48 Kärtchen am aktuellen Baum

Wunschbaum: 500 gute Taten in zehn Jahren

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Der Wunschbaum in der „Hörstube“ ist geschmückt und mit Wunschkärtchen bespickt. Ab sofort darf er wieder „abgeerntet“ werden. Von links: Sabine Karwacik, Annelen Voß, Frank Erftenbeck, Markus Pieper und Susanne Stößer.

Die Marke von rund 500 erfüllten Wünschen von Kindern aus weniger gut situierten Familien knackt die „Hörstube“ im Verlauf ihrer zehnten karitativen Weihnachtsaktion: Bis Heiligabend werden Mitmenschen mit Herz insgesamt etwa 10.000 Euro für Präsente ausgegeben haben.

Harpstedt – Da steht er wieder, der Wunschbaum in der „Hörstube“ an der Burgstraße 39 in Harpstedt. Er wartet ab sofort darauf, „abgeerntet“ zu werden. 48 Kärtchen hängen dran. Darauf notiert sind die Vornamen der Kinder, die beschenkt werden sollen, mitsamt Alter. Und natürlich jeweils mit dem Herzenswunsch, der ihre Augen zu Weihnachten zum Leuchten bringt. Von der Barbiepuppe „zum Füttern“ über Lego, einem Einhorn als Kuscheltier und Pokémon-Karten bis hin zu Spiderman-Outfits reicht die Bandbreite. Auch Gutscheine sind dabei, Video- und PC-Spiele hingegen diesmal nicht. Fast schon in die Rubrik „kurios“ fällt ein Junge, der gern „echtes Werkzeug, Bretter und Nägel“ hätte.

Jeder Wunsch soll einen Wert von 20 Euro nicht überschreiten. Dieses Limit werde im Großen und Ganzen auch eingehalten, wissen Susanne Stößer und Sabine Karwacik aus der „Hörstube“, die mit Frank Erftenbeck seit Anfang des Jahres einen weiteren Kollegen und Hörakustikmeister an ihrer Seite haben. Ihre Anerkennung sprechen die Jugendpfleger Annelen Voß und Markus Pieper der Belegschaft aus. Sie wissen um den Aufwand, den die Mitarbeiter nun schon zum zehnten Mal in Folge nebenberuflich auf sich nehmen, sind allerdings auch selbst aktiv involviert: Die Jugendpfleger wählen in Rücksprache mit Kitas und Schulen die Kinder und Jugendlichen aus, die beschenkt werden sollen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Mädchen und Jungen aus der Samtgemeinde Harpstedt (stets unter Mitberücksichtigung aller Geschwister), die keinen prall gefüllten Gabentisch am Heiligen Abend erwarten dürfen, weil die finanziellen Möglichkeiten der Eltern das einfach nicht hergeben.

Haben in den Vorjahren auch viele Flüchtlinge vom Wunschbaum profitiert, so ist es diesmal nur eine – allerdings eine kinderreiche. Der Rückgang erklärt sich damit, dass die Zahl der in der Samtgemeinde lebenden Geflüchteten deutlich zurückgegangen ist. Das sei aber nicht der einzige Grund, sagt Annelen Voß. Sie weiß von etlichen Flüchtlingen, die hier noch wohnen, inzwischen aber Arbeit gefunden haben und eigenes Geld verdienen. Das sei sicher auch dem ambitionierten Einsatz der Flüchtlingsinitiative zu verdanken.

Zurück zum zehnten Wunschbaum: Wer mitmachen und ein Kind beschenken will, nimmt sich eine Karte von den Zweigen, hinterlässt seine Telefonnummer für etwaige Rückfragen, besorgt das Geschenk, das sich das jeweilige Kind wünscht, und bringt es – hübsch verpackt – bis spätestens Dienstag, 17. Dezember, zurück in die „Hörstube“. Sodann sorgen die Jugendpfleger dafür, dass die Präsente ihre Adressaten noch vor der Bescherung erreichen. Die beschenkten Kinder bleiben anonym, die Schenker ebenfalls, wenn sie’s denn wünschen. Wer dem Präsent eine persönliche Grußkarte beilegen und die eigene Identität preisgeben möchte, darf das gern tun. Diese Entscheidung trifft jeder Schenker für sich.

Zwar hängen derzeit „erst“ 48 Kärtchen am Wunschbaum; erfahrungsgemäß kommen aber immer noch einige nachträglich hinzu, sodass auch in diesem Jahr wieder 50 (oder mehr) Wünsche in Erfüllung gehen dürften.

So addieren sich die Präsente aus zehn Jahren auf rund 500 Stück und die dafür von Mitbürgern freiwillig ausgegebenen Beträge – durchschnittlich 20 Euro je Geschenk – auf etwa 10.000 Euro. Ein durchaus bemerkenswertes Ergebnis.

„Es geht ja hier nicht nur ums bloße Schenken. Sondern auch darum, den Menschen als Menschen zu sehen“, sagt Markus Pieper.

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