Yves Nagel ist nun Chef im Amtshof

Amtsantritt mit proppevollem Kalender

Neuer Chef im Amtshof: Yves Nagel aus Dünsen.
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Neuer Chef im Amtshof: Yves Nagel aus Dünsen.

Harpstedt – Nein, gut geschlafen habe er nicht, gestand Yves Nagel an seinem allerersten Arbeitstag als neuer Samtgemeindebürgermeister im Harpstedter Amtshof. „Ich habe die krausesten Dinge geträumt. So schräg, dass man sie fast nicht wiedergeben mag.“ Beim Erzählen muss der 53-Jährige selbst lachen: „Wenn ich mich richtig erinnere, ging es in meinem Traum darum, dass die Samtgemeinde Harpstedt für Bergregionen in der Schweiz Winterdienst macht.“

Die Übergabe der Amtsgeschäfte sei gut gelaufen. „Da kann ich mich nicht beschweren. Mein Amtsvorgänger Herwig Wöbse hat sich große Mühe gegeben. Letzte Woche gab es gleich drei Termine. Dabei haben wir auch mit den Fachbereichsleitern und Stellvertretern gesprochen“, berichtet Yves Nagel.

Yves Nagel ist nun auch Gemeindedirektor im Flecken Harpstedt

Der Fleckenrat verzichtet auf einen Verwaltungsausschuss und auf Fachausschüsse. Der neue Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel nimmt das Recht des ersten Zugriffs auf den Posten des Harpstedter Gemeindedirektors in Anspruch und „beerbt“ Ingo Fichter in diesem Nebenamt. Fleckenbürgermeister bleibt Stefan Wachholder (CDU). Ihm stehen – wie gehabt – Horst Hackfeld (HBL) und Matthias Hoffmann (SPD) als Stellvertreter zur Seite. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der konstituierenden Fleckenratssitzung vom Montagabend im Koems-Saal. Fachausschüsse könnte der Rat jederzeit wieder einführen. Anders verhält es sich mit dem Verwaltungsausschuss (VA). Der bleibt nun für fünf Jahre definitiv abgeschafft. Da der Rat als einziges politisches Gremium auf Fleckenebene verblieben ist, muss er fortan deutlich häufiger tagen – wegen des VA-Wegfalls teils auch hinter verschlossenen Türen, zumal über bestimmte Angelegenheiten zwingend nichtöffentlich zu befinden ist. Ob sich die Effizienz in der politischen Arbeit mit dem Verzicht auf Ausschüsse erhöht, muss sich erst noch zeigen. Zum allgemeinen Vertreter des Gemeindedirektors wählte der Rat bei einer Gegenstimme (Arne Siemers, HBL) den bisherigen Amtsinhaber Jens Hüfner. Die Bürgermeisterwahlen bescherten Wachholder und Hoffmann in offener Abstimmung einmütige Zustimmung. Gegen Horst Hackfeld votierte nur Irene Kolb (Bündnis 90/Die Grünen).

Sein Terminkalender sei schon jetzt proppevoll: „Zuerst kommen die konstituierenden Ratssitzungen auf mich zu. Da mich noch nicht alle kennen und ich auch noch nicht jeden, ist das eine gute Gelegenheit, mich in den Mitgliedsgemeinden vorzustellen“, findet der neue Amtshof-Chef. Gleiches wiederholt sich dann an anderer Stelle: Der Abwasserverband und die Oldenburgische Landschaft haben zwecks Terminvereinbarungen schon angeklopft. Viele weitere Kennenlerngespräche werden folgen – sicher schon bald auch mit dem neuen Landrat Dr. Christian Pundt und der Runde der Hauptverwaltungsbeamten aus den kreisangehörigen Gemeinden.

Das politische Tagesgeschäft wird ebenfalls nicht lange auf sich warten lassen. Yves Nagel rechnet noch im November mit einer weiteren Sitzung des Samtgemeinderates nach dessen Konstituierung. Das drängende Thema Sozialamt dürfte nach seiner Einschätzung auf der Tagesordnung stehen.

Man wird nicht alles, was man gerne anders oder neu hätte, in den ersten zwei Monaten erledigen können.“

Yves Nagel

Schon im Wahlkampf hatte Nagel keinen Hehl daraus gemacht, dass er die zu befürchtende Heranziehungssatzung abwenden will – mit dem Ziel, eine neue Heranziehungsvereinbarung mit dem Landkreis Oldenburg zu schließen. Und zwar zu den Konditionen, die auch für die anderen sieben Kreisgemeinden gelten. Eine knappe Mehrheit dafür wäre mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP sowie des neuen Samtgemeindebürgermeisters rechnerisch möglich. Eine „Zweiteilung“ des Sozialamtes als absehbare Folge der drohenden Heranziehungssatzung möchte sich Nagel jedenfalls nicht vorstellen. Für die Sozialamtsaufgaben, die dann noch in Harpstedt verblieben, stünde der Samtgemeinde eine Erstattung für einen Stellenanteil von gerade mal 0,5925 zu. Wie damit auch nur geregelte Öffnungszeiten möglich sein sollen, geschweige denn eine praktikable Urlaubs- und Krankheitsvertretung, ist dem 53-Jährigen schleierhaft.

Nagel macht sich aber nichts vor: Selbst mit neuer Heranziehungsvereinbarung werden sich die personellen Sorgen im Sozialamt, unter anderem ausgelöst durch eine langfristige Erkrankung, nicht von jetzt auf gleich in Wohlgefallen auflösen.

Aufbruchstimmung aus den Reihen der Politik

Aus den Reihen der Politik vernimmt der neue Samtgemeindebürgermeister teils Aufbruchstimmung. „Ich habe ein bisschen Angst, dass mit meinem Amtsantritt zu viele Erwartungen verbunden werden“, gibt er offen zu. „Man wird nicht alles, was man gerne anders oder neu hätte, in den ersten zwei Monaten erledigen können“, bittet er um Nachsicht. Die Dinge müssten nacheinander abgearbeitet werden, zumal die personellen Ressourcen der Samtgemeinde begrenzt seien.

Im Übrigen stünden ja bereits diverse große Vorhaben auf der Agenda. „Der Neubau des Colnrader Feuerwehrhauses beginnt jetzt gerade. Das Gerätehaus für die Feuerwehr Prinzhöfte steht schon fast vor der Tür. Das Rosenfreibad drängelt sich auf die Tagesordnung, und die Harpstedter Kita Waldburg muss erneuert werden. Da kommen richtig dicke Brocken auf uns zu, die nicht nur Geld kosten, sondern auch viel Manpower erfordern“, gibt Nagel zu bedenken.

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