Windpark: Einzuhaltende Abstandsvorschriften lassen „Baufenster“ erheblich schrumpfen

Wenig Fläche bleibt netto übrig

Winkelsett/Spradau - Die fertige Fundamentplatte deutet darauf hin: Die siebte Anlage im Windpark Spradau wird in Kürze errichtet. Weitere könnten in nicht allzu ferner Zukunft im direkten Umfeld folgen. Der Winkelsetter Rat hat am Dienstagabend einstimmig den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst, der die „Feinsteuerung“ innerhalb eines neuen Windpark-Sondergebietes nördlich von Spradau zum Ziel hat. Zugleich billigte das Gremium die Einleitung des frühzeitigen Beteiligungsverfahrens.

Das Areal, um das es geht, wird teilweise von dem bereits bestehenden Windpark umschlossen. Im laufenden 16. Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren der Samtgemeinde Harpstedt taucht es als Potenzialfläche 16.5 auf. Derzeit ist keineswegs sicher, ob sich dort tatsächlich die Flügel neuer Windenergieanlagen (WEA) drehen werden. Die F-Plan-Änderung hat bekanntlich noch mehrere Hürden zu nehmen, als da wären: die zweite Beteiligungsrunde, eine weitere Abwägung eingehender Anregungen, den Feststellungsbeschluss und schließlich die Genehmigung, für die sich der Landkreis Oldenburg bis zu drei Monate Zeit lassen kann.

Fällt das Areal nicht „heraus“, könnten dort vier große und zwei kleinere WEA entstehen; hinter einer davon steht allerdings ein dickes Fragezeichen; ob sie realisierbar wäre, hängt vom Verlauf der 380-kV-Leitung ab – beziehungsweise davon, ob die „Antragstrasse“ oder die „Alternativtrasse“ planfestgestellt wird. Aktuell gibt es zwei mögliche Verläufe.

„Wir müssen die Leitung so behandeln, als wäre sie schon da“, sagte Planer Hans Meyer, der im Winkelsetter Rat einen Vorentwurf für den angestrebten Windpark vorstellte. Er veranschaulichte, wie wenig von der Bruttofläche aufgrund einzuhaltender Mindestabstände zu Wohnhäusern (550 Meter), öffentlichen Straßen (30 Meter) oder auch den Grenzen des B-Plan-Geltungsbereiches (30 Meter) netto übrig bliebe. Zur geplanten 380-kV-Leitung seien „auf jeden Fall“ 100 Meter Distanz einzuhalten. Zwischen den ein-

„Zweigeteilte“

Höhenbegrenzung

zelnen WEA sei jeweils mindestens der dreifache Rotordurchmesser freizuhalten; aus angenommenen 70 Metern Durchmesser ergäben sich so schon Mindestabstände von 210 Metern. Zusätzlich lassen Zufahrten, Erschließungs- und Nebenanlagen die mit WEA bebaubaren „Fenster“ schrumpfen.

Im östlichen Teil des P-Plan-Geltungsbereiches sollen die Anlagen eine Höhe von 190 und im übrigen B-Plan-Gebiet von 210 Metern (über Geländeoberkante) nicht überschreiten dürfen. Die maximal zulässige Grundfläche des Fundamentes soll 400 Quadratmeter betragen. Ob es dabei bleibt, muss der weitere Verlauf des Bauleitverfahrens ergeben.

boh

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