Windmühle wieder funktionsfähig / Kämme in „dem richtigen Holz“ eingebaut

Flecken macht Ansprüche auf Gewährleistung geltend

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Die Harpstedter Windmühle ist wieder funktionsfähig.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Instandgesetzt ist seit einigen Wochen die Harpstedter Windmühle. Die Antriebstechnik funktioniert zur großen Erleichterung des Eigentümers Helmut Nienaber. Wer die Reparatur bezahlen muss, ist für ihn klar: „Ja wohl die Firma, die den Mist verbockt hat“, spielt der Müller auf gleich zwei Fehler an, die seiner Ansicht nach vor einigen Jahren ein Unternehmen beim Einbau der hölzernen Kämme gemacht hatte. Nienaber nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht ohne Umschweife von „Pfusch“. Eine andere Firma hat nun die Mängel im Zuge der jüngsten Instandsetzung behoben, so dass sich die Flügel endlich wieder drehen.

Die Kämme erfüllen im Prinzip die Funktion von Zahnradzähnen. Es sei nicht ratsam, sie, wie geschehen, aus Robinie zu fertigen, so Nienaber. „Das ist das falsche Holz“, urteilt der Müller. „Dafür nimmt man Weißbuche, und das hat auch die Reparaturfirma jetzt verwendet. Dieses Holz ist biegsam und hält“, fügt er hinzu.

Zudem – und das sei der zweite Fehler gewesen – habe die „Teilung“ nicht gestimmt. Will heißen: Die Abstände zwischen den Kämmen waren nicht gleich, die Toleranzen deutlich zu hoch. „Das variierte um zwei bis drei Zentimeter“, erläutert Nienaber. Kämme, die abbrachen, machten ihm die Nutzung der Mühle lange Zeit unmöglich.

Mehrfach hat er nach eigenem Bekunden das verantwortliche Unternehmen auf die Mängel hingewiesen, das aber die Ursachen dafür letztlich nicht selbst behoben habe. „Ich musste mir sogar sagen lassen, ich sei für die immer wieder abbrechenden Kämme verantwortlich und könne einfach nicht damit umgehen“, erinnert sich Nienaber.

Der Flecken Harpstedt hatte die Mühle, einen Galerie-Holländer, mit einer rund 600000 Euro teuren Renovierung vor dem Verfall bewahrt, die Finanzierung mit Eigenmitteln und Zuschüssen, auch Geld aus „Leader“, geschultert und Eigentümer Nienaber im Gegenzug vertraglich dazu verpflichtet, das Wahrzeichen innerhalb gewisser Grenzen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Zuge dieser Mammutmaßnahme waren auch besagte Kämme aus Robinienholz eingebaut worden. Nach Ansicht des Müllers müsste sich der Flecken die Aufwendungen für die jetzt erfolgte Instandsetzung bei dem Unternehmen zurückholen, das die Mängel verschuldet habe. „Das soll über Gewährleistungsansprüche abgewickelt werden“, bestätigte gestern der stellvertretende Gemeindedirektor Jens Hüfner auf Nachfrage unserer Zeitung.

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