Wunschbaum in Harpstedt

Gut 60 Wünsche gehen in Erfüllung

Eingespielt in Organisation und Umsetzung der Wunschbaum-Aktion: Annelen Voß und Markus Pieper aus der Jugendpflege Harpstedt sowie Sabine Karwacik und Susanne Stößer (v.l.) aus der Hörstube.
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Eingespielt in Organisation und Umsetzung der Wunschbaum-Aktion: Annelen Voß und Markus Pieper aus der Jugendpflege Harpstedt sowie Sabine Karwacik und Susanne Stößer (v.l.) aus der Hörstube.

Harpstedt – „Wir wachsen an unseren Aufgaben“, spielt Susanne Stößer am Wunschbaum in der Harpstedter Hörstube auf die zum Teil sehr speziellen Wünsche an, die Kinder und Jugendliche aus ausgesuchten, finanziell weniger gut situierten Familien erfüllt haben möchten. Ihre Kollegin Sabine Karwacik und sie selbst leisten gern Hilfestellung. Es kommt sogar vereinzelt vor, dass sie von „Schenkern“ Geld erhalten – mit der Bitte, davon einen der Kinderwünsche zu erfüllen.

Die allermeisten Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich im Advent ein Kärtchen vom Wunschbaum in der Hörstube nehmen, erledigen aber alles in Eigenregie – vom Besorgen bis zum liebevollen Verpacken. Eine Kundin strickt sogar zusätzlich Socken, die einem Teil der Präsente als Extragaben beigefügt werden; in diesem Jahr waren es allein zehn Paar.

Gut 60 Kinder werden im Rahmen der aktuellen – zwölften – Wunschbaum-Aktion beschenkt. Drei Präsente müssen Annelen Voß und Markus Pieper aus der Jugendpflege Harpstedt (JuH) fast schon „last minute“ zu den Adressaten bringen, weil sich die Auslieferung auch coronabedingt hinzieht.

Manchen ist es fast ein bisschen peinlich, von fremden Leuten beschenkt zu werden. Anderen springt vor Freude fast das Herz aus dem Brustkorb.“ 

Markus Pieper

22 Stationen, darunter vier Kindergärten, steuern die Jugendpfleger an zwei Tagen an. Als Transportmittel hat sich ein ehemaliges Löschgruppenfahrzeug (LF 8) bewährt, das Markus Pieper gehört. Weil die Unterrichtspräsenzpflicht schon vor Beginn der Weihnachtsferien ausgesetzt ist, können diesmal weniger Geschenke über die Schule oder direkt in der JuH verteilt werden. Für Pieper und Voß bedeutet das, mehr Familien persönlich aufsuchen zu müssen. Sie klingeln an den Türen, gehen aber nicht in die Haushalte. Die Freude der Eltern und mancher Kinder, die ahnen, dass sie im Rahmen der Aktion berücksichtigt werden, entschädigt sie für den Aufwand.

„Manchen ist es fast ein bisschen peinlich, von fremden Leuten beschenkt zu werden. Anderen springt vor Freude fast das Herz aus dem Brustkorb“, spricht Pieper aus Erfahrung. „Einige Eltern, deren Kinder gespendete Geschenke erhalten, sind in Kurzarbeit und müssen mit wenig Geld klarkommen“, weiß Annelen Voß. Umso größer sei die Dankbarkeit für die von Bürgern gestifteten Präsente.

Wir wachsen an unseren Aufgaben.“

Susanne Stößer

Die Wunschbaum-Wünsche sind so verschieden wie die Kinder selbst. Vom „Flying Ball“ bis zum „L.O.L. Surprise! Glitter Globe“ reicht das Spektrum. Ein Mädchen möchte sich – vielleicht im Karneval – mal wie eine Königstochter fühlen und erhofft sich ein Prinzessinnenkleid. Ein Junge sehnt sich derweil nach einem Akkuschrauber, damit er sein wiederholt zusammengebrochenes Bett endlich vernünftig reparieren kann.

Viele „Schenker“ nehmen die Herausforderung an, auch solche Präsente zu bestellen und zu kaufen, die sich nicht ganz leicht besorgen lassen. Sabine Karwacik und Susanne Stößer achten darauf, dass niemand, der die gute Sache unterstützen möchte, überfordert wird. Heißt: Die zu erfüllenden Wünsche werden auf die „Schenker“ abgestimmt, so gut es eben geht. Schließlich ist nicht jeder versiert im Recherchieren mit Suchmaschinen und im Umgang mit Onlineversandplattformen. Mancher möchte zudem bewusst nicht via Internet bestellen, sondern stattdessen lieber den stationären Handel stärken.

Einige Eltern, deren Kinder gespendete Geschenke erhalten, sind in Kurzarbeit und müssen mit wenig Geld klarkommen.“ 

Annelen Voß

Eigentlich soll kein Präsent die 20-Euro-Preisgrenze überschreiten. Zuweilen werden gleichwohl größere Wünsche erfüllt. Second Hand machte es möglich, dass etwa Rollschuhe, die neu 70 Euro gekostet hätten, gebraucht weit günstiger zu haben waren.

Damit am Heiligen Abend niemandem am Gabentisch das Herz blutet, bekommt stets jedes Kind einer Familie ein Wunschbaum-Präsent. An dieser bewährten Praxis halten Hörstube und Jugendpflege weiterhin fest.

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