Eine echte Premiere für die Museumsbahn: Sonderfahrt mit Braumeister und Bierverkostung

Wohl bekomms!

Es blieb nicht bei „grauer Theorie“. Thomas Bannas (rechts) reichte im Museumszug auch Kostproben von Bieren aus der Bannas-Brauerei. - Foto: Joachim Kothe

Harpstedt - Es war voll, sogar sehr voll im Buffetwagen der historischen Kleinbahn „Jan Harpstedt“, die am späten Sonntagnachmittag eine echte Premiere erlebte. Erstmals in der 40-jährigen Geschichte der Museumsbahn startete in Harpstedt ein Braumeisterzug in Richtung Delmenhorst. Ausnahmsweise interessierten sich die Fahrgäste nicht so sehr für die vor den Fenstern vorbeiziehende Landschaft oder das Geräusch der schnaufenden Dampflok. Ihre Aufmerksamkeit galt vielmehr den Ausführungen eines leibhaftigen Braumeisters: Thomas Bannas von der gleichnamigen jungen Brauerei aus Lohmühle bei Wildeshausen war „an Bord“, um sein „Gerstensaft“-Sortiment vorzustellen.

„Es geht mir aber nicht nur darum, meine Biersorten zu präsentieren“, betonte er. „Ich möchte auch dazu beitragen, dass meine Kunden verstehen, wie so ein Bier gemacht wird.“ Bannas zeigte den Mitreisenden eine Kostprobe des Hopfens, den er aus Bayern bezieht, und obendrein zwei von über 400 möglichen Malzsorten – von Gerste bis Dinkel –, die ein Bier schmackhaft machen können. „Schmeckt wie Caro-Kaffee“, merkte Fahrgast Axel Erbe an, nachdem er ein paar dunkel geröstete Malzkörner probiert hatte.

Thomas Bannas schwimmt mit auf der sehr aktuellen Welle der sogenannten Craft-Biere, obwohl er den aus dem Amerikanischen herübergeschwappten Modebegriff nicht so gern in den Mund nimmt. „Das sind Biere, die man nicht in der Großproduktion eines Konzerns braut, sondern – unabhängig davon – in traditioneller, handwerklich orientierter Brauart und in eher kleinen Mengen. In den USA haben die Leute zum Teil wieder angefangen, in der Küche nach Großvaters Bierrezepten zu brauen“, verriet der Experte. „Und auch hier gibt es inzwischen wieder zunehmend kleine Brauereien wie uns, die alte Rezepturen wiederbeleben.“

Es blieb nicht bei „grauer Theorie“. Passend zu leckerem Schmalz- und Leberwurstbrot probierten die Fahrgäste mehrere Biersorten, darunter ein naturtrübes Pils, ein Spezial mit etwas höherem Malzgehalt sowie ein Hefeweizen. „Meine Brauerei befindet sich derzeit noch im Aufbau. Deshalb lasse ich teilweise bei einer befreundeten Kleinbrauerei in Oberfranken brauen und kann nur zwei Biere, Spezial und Weizen, in Flaschen anbieten. Das Bannas Pils gibt es aktuell nur in Fässern“, erläuterte Bannas. Er hat sich auch schon an saisonalen Bieren versucht, so etwa an Maibock zum Frühjahr. Ebenso an einem Glühbier mit Fruchtauszügen, das in die Weihnachtsmarktzeit passt. „Wir wollten eine bierige Alternative zum Glühwein schaffen“, erklärte der Brauer das eher ungewöhnliche Unterfangen.

Die Museumsbahn hat unterdessen in der laufenden Fahrsaison fast ausschließlich das Bannas-Bier im Angebot. Es kommt sehr gut an bei den Fahrgästen. Voll ins Schwarze trafen die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde auch mit der Bierverkostung im Museumszug, die nach ihrer Einschätzung aufgrund der großen Nachfrage sicherlich in der nächsten Saison eine Wiederholung erleben dürfte. - eb

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