Infrastruktur in Beckeln stirbt

Lebensmittelgeschäft Beneking ist seit zwei Wochen Geschichte

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Seit Ende 2017 geschlossen: das Lebensmittelgeschäft Beneking an der Wildeshauser Straße 1 in Beckeln.

Beckeln - Von Jürgen Bohlken. Eine halbe Ewigkeit hat das Geschäft bestanden – lange Zeit integriert in das Gasthaus Beneking. Ende 2017 aber kam das Aus: Das Lebensmittelgeschäft Beneking an der Wildeshauser Straße 1 in Beckeln ist seither Geschichte – und damit ein weiteres Stück dörflicher Infrastruktur gestorben.

Neben gesundheitlichen gaben letztlich auch wirtschaftliche Gründe den Ausschlag. „Es hat sich einfach nicht mehr gelohnt“, sagt Edo Beneking. Er war 1961 als 21-jähriger Heranwachsender zu dem Kolonialwarenladen gekommen, nachdem seine Tante Gerda Schütz, geborene Beneking, das Gasthaus Beneking geerbt hatte.

Die mittlerweile hochbetagte Erbin lebt übrigens noch. Sie wird im örtlichen Altenheim gepflegt. Edo Beneking sei im Gasthaus Beneking aufgewachsen, verrät Altbürgermeister Heinz Nienaber. Beide kennen sich gut – schon aus der gemeinsamen Schulzeit. Seine kaufmännische Lehre habe Edo Beneking in Ströhen absolviert. Nienaber bescheinigt ihm, ein pfiffiger Geschäftsmann zu sein, der es mit Tüchtigkeit und Cleverness weit gebracht habe – bis hin zu Supermärkten in Bruchhausen-Vilsen, Twistringen und Harpstedt (ehemals „Alpha“) unter seinen Fittichen.

Heide Beneking (heute 72), die Ehefrau, kümmerte sich lange Jahre um den 1962 an der Wildeshauser Straße in Beckeln erbauten Kolonialwarenladen. „Edo fuhr früher zusätzlich mit einem Verkaufswagen über die Dörfer“, erinnert sich Nienaber. Die Wurzeln des Benekingschen „Tante-Emma-Ladens“ reichen viel weiter zurück als nur bis in die 1960er-Jahre. Sogar mehr als 100 Jahre. Einst befand sich das Geschäft unter einem Dach mit der Gaststätte Beneking, die früher zusätzlich eine Poststelle beherbergte.

Lange lief das Geschäft gut

Lange Jahre lief das Kolonialwarengeschäft gut. In der Blütezeit bedurfte es Angestellter und der Ausbildung von Lehrlingen, um den Laden schmeißen zu können. Als landauf, landab nach und nach immer mehr Supermärkte wie Pilze aus dem Boden schossen, ging diese Entwicklung einher mit einem Aussterben der kleinen Lebensmittel- und Kolonialwarenläden. Ein Tod „auf Raten“. Manche Geschäfte konnten sich – wie etwa Milch Dechant in Harpstedt – vergleichsweise lange halten; andere strichen dagegen früh die Segel. 

Dass nun auch bei Beneking der Schlüssel endgültig umgedreht worden ist, hat viele Gründe – und einen ganz konkreten „Auslöser“: Nach der Schließung der Bäckerei Stratmeyer in Harpstedt rechnete sich das Geschäft endgültig nicht mehr. Die von Stratmeyer gelieferten Brötchen und weiteren Backwaren hatten dem Laden in Beckeln zumindest noch ein bisschen Kundschaft beschert. „Doch das ist dann leider weggefallen“, bedauert Edo Beneking. Dass den 77-Jährigen und seine Frau zudem gesundheitliche Probleme plagen, hat sich nicht nur in Beckeln längst herumgesprochen.

Der schon seit vier Wochen laufende Räumungsverkauf des (ehemaligen) Lebensmittelgeschäftes geht nun in die Schlussphase. Der Getränkegroßhandel bleibt erhalten.

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