EU-Projekttag: Griechenland-Krise auch Thema bei Schulbesuch von Ansgar Focke in Harpstedt

„Wir helfen nicht – wir verdienen !“

„Europa ist toll und bringt uns allen was“, unterstrich der Landtagsabgeordnete Ansgar Focke.

Oldenburg - HARPSTEDT/LANDKREIS (boh) · „Wir helfen nicht – wir verdienen!“, erntete der Landtagsabgeordnete Ansgar Focke gestern Widerspruch, als er anlässlich des bundesweiten EU-Projekttages in der Haupt- und Realschule Harpstedt über die Chancen der Europäischen Union berichtete – und dabei gleichwohl an der aktuellen Griechenland-Krise nicht vorbei kam.

Interessiert diskutierten zwei zehnte Abschlussklassen mit dem Unionspolitiker, wobei der 28-Jährige aus Ganderkesee die Parteipolitik konsequent außen vor ließ.

„Die EU verbinden viele Menschen damit, dass Osteuropäer hierher kommen und uns angeblich die Arbeitsplätze wegnehmen“, kam Focke auf die allgemeine Europamüdigkeit zu sprechen. Er machte keinen Hehl daraus, dass er diese Einschätzung nicht teilt. „Europa ist total toll und bringt uns allen was“, sagte er. Im Übrigen auch den Haupt- und Realschülern. Die hätten die Chance, einen Teil ihrer Ausbildung über das „Leonoardo“-Programm im Ausland zu absolvieren. Voraussetzung sei, dass der Lehrbetrieb zustimme und die Reisekosten bezahle. Für Unterkunft und Verpflegung komme die EU auf. „Ihr erhaltet dann den europäischen Ausbildungspass, und damit wiederum habt ihr auf dem Arbeitsmarkt exzellente Chancen“, unterstrich der Landtagsabgeordnete. „Ihr müsst nur bereit sein, für eine gewisse Zeit – zwischen drei Wochen und neun Monaten – aus Deutschland wegzugehen“, warb er für das „Leonardo“-Programm. „Man sitzt dann in einem Betrieb und kann sich nicht verständigen, weil man die Sprache nicht beherrscht“, äußerte eine Schülerin Bedenken. Solche Berührungsängste versuchte Focke abzubauen. Es würden schon größere Unternehmen ausgesucht, wo die Jugendlichen Hilfestellung bekämen. Und gerade die Fremdsprachenkenntnisse, die der Einzelne neu erwerbe, verbesserten ja die beruflichen Chancen. „Auch ich selbst war im Ausland. Das hat mir Spaß gemacht und eine Menge gebracht. Ich weiß, dass nicht jeder dafür geschaffen ist, aber man sollte diese Möglichkeit zumindest in Betracht ziehen“, so der gelernte Versicherungskaufmann, der seit 2008 als „Vollzeitpolitiker“ im Landtag sitzt.

Eingangs schilderte Focke die Entwicklung der EU – von der Montan-Union über die Römischen Verträge bis hin zum Maastricht-Vertrag, der den Weg für den Euro ebnete. Die Erleichterung des Handels und die Einführung der Gemeinschaftswährung hätten zu mehr Wohlstand in den europäischen Ländern beigetragen, und damit entfalle ein Grund, Kriege zu führen. „Wer hat heute noch Angst, nach Frankreich zu fahren? Wer denkt noch daran, dass unsere Großeltern sich gegenseitig auf dem Schlachtfeld erschossen haben?“, kam Focke auf die friedensstiftende Wirkung des europäischen Zusammenwachsens zu sprechen.

Die Kredite, die Griechenland wieder kreditwürdig machen sollen, verteidigte er: „Wir leben schließlich in einer Wertegemeinschaft. Da sollte man schon aufeinander aufpassen. Wenn wir in der Lage Griechenlands wären, wünschten wir uns auch Hilfe.“ Damit lieferte Focke den Schülern eine Steilvorlage. Die wollten wissen, ob Deutschland Ähnliches drohe wie den Griechen. Der Abgeordnete machte deutlich, dass die Staatsverschuldung hierzulande (stolze 1,7 Billionen Euro) immer noch in einem einigermaßen vertretbaren Verhältnis zur Wirtschaftskraft stehe. „Es ist superschwer, mit dem Schulden machen aufzuhören. Aber wir müssen damit anfangen“, sagte Focke – wohl wissend, dass dies viel leichter gesagt ist als getan...

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