59 Wünsche von Kindern, darunter auch Flüchtlinge, gehen in Erfüllung

„Das Tamagotchi ist wieder im Kommen“

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Selbst zehn Arme reichen nicht aus, um auch nur annähernd alle hübsch verpackten 59 Geschenke zu tragen, die Kinder im Rahmen der Wunschbaum-Aktion erfüllt bekommen. Von links: Jugendpflegerin Annelen Voß, Susanne Stößer, Nadine Stolle und Sabine Karwacik aus der Harpstedter „Hörstube“ sowie Jugendpfleger Markus Pieper.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Manche der „Wunschbaum-Wünsche“, die nun in Erfüllung gehen, lassen Jugendpfleger Markus Pieper regelrecht staunen. „Das Tamagotchi ist wieder im Kommen“, fällt ihm auf. 59 Kinder aus nicht so gut situierten Familien innerhalb der Samtgemeinde Harpstedt werden am Heiligen Abend je ein Geschenk unterm Weihnachtsbaum vorfinden, das sie einer beliebten Aktion der „Hörstube“ verdanken.

„Aufgefallen ist mir und meiner Kollegin Annelen Voß auch ein Kind, das für 20 Euro Süßigkeiten haben wollte“, erzählt Pieper. „Mama kauft sonst nicht so viel davon“, habe die Begründung gelautet. „Computerspiele sind diesmal nicht dabei gewesen“, wundert sich Sabine Karwacik aus der „Hörstube“. Pieper glaubt den Grund zu kennen: Nach der aktuellen Shell-Studie habe fast jeder Jugendliche ein Smartphone. Der Trend gehe dahin, sich beliebte Games herunterzuladen. Im Übrigen könnten einige Gutscheine, die sich Mädchen und Jungen gewünscht hätten, ja auch für den Kauf von Spiele-Apps genutzt werden. Eine weitere Erkenntnis: Es gibt sie noch – die Kinder, die nach wie vor gern lesen und Freude an Büchern haben. Zu den „Objekten der Begierde“ zählten ansonsten Puppen sowie Spielzeug, oft und gern von „Playmobil“.

Zunächst hatte die an der Burgstraße ansässige „Hörstube“ 50 Kärtchen mit darauf notierten Wünschen an die Zweige ihres Wunschbaums gehängt, dann aber noch einmal neun „nachgelegt“. Die Bereitschaft, Familien zu unterstützen, die zu Weihnachten nicht mit einem üppig gefüllten Gabentisch aufwarten können, ist ungebrochen hoch. Zehn Kinderwünsche erfüllt diesmal allein das Rote Kreuz. Auch Vertreter einiger Firmen und ganz viele private „Schenker“ mit einem großen Herz nahmen sich Kärtchen vom Baum und kamen mit hübsch verpackten Präsenten zurück in die „Hörstube“.

Die Jugendpflege verhilft der Aktion seit Jahren mit zum Erfolg. Sie wählt zum einen die bedürftigen Kinder aus, berücksichtigt stets auch deren Geschwister und übernimmt zum anderen die Verteilung der gespendeten Geschenke. Etwa 20 Präsente bringen Annelen Voß und Markus Pieper in Kürze direkt an die jeweiligen Haustüren. „Da fungieren wir sozusagen als Weihnachtsmann“, sagt Pieper schmunzelnd. Der große Rest gelangt über Kindergärten, die Betreuung nach der Schule, pädagogische Schulmitarbeiter oder auch die Klientel der Jugendpflege an die Adressaten. In diesem Jahr kommt die Flüchtlingsinitiative aus ehrenamtlichen Integrationshelfern als „Verteiler“ hinzu, denn bei rund zehn Beschenkten handelt es sich um Kinder von Flüchtlingen oder Migranten irakischer, albanischer oder bulgarischer Herkunft.

Das jüngste Kind, das bedacht wird, ist gerade mal ein halbes Jahr jung; die ältesten sind Teenager. „Wir sind stolz auf unsere Kunden und die Bürger, die uns so toll unterstützen“, sagt Susanne Stößer aus der „Hörstube“.

„Manchmal denke ich, die Leute machen mit, weil sie einfach so gern zu euch kommen und weil sie bei euch so freundlich empfangen werden“, bemerkt Annelen Voß schmunzelnd. In diesem Jahr, so findet sie, sei die Aktion besonders „entspannt“ abgelaufen. „Wir haben ja auch früh damit begonnen.“

Ein schönes Stück Arbeit wartet aber noch auf die Jugendpfleger. Sie werden wieder alles daran setzen, dass die Geschenke bis Heiligabend „an das Kind“ gebracht sind, denn erst dann ist die schöne Bescherung wirklich perfekt.

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