Rat wählt 48-Jährigen zum neuen Bürgermeister

Bert Mahlstedt rückt an Winkelsetter Gemeindespitze

Der neue Rat der Gemeinde Winkelsett hat sich am Dienstagabend konstituiert. Von links: Florian Fender, Jens-Uwe Wöhler, Christophe Constant, Bert Mahlstedt, Michael Müller-Hjortskov, Carsten Beneke, Volker Bahrs und Urte Kolweyh. Hille Perl wird wegen Abwesenheit nachträglich verpflichtet.
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Der neue Rat der Gemeinde Winkelsett hat sich am Dienstagabend konstituiert. Von links: Florian Fender, Jens-Uwe Wöhler, Christophe Constant, Bert Mahlstedt, Michael Müller-Hjortskov, Carsten Beneke, Volker Bahrs und Urte Kolweyh. Hille Perl wird wegen Abwesenheit nachträglich verpflichtet.

Winkelsett/Hackfeld – Während seiner konstituierenden Sitzung im Café „Eckig & Rund“ in Hackfeld hat der neue Rat der Gemeinde Winkelsett am Dienstagabend Bert Mahlstedt zum neuen Bürgermeister und Amtsnachfolger von Willi Beneke gewählt. Der 48-jährige Landwirt aus Reckum, verheiratet und zweifacher Vater, erhielt acht von acht möglichen Stimmen.

Der Rat war nicht ganz komplett. Die international gefragte Gambistin Hille Perl, nun für die Grünen im Kommunalparlament vertreten, fehlte wegen eines anderen, schon länger feststehenden Termins, den sie wahrnehmen musste.

Auf Bert Mahlstedts bisherigen Posten rückte als neuer erster stellvertretender Bürgermeister Carsten Beneke, Willi Benekes Sohn. Zweiter Stellvertreter bleibt Jens-Uwe Wöhler. Beneke wurde mit acht, Wöhler mit sieben Stimmen gewählt.

Verzicht auf Fraktionen und Ausschüsse

Völlig einig war sich der Rat darin, weiterhin auf Gemeindedirektor, Verwaltungsausschuss und Fachausschüsse zu verzichten. Fraktionen hielten die Unabhängige Wählergemeinschaft Winkelsett (UWGW) und auch die Grünen für überflüssig; daher gibt es keine im Rat. Als Verwaltungsvertreter des Bürgermeisters steht Bert Mahlstedt nun der auf seinen Vorschlag hin ohne Gegenstimme berufene Carsten Beneke zur Seite. Der bekam die Ernennungsurkunde noch in der Sitzung überreicht.

Der bisherige Bürgermeister verabschiedete vier Ratsmitglieder, die dem neuen Kommunalparlament nach fünf oder mehr Jahren Mitwirkung nicht mehr angehören: Je ein Weinpräsent erhielten Andreas Mikutta, Michael Witte, Hermann Hartlage und Andreas Tepe.

Willi Beneke verabschiedete Michael Witte, Hermann Hartlage, Andreas Tepe sowie Andreas Mikutta (von links) aus dem Gemeinderat – und wurde dann nach 30 Jahren Ratsarbeit und zehnjährigem Wirken als Bürgermeister selbst verabschiedet (Bild durch Anklicken unten rechts ganz öffnen).

Mit Besonnenheit auch durch teils schwieriges Fahrwasser

Die Verabschiedung Willi Benekes nach drei Jahrzehnten Ratsarbeit und einem Jahrzehnt Ratsvorsitz übernahm dessen Amtsnachfolger. „Du hast in deiner ruhigen, diplomatischen Art etliche Ratssitzungen geleitet. Ich glaube, es waren über 70. Wir sind ein sehr lebendiger Rat. Mit deiner Besonnenheit hast du uns gutgetan und uns auch durch manchmal schwieriges Fahrwasser gelenkt. Du hast deine Hausaufgaben gemacht, sodass wir frohen Mutes in die Zukunft blicken können“, sagte Bert Mahlstedt, ehe er dem angehenden Ratsruheständler einen Obstbaum und einen Gutschein für ein Essen überreichte. Zusätzlich gab es Blumen für Willi Benekes Ehefrau Hannelore. „Das Bäumchen wird ein sonniges Plätzchen kriegen“, versprach der aus dem Amt scheidende Bürgermeister.

„Berüchtigt“ für Sitzungen bis in die Puppen

Im Harpstedter Amtshof, so vermutete er, genieße der Winkelsetter Rat wohl einen ganz speziellen Ruf wegen seines Hangs zu häufigen und langen Diskussionen. „Allein in der vergangenen Wahlperiode haben wir 26-mal getagt und manchmal sogar bis Mitternacht durchgehalten. In letzter Zeit haben wir uns, was die Sitzungsdauer angeht, ein bisschen gebessert, glaube ich. Die Ratsarbeit ist von Höhen und Tiefen geprägt gewesen. Nach 30 Jahren Mitarbeit, davon zehn Jahre als Bürgermeister, habe ich das Gefühl, lange genug dabei gewesen zu sein. Und das eigentlich schon seit einem halben Jahr“, erklärte Willi Beneke seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur und sein Ausscheiden aus der aktiven Kommunalpolitik.

Gefühlt gab es nur ein Thema: die Windenergie. Manchmal frage ich mich, was wir eigentlich sonst noch so gemacht haben.“

Willi Benke

In seiner Amtszeit habe der Rat sehr viele Themen beraten; gefühlt habe es aber nur eins gegeben: die Windenergie. „Manchmal frage ich mich, was wir eigentlich sonst noch so gemacht haben“, ergänzte Beneke schmunzelnd. Den Windpark im Bereich Spradau/Kellinghausen auf den Weg zu bringen, sei spannend gewesen, wäre aber ohne den Sachverstand und die Arbeit von Samtgemeindebauamtsleiter Jens Hüfner nicht hinzukriegen gewesen. Überhaupt habe die Verwaltung in Harpstedt die Gemeinde Winkelsett insgesamt „wunderbar“ unterstützt. „Ohne euch“, so Beneke mit Blick auf den Ersten Samtgemeinderat Ingo Fichter, „wären wir ein bisschen aufgeschmissen gewesen.“ Den neuen Rat mit fünf Neuzugängen und nunmehr zwei Frauen nannte der bisherige Bürgermeister „sehr vielversprechend“. Er wünschte dem Gremium „fruchtbare Diskussionen und kluge Entscheidungen“.

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