Baldiges Ende geplant

Künstlerin des Projektes „Civil Wilderness“ zieht Bilanz

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„Hier gelten keine Verbote“: Die Flächen stehen noch immer in Harpstedt zum Besuch und der Beschäftigung bereit.

Harpstedt - Von Alina Pleuß. „Hier gelten keine Verbote“: Im vergangenen Juli stellten die Künstlerinnen Helene von Oldenburg und Claudia Reiche ihre „Civil Wilderness“- Installationen in Harpstedt als eines von zehn Projekten im Rahmen der kreisweiten „Diversitätskorridore“ vor. Ein Ende der Aktion ist nun bereits in Sicht. Doch was hat das Projekt genau bezweckt und wie ist das Resümee der Künstlerinnen?

Die mit Bändern und Pfählen abgegrenzten Räume wurden mit bestimmten Regeln definiert. In einem der unterschiedlich großen „Bezirke“ am Amtshof in Harpstedt gelten beispielsweise keine Verbote (Bezeichnung: #11). In der markierten Fläche ein Stück weiter, ist es verboten, Gewohntes zu verändern (#12), und in einer anderen ist sowohl das Betreten als auch jede Störung verboten (#13). 

Im Rosenfreibad ist ebenfalls ein abgegrenzter Platz installiert, der weder betreten noch gestört werden darf (#10). Noch bis ins Frühjahr sollen die Aktionen weiterlaufen, erläutert von Oldenburg. „Wir setzen uns im Februar mit Bürgermeister Herwig Wöbse zusammen und besprechen, wie und wann genau wir das Projekt enden lassen wollen.“

Bereits im Juli lockte das Projekt viele Besucher an, die sich interessiert mit den Flächen auseinandersetzten.

Doch schon jetzt kann sie eine Bilanz ziehen: „Die Aktion wurde gut angenommen, dennoch hätten wir uns ein wenig mehr Beteiligung gewünscht“, so von Oldenburg. Gefreut haben sie und Reiche sich dennoch über viele Einsendungen von Besuchern, die Fotos, Kommentare und Ideen zu den Flächen abgegeben haben. „Es ist sehr interessant zu erfahren, was für Überlegungen bei den Besuchern aufgekommen sind.“ Beispielsweise hat eine Frau angefangen, im Bereich „Hier gelten keine Verbote“ mit Stöcken einen Turm zu bauen. 

Andere Besucher haben sich Huckepack genommen oder sogar getanzt. Wieder andere hätten laut von Oldenburg über die genaue Bedeutung von Wildnis und „wild sein“ nachgedacht. „Das ist es, wozu wir mit dem Projekt anregen wollten: Über die Wildnis nachzudenken und die Menschen dazu zu bringen, zu hinterfragen: ,Was soll das hier? Finde ich das gut oder nicht? Und warum?‘“, so von Oldenburg. Das Projekt soll eine kleine Störung im Alltag darstellen – eine minimale Provokation.

Die Erkenntnis eines Besuchers: Wildnis ist überall. Und besonders die Routine und alltägliche Wiederholung hat etwas Wildes in sich – da man sie nicht stoppen kann. „Das sind Gedanken, die wir so vorher nicht hatten, das ist sehr interessant.“ Die verschiedenen Einsendungen wolle sie demnächst überarbeitet auf der Internetseite veröffentlichen, sagte von Oldenburg.

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