Harpstedter Windmühle: Überraschende Wende / Verfahren ist aber noch nicht aufgehoben

Zwangsversteigerungstermin ausgesetzt

Unter den Hammer kommt die Harpstedter Mühle zumindest vorerst nicht. Der erste Zwangsversteigerungstermin ist ausgesetzt worden. Foto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Diese Nachricht kam auch für die Verwaltung im Amtshof ziemlich überraschend: Der ursprünglich für diesen Dienstag anberaumte Termin zur Zwangsversteigerung des Harpstedter Windmühlen-Anwesens ist ausgesetzt worden. Das bestätigte das Amtsgericht Wildeshausen auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die finanzielle Schieflage, in die Mühlen-Eigentümer Helmut Nienaber geraten war, soll hauptsächlich auf Umsatzsteuerschulden und Zwangsgelder zurückgehen. Durch Begleichung einer Forderung des Finanzamtes Delmenhorst ist es nun zumindest geglückt, den ersten Zwangsversteigerungstermin abzuwenden.

Eine Harpstedterin hatte Nienaber bei der Bewältigung der Krise mit maßgeblicher Mithilfe eines Steuerberaters unterstützt. Nach ihrer Einschätzung müsste die Tilgung der nun noch offenen – überschaubaren – Summe möglich sein, um eine komplette Aufhebung des Zwangsversteigerungsverfahrens zu erwirken. Weitere Einzelheiten gaben sie und Nienaber nicht preis.

Den Flecken Harpstedt hatte die drohende Zwangsversteigerung unter Handlungsdruck gesetzt. Aus gutem Grund: In die Restaurierung der Windmühle war viel öffentliches Geld geflossen, auch seitens der Europäischen Union. Die Gemeinde hatte dem Müller im Gegenzug keine Eigentumsrechte an dem Anwesen abringen können, wohl aber das vertraglich festgezurrte Zugeständnis, die Mühle der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen – etwa für Führungen. Als das Harpstedter Wahrzeichen nun konkret unter den Hammer zu kommen drohte, zog der Flecken in Erwägung, selbst als Bieter aufzutreten. Das hat sich nun zumindest erst einmal erledigt.

Gelb markiert ist hier der Geltungsbereich für die Änderung des B-Planes „Bei der Windmühle“. Das Bauleitverfahren hat der Flecken kürzlich eingeleitet. Skizze: Gemeinde

Was indes aus der kürzlich vom Rat angeschobenen Änderung des B-Plans „Bei der Windmühle“ wird, bleibt abzuwarten. Der Flecken wird das Planungsziel, die Hauptsichtachse zur Mühle durch Freihalten eines Streifens entlang der Freistraße von neuer Bebauung zu bewahren, aber vermutlich weiterverfolgen – schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit. Andernfalls könnte die Gemeinde in Verdacht geraten, das Bauleitverfahren nicht nur aus rein städtebaulichen Erwägungen heraus angeschoben zu haben. Leise Zweifel an den erklärten Planungsabsichten waren bereits während der jüngsten Ratssitzung laut geworden: Ein Bürger hatte sich über den Zeitpunkt des angeschobenen B-Plan-Änderungsverfahrens sehr gewundert.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Whisky-Tasting im Bayerischen Wald

Whisky-Tasting im Bayerischen Wald

Deutschland älteste Strandkorb-Manufaktur im Portrait

Deutschland älteste Strandkorb-Manufaktur im Portrait

Fotostrecke: Werder verliert deutlich gegen Frankfurt

Fotostrecke: Werder verliert deutlich gegen Frankfurt

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Meistgelesene Artikel

Achsbruch an E-Auto bei Unfall auf der A1

Achsbruch an E-Auto bei Unfall auf der A1

Projekt für Schulverweigerer erfolgreich angelaufen

Projekt für Schulverweigerer erfolgreich angelaufen

Baumfällungen sorgen für Ärger

Baumfällungen sorgen für Ärger

Schafkoben weiter ohne Nutzer

Schafkoben weiter ohne Nutzer

Kommentare