Wenige Handgriffe - nützliches Ergebnis

Sandra Bischoff stellt mit Interessierten Insektenhotels in der Oberschule Harpstedt her

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Konservendosen bildeten die Grundlage für die selbst gebauten Nisthilfen für Insekten. 

Harpstedt - Von Tamino Büttner. Ein paar Handgriffe - und fertig ist die neue Insektennisthilfe für den heimischen Garten. Die Nabu-Ortsgruppe Harpstedt hatte kürzlich in die Werkräume der Oberschule Harpstedt eingeladen. Interessierte bekamen aufgezeigt, wie schnell sich Insektennisthilfen auf der Basis von Konservendosen zusammenbauen lassen. Mit Rat und Tat stand ihnen bei der Herstellung die Biologin Sandra Bischoff vom Nabu Oldenburger Land zur Seite.

Zu Beginn vermittelte die Expertin grundsätzliche Informationen zu Wildbienen. So fragte sie die Jüngsten, mit wie vielen Mitschülern sie zur Schule gehen. Antwort: „Wir haben 300 bei uns.“ Darauf erwiderte Bischoff: „Und jetzt stellt euch vor, dass es in Niedersachsen und Bremen über 343 verschiedene Bienenarten gibt!“ Eine beeindruckende Zahl, fanden die Kinder.

Die Biologin stellte einige Bienenarten vor und beschrieb deren Besonderheiten. Wildbienen ließen sich an ihrem „dreiteiligen Aufbau“ erkennen, hätten sechs Beine, vier Flügel und eine Wespentaille; sie seien - anders als die Wespe - Vegetarier. Sodann leitete Bischoff zu Sinn und Zweck des Workshops über: „Insbesondere die Löcher- und Scherenbienen werden sich in unseren Dosennisthilfen niederlassen“, verkündete sie. Rund ein Drittel der Bienen niste oberirdisch, zwei Drittel hingegen unterirdisch. „Gekaufte Nisthilfen sind oft nur gut gemeint“, verdeutlichte die Biologin anhand von Fotobeispielen. Harthölzer wie Eiche, Buche und Obstgehölze gehörten ebenso wie markhaltige Stängel und Lehm zu den richtigen Zutaten für eine gute Nisthilfe. Beim Totholz müsse die Bohrstärke zwischen drei und acht Millimetern liegen. Kleinere und größere Löcher seien nicht geeignet. Durch die Zusammenstellung der gekauften Insektenhotels siedelten sich etwa Ohrwürmer oder auch Ohrenkneifer in den Nisthilfen an und brächen die Löcher der Bienen auf. Loses Material sei stets zu befestigen beziehungsweise mit Draht und einer Schnabellänge Abstand zu sichern, damit die Vögel es nicht für die eigenen Nester verwenden.

„Dieser Workshop ist der Auftakt zu einer Reihe weiterer Veranstaltungen im Landkreis Oldenburg“, gab die Nabu-Ortsgruppensprecherin Eva Heinke bekannt. Der Nabu Oldenburger Land wird innerhalb der nächsten zwei Jahre Workshops, Informationsveranstaltungen und Infostände sowie Exkursionen anbieten, um für den Schutz der Insekten einzustehen und etwas gegen deren Rückgang zu tun. Das Projekt wird im Landkreis durch die Nabu-Stiftung Oldenburgisches Naturerbe durchgeführt und dabei von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung mit 46 900 Euro gefördert. Der Nabu ist auch auf dem „Markt der Möglichkeiten“ am 29. März beim Kreishaus vertreten. Diese Veranstaltung wird vom Landkreis Oldenburg organisiert. Laut Sandra Bischoff können sich Gartenbesitzer dort beraten lassen. Startersets würden verteilt. Sie beinhalteten jeweils eine Insektennisthilfe, ein Staudenpaket mit zwölf insektenfreundlichen Pflanzen sowie einen Insekten-Naturführer.

Weitere Informationen:

www.nabu-oldenburg.org/wir-über-uns/nabu-stiftung/insekten-retten

Die Nabu-Gruppe Harpstedt trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat, 19.30 Uhr, im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ (Interessierte sind das nächste Mal am 13. März willkommen). Sie kümmert sich auch um zwei Blühflächen, die Claus Grote und Wolfgang Jerebic federführend betreuen.

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