass etliche Anwohner entlang der Strecke Wasserspender und Gartenschläuche bereithielten, damit sich die Sportler zwischendurch erfrischen konnten. Dafür haben wir uns immer wieder bei den Leuten bedankt.

Die letzten zehn Kilometer dürften die schlimmsten gewesen sein. Oder gab es eine womöglich noch anstrengendere Etappe?

Koutianidis: Von Kilometer 30 bis Kilometer 40 hat's auch nicht wirklich Spaß gemacht. Da stand die Sonne sehr hoch am Himmel und brannte erbarmungslos. Dieser Abschnitt führte zudem durch ziemlich viel Feldmark – bei leider sehr wenig Schatten.

Was ist wichtig fürs Durchhalten?

Koutianidis: Das richtige Schuhwerk und Socken. Aber auch Blasenpflaster. Ist die erste Blase da, heißt es: Bloß nicht weiterlaufen; stattdessen sofort Pflaster drauf! Andernfalls werden die Schmerzen schlimmer.

Gab es Streckenposten, die darauf geachtet haben, dass sich niemand verläuft?

Koutianidis: Nein, die gab’s nicht. Nur die Verpflegungsstationen – alle zehn Kilometer.

Treibst du regelmäßig Sport?

Koutianidis: Ich mache oft Spaziergänge – durchaus auch längere. Bis vor einem halben Jahr habe ich gejoggt. Das musste ich aber einstellen, weil mir mein Knie ein paar Probleme machte.

Würdest du bei einem solchen Gewaltmarsch ein weiteres Mal starten, dann vielleicht sogar über eine noch längere Distanz?

Koutianidis: Ich mache auf jeden Fall wieder mit. Ob es bei den 50 Kilometern bleibt? Mal gucken. Irgendwann, so habe ich mir vorgenommen, möchte ich doch mal die 100 Kilometer knacken. Aber ich gebe zu, das ist schon ziemlich extrem.

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