Kirchenstiftung zehn Jahre jung / Kapitalstock auf fast 400 000 Euro angewachsen

Yared Dibaba gratuliert in plattdeutscher Sprache

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Sie erhoffen sich ein möglichst „volles Haus“ anlässlich des Gastspiels von Yared Dibaba zum zehnjährigen Bestehen der Harpstedter Kirchenstiftung: Pastorin Elisabeth Saathoff, der Stiftungskuratoriumsvorsitzende Dieter Caußen, Pastor Gunnar Bösemann, Jürgen Hesse aus der Konzerte-AG, Kuratoriumsmitglied Herwig Wöbse und LzO-Filialleiterin Christina Bitter (von links).

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Innerhalb des ersten Jahrzehnts ihres Bestehens hat die Harpstedter Kirchenstiftung in ihrem Kapitalstock nahezu 400.000 Euro angehäuft. Ende 2007 lag das Vermögen, das „auf ewig“ unangetastet bleiben soll, noch bei bescheidenen 106.000, Ende 2016 indes schon bei 391.500 Euro.

Trotz Niedrigzinsphase werde die Stiftung angesichts einiger guter Anlagen noch bis 2019 jährlich zwischen 5000 und 7000 Euro für Ausschüttungen erzielen können, sagte der Kuratoriumsvorsitzende Dieter Claußen am Dienstag während der Jahrespressekonferenz im „Ersten Pfarrhaus“.

Baustellengottesdienste sprechen neue Zielgruppe an

Die Förderschwerpunkte liegen im musischen Bereich sowie in der Kinder- und Jugendarbeit. Die Stiftung legt es laut Claußen aber nicht darauf an, die erzielten Zinserträge jeweils binnen eines Jahres komplett aufzuzehren. So standen ihr 2016 einschließlich der 3600 Euro aus Zinsresten des Vorjahres etwa 12.000 Euro zur Verfügung. In diesem Jahr könnte sie bis zu 8200 Euro ausschütten, wobei wiederum die 2016 nicht aufgebrauchten Erträge inklusive sind.

„Es ist ein Segen, dass wir sie haben“, urteilte Pastorin Elisabeth Saathoff über die Kirchenstiftung. „Wir haben in zehn Jahren eine ganze Menge erreicht“, resümierte Dieter Claußen. Die Stiftung belebe und befruchte das Gemeindeleben, verdeutlichte Pastor Gunnar Bösemann anhand von Beispielen: Die Baustellengottesdienste, die aus den Ausschüttungen finanziell unterstützt werden, sprächen eine „ganz neue Gruppe von Leuten“ an – Menschen, die eben gerade wegen des modernen Formates in die Kirche kommen.

Künstler müssen nicht mehr ihre eigene Technik mitbringen

In der unter anderem mit Zinserträgen der Stiftung deutlich erweiterten Soundtechnik in der Christuskirche sieht Bösemann eine weitere Bereicherung. Die Künstler müssen inzwischen für Konzerte nicht mehr zwingend ihr eigenes Equipment mitbringen, zumal das vorhandene im Gotteshaus selbst professionellen Ansprüchen genügt.

In diesem Jahr, da die Kirchenstiftung zum ersten Mal „nullt“, gibt es anstelle des Stiftungsmahls im Gasthaus „Hackfeld’s Dorfkrug“ ein besonderes Event: Yared Dibaba, prominenter Moderator äthiopischer Herkunft, stellt am Dienstag, 16. Mai, ab 19 Uhr in der Harpstedter Christuskirche sein Programm „Moin tosomen“ vor. „Ihn kennt einfach jeder“, merkte Pastorin Saathoff zu dem plattdeutsch sprechenden Farbigen an. Weil Dibaba in Falkenburg aufwuchs, erhofft sich Dieter Claußen auch viel Publikum aus der Gemeinde Ganderkesee und aus Delmenhorst.

Wer des Plattdeutschen nicht mächtig ist, erhält die Übersetzung sofort

Das plattdeutsche Programm müsste eigentlich generell gut bei den Menschen aus der Region ankommen. Saathoff erhofft sich einen „bunten Abend“. Lokalkolorit bringen zunächst Mitglieder des Jugendchors „Feelings“ und des Gospelchors Harpstedt mit einer Auswahl von Stücken aus dem Musical „Luther“ ein. Vor Beginn des Gastspiels von Yared Dibaba sowie in der Pause bietet die Weinstandgruppe der evangelischen Gemeinde Wein und nichtalkoholische Getränke an. Der DRK-Ortsverein Harpstedt gesellt sich mit Brezeln hinzu. „Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung“, so Elisabeth Saathoff.

Jürgen Hesse aus der Konzerte-AG der Kirchengemeinde übernimmt das Marketing und die Abwicklung des Kartenverkaufs. Niemand müsse befürchten, weniger geläufige plattdeutsche Formulierungen vielleicht nicht zu verstehen. Hier, so Hesse, liefere Dibaba nämlich die Übersetzungen ins Hochdeutsche gleich mit.

Können die 800 Plätze gefüllt werden?

Der Moderator hat an der Seite von Tobias Schlegl und Nils Holst mit dem Unterhaltungsformat „Ganz schön dreist“ im NDR-Fernsehen Bekanntheit erlangt. Ob er es schaffen wird, die Christuskirche komplett zu füllen, bleibt abzuwarten. Immerhin können dort mehr als 800 Zuhörer Platz finden.

Der Vorverkauf startet an diesem Mittwoch. Bei Schreibwaren Beuke und im Kirchenbüro in Harpstedt sowie in den Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung, auch bei der Wildeshauser Zeitung, ist das Ticket für 18 Euro zu haben. Die Landessparkasse zu Oldenburg sponsert 100 Karten. LzO-Kunden können sich in der Harpstedter Filiale Tickets für 13 Euro das Stück sichern. An der Abendkasse beträgt der Eintritt 20 Euro.

Mit Ausschüttungen in Höhe von etwa 4260 Euro hat die Harpstedter Kirchenstiftung 2016 Projekte der Christusgemeinde unterstützt, überwiegend im musischen Bereich sowie in der Kinder- und Jugendarbeit.

2800 Euro, etwa ein Drittel des erzielten Zinserlöses, fließen in die Werterhaltungsrücklage der Stiftung.

Nachfolgend die Ausschüttungen im Überblick:

• 1 040 Euro für die Bepolsterung der Möbel im „Ersten Pfarrhaus“,

• 900 Euro für die Erweiterung der Soundanlage in der Christuskirche auf 32 Kanäle, 420 Euro für ein Gesangs- und ein Bügelmikrofon sowie zwei Instrumenten-Mikros (für Geige und Cello),

• knapp 300 Euro für die zweite Auflage eines Kindermalbuches (1000 Exenplare),

• 800 Euro für die Ausbildung von Mitarbeitern in der Kinder- und Jugendarbeit (Jugendleitercard) und Aktivitäten gemeindlicher Gruppen (etwa Fahrt zum Kirchentag),

• 300 Euro (pauschal) für die Durchführung der Baustellengottesdienste,

• 500 Euro für die Nutzung der Räume in der Zufluchtskirche, die schon seit vielen Jahren der politischen Gemeinde Dünsen gehört.

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