Windpark-Planung: Schutzgemeinschaft Klein Henstedter Heide kann sich mit ihrem Wunsch nach einem Moratorium nicht durchsetzen

Rudi Geisler: „Die Zuhörer sind hier überhaupt nicht beteiligt worden“

Beckeln/Harpstedt - Für die Schutzgemeinschaft Klein Henstedter Heide wollte Rudi Geisler am Donnerstagabend im Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss der Samtgemeinde Harpstedt begründen, warum der Verein ein Moratorium wünscht – einen Aufschub der weiteren Schritte im Windpark-Flächennutzungsplanänderungsverfahren. In der Einwohnerfragestunde musste er sich aber darauf beschränken, Fragen zu stellen. Das missfiel ihm. „Wenn die Auslegung beschlossen ist, haben wir als betroffene Bürger und Landschaftsschützer keine Chance mehr, etwas dazu zu sagen. Wir hoffen ja gerade, Ihnen im Vorfeld deutlich machen zu können, dass eine Auslegung zu diesem Zeitpunkt nicht hilfreich wäre für Menschen, Natur und Landschaft“, argumentierte Geisler.

„Es ist nicht so, dass es für die Anwohner keine Möglichkeit mehr gäbe, Stellung zu beziehen. Ganz im Gegenteil“, verwies der Ausschussvorsitzende Günter Wöbse (CDU) auf das kommende – der frühzeitigen Beteiligung nachgeschaltete – Beteiligungsverfahren. Bauamtsleiter Jens Hüfner pflichtete bei: „Es geht ja heute gerade darum, in die Auslegung zu gehen, damit sich jedermann zu der Planung äußern kann.“ Diese Antwort stellte Geisler nicht zufrieden: In der ersten Beteiligungsrunde seien „alle Vorschläge, die gemacht worden sind, aufgrund von rechtlichen Vorgaben oder mit rechtlichen Argumenten zurückgewiesen“ worden. Es stehe zu befürchten, dass sich das wiederhole. Geisler apellierte an die Politik, sich selbst ein Bild zu machen von den „landschaftlich wertvollen Elementen“ in der von Windrädern bedrohten Klein Henstedter Heide. Am Ende der Sitzung zeigte er sich unzufrieden: „Die Zuhörer sind hier überhaupt nicht beteiligt und nicht in den Fokus der Betrachtung gezogen worden. Eine letzte Anmerkung, die Sie mir verzeihen mögen: Ich habe mehrere solcher Sitzungen auf Dötlinger und Ganderkeseer Seite mitgemacht. Nirgendwo hatten die Zuhörer so wenig Chancen wie hier, etwas zu fragen.“

„Hat sich der Ausschuss schon mal ein 200 Meter hohes Windrad im Live-Betrieb angeschaut? Oder wird alles nur am grünen Tisch und anhand von Papier entschieden?“, hinterfragte indes Markus Ehlers aus Klein Henstedt kritisch. Zur Höhe von Windenergieanlagen mache die Samtgemeinde im Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren gar keine Aussagen; Regelungen hierzu träfen die betroffenen Mitgliedskommunen in den konkreten Bauleitverfahren, so der Ausschussvorsitzende.

boh

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