Wildeshauser findet angefahrenes Tier in der Samtgemeinde Harpstedt

Fundkater mit Kieferbruch: Schnelle Hilfe schwierig

+
Der verletzte Kater bei der Untersuchung in der Tierklinik Posthausen.

Harpstedt/Wildeshausen - Von Sophie Filipiak. Wohin mit einem verletzten Fundtier, das auf schnelle Hilfe angewiesen ist? In der Samtgemeinde Harpstedt ist das eine schwierige Frage, wie der Wildeshauser Michael Haake am Mittwoch feststellen musste.

Der 45-Jährige war gerade auf dem Nachhauseweg, als er am Nachmittag zwischen Holtorf und Beckstedt einen verletzten Kater mitten auf der Straße fand. Haake hielt sofort an und nahm ihn genauer in Augenschein. „Der Kater war schwer verletzt, blutete aus Mund und Nase und hatte schon einige Zähne verloren“, erzählte er gestern.

Der Wildeshauser wickelte das Tier in eine Wolldecke und verfrachtete es ins Auto. Er erreichte zwar telefonisch keine Tierärzte in der näheren Umgebung, zum Glück betreibt seine Frau Simone aber eine Tierarztpraxis in der Kreisstadt. Dort angekommen, wollte Haake seinen Fund – „leider ein unregistrierter Kater“ – beim Tierheim Bergedorf in Ganderkesee, das für Fundtiere in der Samtgemeinde zuständig ist, melden. „Dort lief aber nur ein Band mit den Öffnungszeiten“, sagte Haake. Eine Notfallrufnummer wurde nicht angegeben. Im Samtgemeindebüro konnte er auch niemanden erreichen.

So brachte er das verletzte Tier in die Tierklinik in Posthausen, wo der Kater untersucht wurde. Die Diagnose gestern Vormittag war ernüchternd: Ein komplizierter Kiefer- und Beckenbruch. Eine Operation würde rund 500 Euro kosten.

Haake ließ nicht locker und konnte endlich jemanden beim Fundbüro der Samtgemeinde erreichen: „Dort hat man eine Notfallnummer vom Tierheim, gibt diese aber nicht heraus, damit nicht zu viele anrufen.“ Für den Wildeshauser ein Unding: „Nicht jeder Mensch hätte umgedreht, um dem Kater zu helfen. Nicht jeder Mensch wäre vermutlich gleich zum Tierarzt gefahren. Kaum einer, der nicht im Thema ist, weiß, dass nicht mehr die Tierschutzgruppe Wildeshausen, sondern ein Tierheim nahe Ganderkesee zuständig ist. Und hier komme ich an den Punkt, wo die meisten Menschen wahrscheinlich aufgegeben hätten oder aber die Tierschutzgruppe Wildeshausen wäre eingesprungen.“

Die Samtgemeinde habe vor einigen Jahren den auslaufenden Vertrag mit der Tierschutzgruppe nicht verlängert, erklärte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. Seitdem ist es notwendig, dass Finder von herrenlosen und/oder verletzten Tieren zuerst das Fundbüro kontaktieren. Dieses verständigt dann das Tierheim Bergedorf. „Das ist besser so, zumal die dortigen Mitarbeiter meist mit den Örtlichkeiten in der Samtgemeinde nicht vertraut sind, und wir sie so gezielt zu dem Fundort lotsen können“, so Wöbse. Sei das Büro nicht besetzt, könne auch auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen werden. In akuten Fällen könne auch die Polizei gerufen werden. So bleibe der Finder nicht auf den Behandlungskosten sitzen, die übernehme die Samtgemeinde. Wichtig sei laut Samtgemeindebürgermeister, dass vor dem Tierarztbesuch die Behörden verständigt werden.

Mittlerweile hat sich auch das Tierheim gemeldet. Der Vierbeiner soll von einem Vertragstierarzt in Hude versorgt werden. Wie groß die Genesungschancen sind, lässt sich erst nach der Operation einschätzen. Ebenso wie die Chancen einer anschließenden Vermittlung, wenn das Tier doch noch gesund wird.

Mehr zum Thema:

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Meistgelesene Artikel

Aldi rechnet mit Neubau an der Harpstedter Straße in 2018

Aldi rechnet mit Neubau an der Harpstedter Straße in 2018

Herrlichkeit: Denkmalschutz sorgt für Veränderungssperre

Herrlichkeit: Denkmalschutz sorgt für Veränderungssperre

Heckenbrände nehmen in ihrer Bedrohlichkeit zu

Heckenbrände nehmen in ihrer Bedrohlichkeit zu

Tankstellen überfallen - Polizei nimmt Verdächtigen fest

Tankstellen überfallen - Polizei nimmt Verdächtigen fest

Kommentare