Posaunenensemble der Musikhochschule Hannover

„Wenn man in Harpstedt spielt, dann hat man’s geschafft“

Die Studierenden unterstrichen den Facettenreichtum der Posaune im Konzert. Foto: Rottmann

Harpstedt - Rund 200 Zuhörer haben am Sonntag in der Harpstedter Christuskirche das Konzert des Posaunenensembles „Bon Appétit“ der Musikhochschule Hannover verfolgt. Die Musiker um Dirigent Hannes Dietrich machten Appetit auf handgemachte Musik, die ganz auf Großbritannien zugeschnitten war, und demonstrierten den Facettenreichtum ihrer Instrumente.

Krankheitsbedingt etwas „geschrumpft“, trat das Ensemble mit zwölf Mitwirkenden auf. Die Zuhörer erlebten beeindruckende Bass-, Tenor- und Altposaunen mit einem Tonumfang von mehr als vier Oktaven. Im einleitenden „A Breach of the Peace“ von Simon Wills kamen Dramatik, leise und verruchte Töne zusammen. „Es gibt nicht viele Werke, die im Original für Posaunen geschrieben sind. Heute haben wir die Hälfte davon dabei. Ich bin quasi der Lehrbeauftragte des Ensembles seit drei Semestern. Posaunist Sebastian Voß ist als Lokalmatador für das heutige Konzert verantwortlich“, erläuterte Dietrich. Der aus Harpstedt stammende Voß studiert seit Oktober 2014 Instrumentalpädagogik und möchte später hauptsächlich als Musiklehrer tätig werden. 

Die Kammermusik „Trombone Quartet Op. 117“ in drei Sätzen von Derek Bourgeois, als zweites Stück vorgetragen, spielte er auch für seinen künstlerischen Abschluss nach vierjährigem Studium zum Erwerb des Bachelors. Er plane, „noch zwei weitere Jahre dranzuhängen, um meine pädagogischen Sichtweisen zu erweitern und im besten Fall meinen Master zu machen“, so Sebastian Voß gegenüber unserer Zeitung. Richtig gut beim Publikum punkten konnte das Ensemble mit einem Arrangement der Filmmusik aus „Pirates of the Caribbean“. Dazu übergab Dietrich den Dirigentenstab an Tim Kuhlmann, um selbst an der Posaune aktiv zu werden.

„Five Games“, von Blechbläserlegende Peter Gane geschrieben, habe etwas „von einem Uhrwerk, das immer wieder von vorne anfängt“, erklärte Dietrich. „Wir werden das Stück mit acht Posaunen vortragen“, kündigte er an.

In der Pause bot der Freundes- und Förderverein Christuskirche Harpstedt Wein an. Kraftvoll und dynamisch ging es weiter mit der Ouvertüre von Georg Friedrich Händels „Music for the Royal Fireworks“ für acht Posaunen sowie Auszügen aus Peter Warlocks „Capriol Suite“ in drei Sätzen aus Renaissance-Zeiten. Begeisterung weckte das Meisterwerk „Bohemian Rhapsody“ der Rockband Queen. „Hierbei werden lose Zusammenstellungen von verschiedenen Musikabschnitten in sechs Teilen vorgetragen“, teilte Dietrich vorweg mit. An „Trombone Octet“ von Gordon Jacobs knüpfte er Erinnerungen: „Ich habe selbst als Student 2006 für dieses Stück einen Preis für den weltbesten Posaunenchor gewonnen. Nun hier vor diesen Studenten zu stehen und dies zu präsentieren, ist etwas ganz Besonderes für mich.“

Dietrichs Anmoderation der Zugabe „Serenade for Wind Band“ sorgte für Erheiterung: „In Hannover sagt man immer, wenn man in Harpstedt spiele, dann hätte man’s geschafft.“ Dem Dirigenten und den Ensemblemitgliedern Oliver Rülicke, Benedikt Deeken, Sebastian Voß, Rasmus Rauterberg, Eike Nimz, Svea Struckmann, Franziska Woite, Tim Kuhlmann, Jakob Meyer, Tine Bizajl und Lara Lütkemeyer gelang es, den Besuchern einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Brandender Applaus und Ovationen waren der Lohn für ein Programm, das unter die Haut ging und Lust auf mehr machte.  aro

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