Uhrwerk zwecks Generalüberholung ausgebaut

Die Zeiger am Kirchturm stehen still

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Demontage der Kirchenuhr: Thomas Hemmer macht sich an einem Stahlseil zu schaffen. 

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „Harpstedt weiß jetzt nicht, wie spät es ist“, scherzt Pastorin Elisabeth Saathoff. Zumindest zeigen die Zeiger am Turm der Christuskirche die korrekte Zeit nicht mehr an. Sie stehen nämlich still. Die Fachfirma Hemmer aus Hoyerhagen hat am Freitag das Kirchenuhrwerk zerlegt, ausgebaut sowie zwecks Reinigung und Generalüberholung mitgenommen. Nur der gusseiserne Rahmen blieb an Ort und Stelle.

„Zunächst einmal muss der ganze Dreck raus“, sagte Franz-Gerd Hemmer, der die Demontage zusammen mit seinem Sohn Thomas und Unterstützung von Zimmermeister Franz Zawodny aus Klein Köhren bewerkstelligte. Die Teile kämen in ein Tauchbad, das mit einer speziellen Lauge befüllt sei. „Dann wird geputzt und geschrubbt, was das Zeug hält – mit Drahtbürste und dergleichen.“ Der Seniorchef deutete auf verschiedene Lager. „Die haben schon lange keine Schmierfähigkeit mehr. Da sitzt reichlich Schmutz drin. Wir werden sie überprüfen und aufarbeiten. Die durchlaufenden Zapfen müssen wir polieren und eventuell, wenn sie ausgeschlagen sein sollten, neu ,füttern’, wie das der Fachmann nennt. Genauer anschauen werden wir uns das Gehwerk. Wahrscheinlich ist es auch nötig, die Paletten am Anker nachzuschleifen.“

Der Zustand der über 100 Jahre alten Kirchenuhr des Herstellers J.F. Weule sei „noch einigermaßen“, so die Einschätzung des Fachmanns. Ob am Uhrwerk einige Teile erneuert werden müssen, „sehen wir erst, wenn wir den Dreck runter haben“.

Die nötige Generalüberholung habe sich schon 2010 abgezeichnet, so Pastorin Elisabeth Saathoff. Im vergangenen Jahr sei klar gewesen, dass sie sich nicht mehr aufschieben lasse. Der Kirchenvorstand habe beschlossen, das Projekt mit Spenden aus dem Ortskirchgeld zu finanzieren.

Im Zuge der Kirchgeldsammlung sei mittlerweile die 10 000-Euro-Marke geknackt worden. „Dafür sind wir sehr dankbar, denn das bedeutet, dass wir auch noch im Bereich der Glocken Arbeiten ausführen lassen können“, spielte die Pastorin auf das Erfordernis an, zwei abgängige Läutemotoren zu ersetzen. 1987 habe die Kirche ein neues Geläut bekommen. Damals seien zwei der alten Läutemotoren nicht erneuert worden, „weil sie zu jener Zeit noch gut waren“; jetzt aber müssten sie dringend ausgetauscht werden.

Mit runderneuerter Uhr ins neue Jahr

Wahrscheinlich reichten die 10 000 Euro für die Uhr und die Läutemotoren nicht aus. „Wir müssen wohl noch aus eigenen Mitteln etwas zugeben“, so Saathoff. Die Christusgemeinde wäre jedenfalls „nicht traurig“, wenn Spender sich „zu Weihnachten“ berufen fühlten, das Ortskirchgeld weiter aufzustocken, zumal sich im Verlauf der Maßnahmen immer unvorhersehbare Dinge ergäben, die den Preis anwachsen ließen. „Wer alte Technik repariert, sieht oft erst das Detail, wenn alles auseinandergenommen worden ist“, weiß die Pastorin. So habe sich gezeigt, dass die Kirchenuhr auch neue Seilzüge für die Gewichte benötige, weil die alten zu kurz seien. Etwaige andere unerwartete, aber gleichwohl nötige Maßnahmen seien nicht auszuschließen. Vor diesem Hintergrund sei das Spendenkonto für das Ortskirchgeld bei der Volksbank Wildeshauser Geest mit der IBAN DE 75 2806 6214 4812 2203 00 weiterhin „geöffnet“. Bis Weihnachten soll die generalüberholte Uhr zurück an ihrem angestammten Platz sein. „Im 17-Uhr-Gottesdienst an Neujahr werden wir sie symbolisch wieder in unsere Mitte nehmen“, kündigt die Pastorin an. Ein Beamer werde dann Bilder von der renovierten Uhr an die Wand werfen. Nach dem Gottesdienst gebe es für Interessierte Gelegenheit, die Stufen zum Dachstuhl empor zu steigen und das gute Stück im Original zu bewundern.

„Ein neues Jahr mit einer ,neuen’ Uhr zu begrüßen – das passt gut“, findet Saathoff. „Und die Kirchenuhr wird wie neu sein. Da bin ich mir ganz sicher“, ergänzt sie.

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