Yves Nagel will Samtgemeindebürgermeister werden

Sein Credo lautet nicht: „Weiter so!“

Grüne und SPD stehen hinter Yves Nagel (Mitte), der als Parteiloser für das Samtgemeindebürgermeisteramt kandidiert.
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Grüne und SPD stehen hinter Yves Nagel (Mitte), der als Parteiloser für das Samtgemeindebürgermeisteramt kandidiert.

Harpstedt/Dünsen – Yves Nagel steht eher für den Wechsel als für ein „Weiter so!“, will die Samtgemeinde Harpstedt – identitätsstiftend auch für die acht Mitgliedskommunen – als „Marke“ entwickeln, vorhandene Potenziale einschließlich der touristischen besser nutzen und den „Wohlfühlfaktor von Heimat“ erhöhen, um die Menschen langfristig an sie zu binden. Er macht sich Gedanken über demografischen Wandel, bezahlbaren Wohnraum, wohnortnahe Arbeitsplätze, Kaufkraftbindung, Verbesserungen in ÖPNV und Fremdenverkehr.

Die Menschen mitzunehmen, steht weit oben auf der Agenda des Dünseners. Sozusagen als „Gesamtpaket“ konnte der 53-Jährige sowohl SPD als auch Grüne überzeugen – so sehr, dass sie nun seine Kandidatur als Parteiloser für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters unterstützen.

Für den Anfang bekräftigten sie das am Freitagnachmittag im Beisein der Presse mit Worten und Blumen.

„Wir wollten von Anfang an einen Verwaltungsexperten“, verriet der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Daniel Helms. Mit diesem Pfund kann Yves Nagel (verheiratet, drei Kinder) nach 29 Jahren Erfahrung in der bremischen Verwaltung wahrlich wuchern. Sachbearbeiter, Personalratsmitglied, Personalratsvorsitzender, Führungskraft, Haushaltsverantwortlicher, aktuell Referent für das Soziale Entschädigungsrecht in einer obersten Landesbehörde: Nach einem beruflichen Lebenslauf voller Vielfalt sieht sich der Diplom-Verwaltungswirt für die Aufgaben als Hauptverwaltungsbeamter der Samtgemeinde bestens gerüstet, wenn die Wähler ihm im September dazu verhelfen sollten.

Reichlich Verwaltungserfahrung

Er blickt auf Aufgaben im Amt für Soziale Dienste und im Versorgungsamt, beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen sowie bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. Ein 2015 an der Universität Bremen begonnenes berufsbegleitendes Studium in Entscheidungsmanagement schloss er 2019 als Master ab. „Ich kenne Verwaltung von der Pike auf, habe nahezu all ihre Facetten erlebt und bereite politische Entscheidungen vor“, so der gebürtige Bremer.

Die Samtgemeinde als Vorbild

Wertschätzung hält er in der Mitarbeiterführung für wichtig. Zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit trügen zudem eine vernünftige Personalvertretung, Jahresgespräche und eine offene Fehlerkultur bei: Ein Mitarbeiter, dem mal ein Fehler unterlaufe, dürfe nicht sofort heruntergemacht werden. Sehr gut vorstellen könnte sich Nagel ein Audit (Zertifizierung) zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Vorgesetzte, der Samtgemeindebürgermeister vorneweg, müssten Vorbilder sein, Vertrauen fördern und Mitarbeiter fordern.

Eine Vorbildfunktion habe aber ebenso die Samtgemeinde insgesamt, wenn Nachahmenswertes im Klimaschutz und in anderen Bereichen Nachahmer finden solle.

Mit dem Versprechen, für Transparenz in politischen Entscheidungsprozessen einzutreten, hat Yves Nagel bei SPD und Grünen offene Türen eingerannt, zumal aus ihren Reihen in diesem Punkt in den vergangenen Jahren oft Kritik am amtierenden Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse kam. Die Bürgerinnen und Bürger müssten, so bekräftigte Nagel, nicht nur nachvollziehen können, was entschieden werde, sondern auch warum. Diskussionen gehörten vornehmlich in die Öffentlichkeit.

Willkommenskultur im Amtshof

Bedürfnisse seien ernstzunehmen. Die Samtgemeinde müsse sich als Dienstleister verstehen – für Einwohner und Unternehmen.

Im Amtshof müssten sich die Leute willkommen fühlen. Wie auch auf der Website der Samtgemeinde. Den kommunalen Online-Auftritt hält Nagel – etwa in Sachen Übersichtlichkeit – für verbesserungswürdig. Was die persönliche Betreuung im Amtshof angeht, so habe er die Erfahrung gemacht, dass sich die Bediensteten gern um Anliegen kümmern. Gleichwohl habe es dort gerade in der Coronakrise schon mal das eine oder andere Problem gegeben. „Wichtig wäre es, den Amtshof auch für künftige schwere Zeiten und Krisen gut aufzustellen“, so der 53-Jährige.

Das in Kirchseelte und Dünsen etablierte Bürgerauto könnte nach seiner Ansicht in der Samtgemeinde Schule machen. Im Tourismus sieht er Potenzial für Arbeitsplätze, aber auch Kaufkraft.

Auf Facebook vertreten

Bezahlbarer Wohnraum gehört für ihn zu den Voraussetzungen, um dem demografischen Wandel und dem Abwandern junger Menschen entgegenzuwirken. Ebenso die Grundversorgung. Die sei zwar nicht im Flecken, aber in den anderen Mitgliedskommunen sehr lückenhaft. Warum? Weil viel Kaufkraft auf dem Weg zur und von der Arbeit verloren gehe. Also brauche es mehr Beschäftigung vor Ort. Und dafür auch der Zusammenarbeit der Mitgliedsgemeinden. Die Samtgemeinde könne indes „wichtige Impulse setzen“, um Gewerbetreibenden und Existenzgründern ihre Vorzüge „ansprechend und überzeugend zu präsentieren“.

In vielen Aussagen hält sich Yves Nagel noch allgemein. Im Wahlkampf wird er nachlegen und im Detail erklären müssen, wie er seine Ziele zu erreichen gedenkt.

Auf Facebook macht er bereits auf sich aufmerksam.

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