Elke Lischkowitz überreicht im Harpstedter Flüchtlingscafé 29 Bücher, die das Erlernen der deutschen Sprache erleichtern

Willkommenspaket, das zur Integration beiträgt

Einen „großen Bahnhof“ gab es anlässlich der Übergabe der „Bücherkiste“ an die Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer in Harpstedt. - Foto: Rottmann

Harpstedt - Von Anja Rottmann. Dass Flüchtlinge Deutsch lernen, ist die wichtigste Voraussetzung für eine gelingende Integration. Dazu gehören passende Materialien. Elke Lischkowitz, Leiterin der Samtgemeindebücherei in Harpstedt, hat ein besonderes „Willkommenspaket“ geschnürt: Eine Kiste mit 29 Büchern soll helfen, Deutsch zu unterrichten und zu lernen – aber auch, Deutschland zu verstehen. Die Übergabe während des „Flüchtlingscafés“ in der Begegnungsstätte fand kürzlich großen Zuspruch.

Das Projekt wird finanziell durch das Landesamt für Soziales, Jugend und Familie und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Das Flüchtlingscafé steht allen 14-tägig immer montags von 15 bis 17 Uhr offen; ab Ende Mai wird es abwechselnd pro Monat je einmal in der Begegnungsstätte und einmal in der Christuskirche stattfinden. Bei Winfried Schreppel, Mitinitiator der Flüchtlingsinitiative, laufen alle Fäden zusammen. Es sei unheimlich wichtig, dass sich die Asylsuchenden untereinander träfen, sagt er. Doch sie müssten eben möglichst auch mit den Bürgern aus dem Ort Kontakte pflegen, „um die Sprache weiter zu lernen“.

Pastor Gunnar Bösemann gehört der Initiative ebenfalls an. „Wir sind immer froh, wenn wir Leute finden, die ehrenamtliche Patenschaften übernehmen und Kontakt mit den Betroffenen halten. Die Begleitung zu Ärzten oder das Mitnehmen zu Kulturveranstaltungen sind ebenfalls wesentliche Bestandteile unserer Arbeit“, so der Geistliche.

Hilfe auf vielen Ebenen

Winfried Schreppel liegen besonders die Patenschaften am Herzen: „Gerade bei Eltern mit kleinen Kindern machen sie viel Sinn. Eine direkte Bezugsperson kann allein durch ihre Anwesenheit bei Fragen und Unsicherheiten Ängste und Probleme aus der Welt schaffen“, weiß er.

Große Bedeutung misst die Initiative dem Deutschunterricht bei, der zweimal wöchentlich in der Begegnungsstätte angeboten wird und nun mit den erhaltenen Büchern eine zusätzliche Unterstützung erfährt. Besonders die Kinder unter den Asylsuchenden gelten als sehr wissbegierig. Mittlerweile hat sich der Kreis der Ehrenamtlichen auf ungefähr 50 Frauen und Männer ausgeweitet, die sich in sehr unterschiedlichen Bereichen engagieren.

Nach wie vor kümmert sich indes „Fahrraddoktor“ Dietmar Kaiser darum, Fahrräder für Flüchtlinge wieder flott zu machen oder auch aus mehreren defekten ein brauchbares zu „basteln“. Dafür benötigt er natürlich jede Menge Ersatzteile. Wer ihm mit Sachspenden weiterhelfen will, melde sich unter Tel: 04244/2332. Ist keine „Renovierung“ notwendig, kann die Abgabe von Fahrrädern auch über das Kirchenbüro erfolgen. Wer Möbel spenden will, die noch gut in Schuss sind, möge sich an die Kirche oder die Samtgemeinde Harpstedt wenden.

Über gebrauchte Skateboards, Inliner, Roller und dergleichen würden sich speziell Flüchtlingskinder freuen. Für solche Spenden ist die an Dienstagnachmittagen geöffnete DRK-Kleiderkammer in der Harpstedter Delmeschule die richtige Adresse.

Die VGH-Stiftung hat unterdessen im Zuge ihres Projekts „Mach mit – Deutsch lernen mit Bildern“ der Samtgemeindebücherei in Harpstedt drei verschiedene Exemplare von Bildwörterbüchern zur Verfügung gestellt. Die sind ab sofort jeweils in fünffacher Ausführung vorhanden. Die Flüchtlinge haben die Möglichkeit, sie kostenlos auszuleihen. Diese Lektüre eignet sich besonders gut für den Aufbau eines Grundwortschatzes.

Das visuelle Buch „Deutsch als Fremdsprache“ beinhaltet 6 000 Vokabeln; das Bildwörterbuch verfügt sogar über 7 500 Begriffe und Redewendungen in 3 000 topaktuellen Bildern für Alltag, Beruf und unterwegs. Letzteres ist in Deutsch, Englisch, Arabisch und Dari geschrieben. Speziell an die Kinder richtet sich das als Starthilfe besonders gut geeignete „MultiKulti-Bildwörterbuch“ in denselben Sprachen. In 16 verschiedenen Themenwelten aus dem Kinder-Alltag werden über 1 400 Wörter dargestellt.

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