Witziges Stück der Theatergruppe Beckeln spielt im Hotel/Premiere ausverkauft

Eigentlich ist es ganz schön – wären da nicht die Gäste

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Während Hoteldirektor Hans Hansen (2. von links) die Gäste im „La dolce Vita“ begrüßt, notiert Inspizientin Magdalene Wichtig (links) bereits kritisch einige Mängel.

Beckeln - Von Ove Bornholt. Eigentlich ist es ganz schön im Hotel „La dolce Vita“ an der Nordsee. Wären da nicht die Gäste und ihre Marotten, pardon Wünsche. Doch zwischen die französische Schauspielerin mit hohen Ansprüchen, die keifende Ehefrau und den langweiligen Puzzle-Fan hat sich im Stück der Theatergruppe der Feuerwehr Beckeln, das am Sonnabend vor ausverkauftem Saal im Gasthaus Beneking in Beckeln Premiere feierte, ein besonders ungeliebter Gast gemischt.

Hotelinspizientin Magdalene Wichtig (Julia Wehrenberg) hat sich in dem Gasthaus eingenistet und ist mit ihrem Klemmbrett immer dabei, kritische Anmerkungen zu notieren. Die Geschichte dreht sich um das etwas heruntergekommene Hotel, das vor allem durch Chef Hans Hansen (Manfred Sander) und seine Mitarbeiterin Fräulein Anna (Sarah Otte) zusammengehalten wird. Doch durch Frau Wichtig droht Ungemach.

Und sie findet einiges. Zwar hat Anna alles „postkartenfein“ geputzt, wie sie sagt. Doch dass es mit dem Hotel und dem Service nicht zum Besten steht, wird schnell klar. Schließlich ermahnt der Hoteldirektor Hansen seine Angestellte, auf jeden Fall den billigen Sekt mit dem teuren Etikett auszuschenken. Und bei der Betreuung der Gäste beweist Hansen wenig Einfühlungsvermögen. Namen kann er sich partout nicht merken, und auch das vermeintlich langweilige Gerede des Puzzle-Sammlers, der den Urlaub gewonnen hat, kürzt der Hotelier lieblos ab.

Den ersten Höhepunkt erlebten die Zuschauer, als das Ehepaar Berg die Bühne betrat. „Ich habe es gewusst“, nörgelt Elvira (Anke Freese) jedesmal, wenn ihr Göttergate Willy (André Gerke) mal wieder etwas falsch gemacht hat.

„Du Piepenschmökerheini“ schimpft sie, worauf er sich wehrt: „Halt doch den Mund.“ Das werde sie von nun auch tun, will Elvira ihren Mann durch Entzug bestrafen, mäkelt aber zehn Sekunden später doch wieder an ihm herum.

Und da sind ja auch noch die ausländischen Gäste: die französische Schauspielerin Lara La (Dörte Maschmann) und der Amerikaner Jonny White (Hendrik Wolle), der sich für eine Berühmtheit hält und auch mal beherzt zwischen seine Beine greift, damit den Damen seine Potenz ja nicht entgeht.

„Es handelt sich um ein modernes Stück“, betonte Werner Bahrs, der mit seiner Frau Karin Regie führt. Es gebe viele Dialoge, und oft stünden mehrere Darsteller auf der Bühne. Deswegen müssten sich die Laienschauspieler sehr konzentrieren, was ihnen aber bei der Premiere gut gelungen sei. „Sie waren fast fehlerfrei. Die Soffleuse musste ganz selten eingreifen“, lobte er seine Schützlinge.

Die weiteren Aufführungstermine von „Dat söte Leven“ oder „La dolce Vita“ sind am Sonntag, 24. Januar, ab 10.30 Uhr, Sonnabend, 30. Januar, ab 19.30 Uhr, Sonnabend, 20. Februar, ab 19.30 Uhr und Sonntag, 21. Februar, ab 13 Uhr jeweils im Gasthaus Beneking. Der Eintritt kostet sechs Euro, Karten können unter Tel. 0176/83231862 reserviert werden. Zudem treten die Beckelner am Sonntag, 7. Februar, ab 15 Uhr auf der Neerstedter Bühne (Tel. 04432/1604) auf.

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