Wenn alte Möbel baden gehen

Zu bequem, den Sperrmüll zu bestellen? Immer wieder findet der Ochtumverband Ausrangiertes und Müll in den von ihm betreuten Gewässern.
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Zu bequem, den Sperrmüll zu bestellen? Immer wieder findet der Ochtumverband Ausrangiertes und Müll in den von ihm betreuten Gewässern.

Sieht irgendwie ganz gemütlich aus, so ein Sessel auf dem Wasser – wenn es denn ein Schwimmbecken und ein Luftmöbel wären. Doch zu seinem Unmut muss der Ochtumverband immer wieder Müll aller Art aus den Gewässern der Region fischen.

Harpstedt/Delmenhorst – Zuletzt war es ein gelber Sessel, der auf dem Randgraben, einem Nebengewässer der Delme in Delmenhorst-Hasbergen, trieb. Regelmäßig, berichtet Matthias Stöver, Geschäftsführer des in Harpstedt ansässigen Ochtumverbands, würden Möbelstücke, Sperr- und Restmüll, teilweise sogar Elektrogeräte, am Rand oder direkt in den Gewässern der Region entsorgt. „Das ist natürlich immer total ärgerlich“, sagt er.

Der schwimmende Sessel, auf den der Verband von Anliegern aufmerksam gemacht worden sei, sei „eher ein Novum“. Doch: „Wir hatten das auch schon in Delmenhorst, dass ganze Wohnzimmer in die Delme gekippt wurden.“ Auch im aktuellen Fall habe es noch weitere Teile einer Couchgarnitur gegeben, die am Ufer entsorgt worden waren. „Wir finden die ganze Palette: von Küchenmöbeln bis zur Waschmaschine. Man fragt sich: Wie ist sowas möglich?“, ärgert sich Stöver.

Es gebe zwar Hotspots, aber grundsätzlich würden ein- bis zweimal im Monat aus der gesamten Verbandsregion widerrechtlich entsorgter Müll in oder an Gewässern gemeldet, bilanziert Stöver. Dabei sei zu beobachten, dass in den ländlichen Gebieten eher große Einzelteile gefunden würden und in städtischen Bereichen häufig Restmüll oder ähnliches abgeladen würde. „Verborgene Plätze“, die nicht gut einsehbar seien oder wo ein Auto direkt bis ans Ufer fahren könne, sind dem Geschäftsführer zufolge beliebt. Das sei möglicherweise auch der Grund, weshalb der Ochtumverband in der Gegend des Regenrückhaltebeckens am Schlutterdamm in Delmenhorst regelmäßig Abfälle beseitigen müsse. Einmal monatlich seien die Mitarbeitenden vor Ort, um Sperr- und sonstigen Müll zu entfernen.

Personal und Fahrten zahlt der Verband

Entdecken sie bei einer Gewässerkontrolle oder dank eines Hinweises aus der Bevölkerung etwas, was auf den Wertstoffhof oder in die Tonne gehört, sprechen sich die Beschäftigten des Verbands zunächst mit der Abfallbehörde des jeweiligen Landkreises ab. „Der Müll wird dann geborgen und zur Umschlagstation gebracht“, erläutert Stöver das weitere Verfahren. Für die Entsorgung fallen zwar keine zusätzlichen Kosten an, aber natürlich müsse der Verband die Fahrten sowie die Arbeitszeit seiner Mitarbeitenden zahlen. „Auf den Kosten bleiben wir auf alle Fälle sitzen.“

Während der Geschäftsführer von einem „konstanten Niveau“ der Vorfälle spricht, hatte das Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg im Juni berichtet, dass illegale Müllablagerungen zunehmen. 881 Fälle habe es 2019 gegeben, das ist der seit Beginn der Zählung im Jahr 2005 höchste Wert. Allein für die Samtgemeinde nannte die Verwaltung 117 Fälle.

Dagegen anzugehen sei schwierig, findet Stöver. Es sei schließlich nicht möglich, überall in Gewässernähe Schilder „Hier keine Müllablagerung“ aufzustellen – und es sei ja eigentlich selbstverständlich, das nicht zu tun. Dem Ochtumverband bleibe nur übrig, an die Menschen zu appellieren, ihren Abfall korrekt zu entsorgen.

Müll entdeckt?

Wer in einem Gewässer im Gebiet des Ochtumverbands Abfall entdeckt, kann sich direkt dort melden, Telefon 04244/92680. Für wilde Müllablagerungen innerorts ist die Samtgemeinde Harpstedt (Telefon 04244/820) zuständig, andernfalls kann das Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg, Telefon 04431/85443, benachrichtigt werden.

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