Wechsel in der Geschäftsführung des Trägervereins nach 18 Jahren

Das „Mikado“ ist erwachsen geworden

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Heidrun Nolte (rechts) hat als Nachfolgerin von Claudia Sanner (links) die Geschäftsführung des Vereins für ganzheitliches Lernen übernommen – und führt damit nun auch die Geschäfte des Kultur- und Tagungshauses „Mikado“.

Horstedt - Von Jürgen Bohlken. In 18 Jahren sei das „Kind“ erwachsen geworden, sagt Claudia Sanner im Rückblick auf ihre Zeit als Geschäftsführerin des Vereins für ganzheitliches Lernen über das Kultur- und Tagungshaus „Mikado“ in Horstedt. Es sei an der Zeit loszulassen, findet die Harpstedterin, die sich mit Beginn des kommenden Jahres einer neuen Herausforderung stellt: Die 50-Jährige wird dann als alleiniger hauptamtlicher Vorstand das operative Geschäft des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) in Hannover führen.

Sie hinterlässt ein gut bestelltes Feld. Um die Geschäftsführung des Vereins für ganzheitliches Lernen als Träger des Kultur- und Tagungshauses „Mikado“ sowie des „Zentrums PrinzHöfte“ kümmert sich seit dem 1. November Heidrun Nolte aus Bremen. Die 46-Jährige hat Geografie mit Schwerpunkt Landschaftsökologie studiert. In zwölf Jahren als stellvertretende Geschäftsführerin des Nabu-Landesverbands Bremen fielen unter anderem Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit sowie politische Naturschutzarbeit einschließlich der Leitung von Artenschutzkampagnen in ihr Wirkungsfeld.

Im Horstedter „Mikado“ und im Schulenberger „Zentrum PrinzHöfte“ warten nun neue Aufgaben auf sie. Das Spektrum reicht von der Mitgliederverwaltung über die Buchhaltung bis bin zur Pflege der Kontakte mit dem ehrenamtlichen Vorstand des Vereins für ganzheitliches Lernen, der vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben worden war und seine Arbeitsschwerpunkte auf Freinet-Pädagogik und Permakultur gelegt hat. Die Defizitabdeckung für den Betrieb der Freinet-Kita durch die Samtgemeinde Harpstedt will gesichert werden. Bei Bedarf sind Bau- und Reparaturmaßnahmen an den Häusern zu schultern und die Mittel dafür – gegebenenfalls über Darlehen – zu akquirieren. Nicht zuletzt obliege es der Geschäftsführerin, dem Vereinsvorstand im operativen Geschäft „den Rücken freizuhalten“, weiß Claudia Sanner. Sie selbst habe sich im übertragenen Sinne immer auch „als Hebamme verstanden“. Will heißen: Sie leistete „Geburtshilfe“ beim Umsetzen von Ideen.

Die Diplom-Mathematikerin, die in ihrem Studium den Schwerpunkt auf Betriebswirtschaft gelegt hatte, verhalf nicht zuletzt dem „Mikado“ maßgeblich mit zu einem erfolgreichen „Start ins Leben“. 1996, als sie die Geschäftsführung übernahm, erwarb der Verein für ganzheitliches Lernen das vormals als Jugendherberge genutzte Gebäude auf der Großen Höhe von der Stadt Delmenhorst. Seit der Inbetriebnahme im Januar 1998 hat es sich als Kultur- und Tagungshaus etabliert. „2014 gab es etwa 3300 Übernachtungsgäste. Das entspricht einer Belegungsquote von ungefähr 68 Prozent und liegt ein wenig unter dem Niveau des Vorjahres“, so die bisherige Geschäftsführerin. Der Seminarbetrieb finanziere sich im Wesentlichen aus den Teilnahmegebühren. Die Bildungszuschüsse machten lediglich etwa fünf Prozent aus. „Das Ganze würde nicht funktionieren, wenn sich nicht viele Menschen konzeptionell und inhaltlich einbrächten“, weiß Claudia Sanner. 2015 sei das „Mikado“ an den Wochenenden schon nahezu ausgebucht. Auch diverse Chöre hätten das Haus für sich entdeckt und sich dort vorübergehend „eingemietet“.

Die Wildnisschule Wildeshausen nutzt es mitsamt Außengelände ebenfalls. „Sie registrierte in der vergangenen Saison fast 3000 Besucher“, erläutert Claudia Sanner. „Es ist schön zu sehen, wie sich all das, was sich über Jahre entwickelt hat, Anerkennung findet“, resümiert sie und macht diese These beispielhaft an der Freinet-Kita des „Zentrums PrinzHöfte“ und deren Anerkennung als Konsulationskindergarten fest. Das „Mikado“ zu entwickeln, sei indes nicht immer einfach gewesen, zumal es ein altes Gebäude sei – und mit 13 Zimmern sowie einem Seminarraum obendrein ein recht kleines. Mittelfristig werde wohl eine räumliche Erweiterung nötig sein, vermutet Sanner. Möglicherweise eine Aufgabe für Heidrun Nolte, die es nun selbst in der Hand hat, für den redensartlichen „frischen Wind“ zu sorgen und neue Ideen einzubringen.

Der VNB als professionelles Bildungs(netz)werk ist Claudia Sanner längst vertraut – wegen ihres eigenen bisherigen „halb ehrenamtlichen“ Wirkens dort. Aber auch, weil der Verein für ganzheitliches Lernen „praktisch seit Anbeginn Mitglied ist“ und weil „Seminare, die wir anbieten, in pädagogischer Verantwortung des VNB laufen“.

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