„Rendezvous der Besten“: Harpstedt qualifiziert sich erneut fürs Landesfinale

Zirzensische Show auf Einrädern

Geschafft! Die Großgruppe des Unicycle-Teams Harpstedt hat sich abermals fürs „Rendezvous der Besten“-Landesfinale qualifiziert. Fotos: UCT Harpstedt

Harpstedt – Ein Saisonauftakt nach Maß ist der Großgruppe des Unicycle-Teams Harpstedt beim zweiten Regionalentscheid im Rahmen des „Rendezvous der Besten“ in Cuxhaven gelungen. Die Mannschaft überzeugte die Jury mit ihrer Kür „The Greatest Show“. Sie wurde mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ sozusagen direkt ins Landesfinale nach Braunschweig geschickt. Das Kürthema beruht auf dem Musicalfilm „The Greatest Showman“. Der „Streifen“ erzählt die Geschichte des P.T. Barnum. Dieser Zirkuspionier träumte davon, eine bis dahin nie dagewesene Show auf die Beine zu stellen – mit menschlichen Kuriositäten, Akrobaten, Artisten und Tänzern. Mit dem „Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus“ legte er den Grundstein für das moderne Showbusiness. Im 19. Jahrhundert erlangte er Weltruhm. Barnum tingelte schließlich mit Wanderzirkussen quer durch den Osten und Süden der USA.

Zurück zum Unicycle-Team (UCT) Harpstedt: Wie in den Vorjahren sind aufwendige Kostüme für die Einrad-Großgruppe bis ins letzte Detail konzipiert und maßgeschneidert worden. „Dementsprechend eindrucksvoll wirkt das 16-köpfige Team, sobald es die Fahrfläche betritt“, urteilt der frühere Trainer Heiko Allmandinger. Die „Greatest Show“-Kür sei wirklich eine „großartige Show“. Seit über einem Jahrzehnt schreibt das UCT mit Teilnahmen an Einrad-Freestyle-Wettbewerben – bis hin zu erfolgreichen WM-Teilnahmen in Brixen/Südtirol (2012) und Montreal/Kanada (2014) – eine mehr als bemerkenswerte Erfolgsgeschichte. 2018 starteten die Harpstedter den Versuch, sich zusätzlich in einem anderen Wettkampf-Format als bislang zu etablieren. Der Plan, sich mal mit Turnern und Showakrobaten zu messen, ging auf: Im „Rendezvous der Besten“ qualifizierte sich die Großgruppe unter der Leitung von Celina Kreye und Hannah Allmandinger auf Anhieb fürs Landesfinale. Das war Ansporn genug, das „Rendezvous“ in diesem Jahr abermals höchst ambitioniert anzugehen. In Cuxhaven konnte die Großgruppe den eigenen Anspruch zu ihrer großen Freude eindrucksvoll untermauern. Nach dem dortigen Regionalentscheid holte sie sich wertvolle Ratschläge von den Juroren aus den Bereichen Turnen, Akrobatik und Show, um für die „nächste Runde“ gewappnet zu sein und die Kür weiter zu verfeinern: Im „Rendezvous der Besten“-Landesfinale, das am 23. Juni in Braunschweig ausgetragen wird, entscheidet sich, welche Mannschaften sich fürs Bundesfinale qualifizieren. Cuxhaven ist dem Unicycle-Team übrigens nicht nur wegen des eigenen sportlichen Erfolgs in bester Erinnerung geblieben. „Sehenswerte Akrobatik, aufwendige Choreografien und nicht zuletzt auch tolle Kunst auf dem Einrad sorgten für kurzweilige Unterhaltung während der Darbietungen der 26 teilnehmenden Gruppen“, schildert Heiko Allmandinger.

Der Harpstedter Großgruppe bescheinigt er, in einer sehr guten Form zu sein. Die Fahrerinnen im Alter zwischen 13 und 21 Jahren hätten als Team fantastisch zusammengefunden und die Motivation, insbesondere bei den älteren Fahrerinnen („die nach Auslandsaufenthalten, Studium oder Berufsausbildung in den Wettkampfsport zurückgekehrt sind“), sei ungebremst.

Der erfolgreiche Saisonstart könnte dem Team nun einen ordentlichen Schub zur rechten Zeit geben. Denn die nächste Bewährungsprobe steht schon vor der Tür: Der „Freestyle Cup Niedersachsen“ in Bad Zwischenahn in knapp zwei Wochen beinhalte auch die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft im nordrhein-westfälischen Nümbrecht, weiß Heiko Allmandinger. „Die Einräder rollen also wieder.“

Der Traum von der dritten WM-Teilnahme

Das Unicycle-Team Harpstedt erfreue sich weiterhin großer Beliebtheit. Die Zahl der aktiven Einradsporttreibenden im Verein sei aktuell sogar höher als je zuvor, berichtet Allmandinger. Auch habe sich eine neue Gruppe aus fortgeschrittenen Anfängern gebildet, und daraus wiederum erwachse bereits ein neues Kür-Team.

Eine dritte Weltmeisterschaftsteilnahme ist momentan für das Unicycle-Team Harpstedt ein großer Wunschtraum. Ausgesprochen gern wären die Einradsportlerinnen bei der WM 2020 – übrigens wieder in Brixen – dabei. Der Weg dorthin wird aber nicht leicht, denn bei diesem Vergleich der Besten auf internationalem Parkett handelt es sich nicht um einen „offenen“ Wettkampf. Ob die Qualifikation gelingen kann? „Ich möchte die Sportlerinnen nicht mit einer Prognose unter Druck setzen“, erwidert Heiko Allmandinger auf diese Frage.

Richtig viel Qualität hätten die Harpstedter Einradfahrerinnen jedenfalls – insbesondere die Großgruppe. Aber um das Ziel WM über die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft zu erreichen, müsste in den richtigen Momenten eben auch „einfach alles passen“, verschweigt Allmandinger nicht.  boh

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