„Kontaktloser“ Schüleraustausch

Zusammen trotz Distanz: Video und Fotowettbewerb unterstreichen die Freundschaft

Distanz überbrücken! Das ist eine zentrale Botschaft des Videos und des Fotowettbewerbs.
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Distanz überbrücken! Das ist eine zentrale Botschaft des Videos und des Fotowettbewerbs.

Harpstedt/Loué – Normalerweise wären im Frühjahr Schüler des Collège Saint Michel aus Loué zu einem Gegenbesuch nach Harpstedt gekommen. Aber was ist in Zeiten der Pandemie schon normal? Corona traf auch den Schüleraustausch mit der Oberschule Harpstedt. Die „Rückrunde“, der zweite Teil, kam nicht zustande. „Es war ein Moment großer Enttäuschung, als am 16. März nicht nur die Schulschließungen verkündet, sondern auch alle Klassen- und Austauschfahrten abgesagt wurden“, sagt Rektorin Etta Mörking. „Denn damit war klar, dass die 23 schon sehnlichst erwarteten Louéser Jugendlichen sowie die Lehrkräfte Agnes Jeronimo-Hartmann und Evelyne Dubois in diesem Jahr keinen Gegenbesuch in die Samtgemeinde Harpstedt antreten werden.“

Jeronimo-Hartmann organisiert den Austausch auf französischer Seite federführend – und Ute Traiser von der Oberschule auf deutscher. Sich einfach mit der Situation abzufinden und nichts zu tun, kam für beide nicht in die Tüte. Die deutsch-französische Freundschaft sollte trotz der Reisebeschränkungen gelebt werden, wenn auch in einer „kontaktlosen“ Art und Weise. Aber wie können Jugendliche zusammenkommen und sich austauschen, ohne sich physisch zu begegnen? Die zündende Idee, einen gemeinsamen, aus Videoclips zusammengesetzten Film entstehen zu lassen, reifte in Loué. Inzwischen ist sie in die Tat umgesetzt worden.

Das unter dem Tenor „Ensemble malgré la distance – Zusammen trotz der Distanz“ produzierte Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Schülerinnen und Schüler sowie die in den Austausch involvierten Deutsch- und Französischlehrerinnen sprechen in Clips darüber, wie sie die Zeit der Schulschließung und des Lockdowns erlebten (in Frankreich zog Corona weit härtere Maßnahmen für die Bevölkerung als hierzulande nach sich; es dauerte lange bis zur Lockerung der Ausgangssperre).

Sie siegte zusammen mit Margaux Gaignard im Fotowettbewerb: Lina-Marie Straßburg, hier mit Erinnerungsbecher und „Coq d’or 2020“.

Die Bürgermeister und die Schulleiter der beiden Partnergemeinden sowie auch Jugendpflegerin Annelen Voß und Heike Barlage-Brandt vom Partnerschaftskomitee Harpstedt–Loué steuerten Grußbotschaften per Video zum Film bei.

Zusätzlich gab es – wie bereits beim Besuch der Oberschüler in Loué im Herbst 2019 – einen Fotowettbewerb. Die deutsch-französischen Austauschpaare standen diesmal vor der Herausforderung, Freundschaft und Verbundenheit gemeinsam in einer Fotomontage darzustellen. „Dafür bedurfte es einer kreativen Idee und jeder Menge Kommunikation, was für die Jugendlichen jedoch kein Problem darstellte“, berichtet Etta Mörking. Die Ergebnisse seien überaus sehenswert. Davon könne sich jeder auf der Homepage der Oberschule Harpstedt selbst überzeugen.

„Selbstverständlich gab es im Rahmen dieses Wettbewerbs auch Sieger“, so Mörking. „Der Baum de l’amitié“ hieß die Fotomontage von Margaux Gaignard und Lina-Marie Straßburg, die auf dem ersten Platz landete. Sie zeigt einen Stamm, um den beide Mädchen ihre Arme legen und sich an den Händen fassen. Etta Mörking findet das symbolträchtige Motiv ausgesprochen gut gewählt: „Der ,Baum de l’amitié’ zeigt für mich die Beständigkeit und das Wachsen sowie die jährliche Wiederholung unserer Schul- und Gemeindepartnerschaft, während der bildliche Kontakt der Mädchen die Freundschaft zwischen den Jugendlichen darstellt.“

Die Rektorin misst dem Austausch mit Loué große Bedeutung bei. Es sei wichtig, „dass Jugendliche auch mal über den Tellerrand schauen und andere Länder und Sprachen kennenlernen“. Alle Wettbewerbsteilnehmer bekamen für ihr Engagement im Interesse der deutsch-französischen Freundschaft einen Preis – in Form einer Tasse, die mit dem Logo des diesjährigen Austauschs bedruckt ist.

Den beiden Siegerinnen wurde je ein „Coq d’or 2020 Loué–Harpstedt“ überreicht. Diese Skulptur zeigt einen „goldenen“ Hahn. Gestiftet hat sie Loués bisheriger Bürgermeister Dominique Croyeau, der inzwischen im Ruhestand ist (die Tassen spendete die Gemeinde Harpstedt). Als sein Nachfolger steht nun Anthony Mussard an der Spitze der Kleinstadt an der Vègre.

Videoausschnitt unter: oberschule-harpstedt.de/unsere-schule/projekte/schueleraustausch-mit-loue

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