Gemeinderat stellt planerische Weichen

Neubaugebiet: Pro Wohneinheit sind zwei Stellplätze zu realisieren

Colnrade - Von Jürgen Bohlken. Die Gemeinde Colnrade will mit dem in der Planung befindlichen Baugebiet am Kieselhorster Weg auch den Bedarf an kleineren Wohnungen decken. Im Norden und im Süden des B-Plan-Geltungsbereiches sollen zweigeschossige Baukörper mit jeweils bis zu vier Wohnungen zulässig sein. Die Firsthöhe soll dort neun und die Traufhöhe 6,50 Meter nicht überschreiten dürfen; die Grundflächenzahl für diese Bereiche hat der Rat auf 0,4 festgesetzt. Das heißt: Das Wohnhaus darf maximal 40 Prozent des Baugrundstücks abdecken.

Der größte Teil des B-Plan-Geltungsbereiches wird jedoch Ein- und Zweifamilienhäusern mit nur einem Vollgeschoss, maximal zwei Wohneinheiten sowie einer zulässigen Versiegelung durch das Wohnhaus von bis zu 25 Prozent des Baugrundstücks bei 600 Quadratmeter Mindestgrundstücksgröße vorbehalten bleiben. Für diese Gebäude wünscht der Rat, dass die Firsthöhen neun Meter und die Traufhöhen 5,50 Meter nicht überschreiten.

Der Bebauungsplanentwurf, der in Kürze in die öffentliche Auslegung und ins Beteiligungsverfahren geht, sieht auch örtliche Bauvorschriften vor. Die Gemeinde will die künftigen Häuslebauer dazu verpflichten, zwei Einstellplätze pro Wohneinheit auf den Grundstücken zu realisieren – bei erlaubten Zufahrtsbreiten von nicht mehr als fünf Metern.

Zu den Fassaden macht die Gemeinde keine Vorgaben. Wohl aber zu den Dächern: Glasierte Pfannen sind tabu; das zulässige Farbspektrum deckt rote bis rotbraune Töne ab, schließt aber zusätzlich schwarze und anthrazite Ziegel ein. Straßenseitige Zäune und Hecken dürfen in der Höhe 1,20 Meter nicht überragen. Übertriebenes unschönes Abschotten – zu den öffentlichen Verkehrsflächen hin – will die Gemeinde bewusst unterbinden.

Die Kommune entwickelt das Baugebiet in zwei Abschnitten, beplant es aber bereits komplett. Die Erschließungsstraße verläuft in Nord-Süd-Richtung (Stichwege zweigen nach Osten und Westen ab). Sie endet vorerst in einem Wendehammer; weitergeführt wird sie erst dann, wenn der zweite Bauabschnitt Gestalt annimmt.

Für gewöhnlich dauert ein Bauleitverfahren etwa ein Jahr. Im Falle des B-Plans „Kieselhorster Weg“ (Nr. 4), der für das Neubaugebiet die planerischen Weichen stellt, dürfte es indes deutlich schneller gehen. Zur Anwendung kommt ein beschleunigtes Verfahren gemäß §13a des Baugesetzbuches. Das lässt der Gesetzgeber unter bestimmten Voraussetzungen zu, damit der dringliche Wohnbaubedarf schneller gedeckt wird. 

Die Vorteile aus gemeindlicher Sicht: Eingriffe in Natur und Landschaft muss die Kommune nicht kompensieren. Außerdem beinhaltet das beschleunigte Verfahren nur eine Beteiligungsstufe. In „normalen“ Bauleitverfahren können sich „Träger öffentlicher Belange“ und Bürger hingegen zweimal zur Planung äußern.

Die Gemeinde Colnrade wird nun abwarten, wie im Verlauf der Auslegung das Echo auf den Planentwurf ausfällt. Muss dieser noch verändert werden, bedürfte es wider Erwarten doch einer zweiten Beteiligungsstufe. Das Verfahren zöge sich in der Konsequenz entsprechend die Länge.

Rubriklistenbild: © dpa

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