Bei Wolfgang Behrens gedeihen Seerosen in hochbeetähnlichen Wasserbehältern

Einmalige Freilandkultur

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Ein unwiderstehliches Blüten-Farbenspiel erzeugen vor allem die tropischen Seerosen-Arten.

Gross Ippener - Von Jürgen Bohlken. Der riesige Garten am Trespenmoor in Groß Ippener wirkt hochgradig gepflegt. Eine echte Attraktion verbirgt sich in mehreren hölzernen Wasserbehältern, teilt isoliert und mittels Wärmepumpentechnik beheizt. Dort gedeihen, jeweils eingetopft, Seerosen in großer Vielfalt unter freiem Himmel. 35 winterharte, aber auch 56 tropische Arten hat die Kirchseelter Biologin Dr. Inga Schulte gezählt. Sie kümmert sich gegen Bezahlung um die faszinierende Seerosen-Kultur des im Ruhestand lebenden Unternehmers Wolfgang Behrens.

Erst um Mittag herum öffnen sich – zumindest bei den Tagblühern – die Blüten. Besonders die tropischen Seerosen offenbaren ein faszinierendes Farbenspiel. Blau- Violett- oder auch Grüntöne erfreuen das Auge. Wolfgang Behrens hat sich mit der Kultur einen Jugendtraum erfüllt. Es gefällt dem Ruheständler, der seine Ortholzer Firma Xeroflor (Spezialist für extensive Dachbegrünungen) und die Niedersächsische Rasenkulturen GmbH & Co KG inzwischen abgegeben hat, Arten auf seinem Anwesen wachsen und blühen zu sehen, die beileibe nicht jeder hat. „Ich guck mir das aber nur an“, sagt er schmunzelnd. Züchterisch tätig werden wolle er nicht. Die eigentliche Arbeit mit den Seerosen habe Dr. Schulte. „Man muss sie im Frühjahr mit einem Langzeitdünger in Granulatform düngen und im Sommer nachdüngen, die winterharten Sorten alle paar Jahre umtopfen und natürlich alte, abgestorbene Blätter abschneiden“, erläutert die Biologin. Intersubgenerische Seerosen, also Kreuzungen zwischen winterharten und tropischen, gibt es in Behrens‘ „Hochbeeten“ übrigens auch.

„Eine Besonderheit der tropischen Sorten liegt darin, dass die Blüten zehn bis 15 Zentimeter oberhalb der Wasseroberfläche stehen“, weiß die Biologin. Es existierten nicht sehr viele Spezialgärtnereien in der Bundesrepublik, über die diese Pflanzen zu beziehen seien. „Ich habe meine aus dem süddeutschen Raum“, erzählt Behrens.

Inga Schulte deutet auf die „Victoria cruziana“. „Die kommt aus Südamerika. Sie wächst unter anderem in Argentinien und Paraguay“, erläutert sie. Die „Euryale ferox“ sei hingegen unter anderem in Nordindien oder Korea anzutreffen und wegen ihrer stacheligen Schwimmblätter unheimlich „bewehrt“; daher heiße sie auch Stachelseerose. Es gebe nur eine noch größere Art, die „Victoria amazonica“, auch Amazonas-Riesenseerose genannt. „Die haben wir hier aber leider nicht. Sie hat andere Temperaturansprüche, ist vergleichsweise empfindlich“, erklärt die Biologin.

Das Einmalige an Wolfgang Behrens‘ Anlage sei, dass es sich dabei um eine hochbeetähnliche Freilandkultur handele. Tropische Seerosen gediehen nämlich hierzulande ansonsten für gewöhnlich nur in Gewächshäusern.

„Die Kultivierung und Überwinterung einiger tropischer Arten ist ein spannendes Thema für uns. Das wollen wir ausprobieren“, so Dr. Schulte. In den Wasserbehältern könnten die entsprechenden Seerosen allerdings nur bis etwa Oktober verbleiben. Die kalte Jahreszeit würden nicht winterharte Sorten trotz Isolierung und Wärmepumpentechnik nicht unter freiem Himmel überstehen.

„Es gibt hier auch Gewächse, die zwischen den winterharten und den tropischen stehen, nämlich subtropische – allerdings keine Seerosen“, deutet Inga Schulte auf einen Lotos (die Schreibweise „Lotus“ sei eigentlich falsch). 55 Arten dieser Wasserpflanzen hat Behrens aktuell in seinem Bestand. „Auch hier ist für uns die Frage von besonderem Interesse, wie man sie durchs ganze Jahr bringt“, so die Biologin.

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