Wanderung mit nachfolgendem „Schlachtfest-Essen“ mündet in lebhafte Diskussion

Große Politik und kalorienreiche Kost

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Klaus Budzin (links stehend) freute sich darüber, dass auch die Abgeordneten Susanne Mittag (Bundestag) und Axel Brammer (Landtag) den Termin wahrnahmen.

Harpstedt - In eine lebhafte Debatte über die aktuelle „große“ Politik mündete am vergangenen Sonnabend die traditionelle Wanderung mit „Schlachtfest-Essen“ im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ auf Einladung des SPD-Ortsvereins. Nachdem sich die fast 30 Gäste am reichhaltigen Buffet gelabt hatten, bat der Vorsitzende Klaus Budzin die beiden Gäste aus der Bundes- und Landespolitik, Susanne Mittag und Axel Brammer, um einen kurzen Lagebericht. Daraus resultierte mehr als eine Stunde Information und Diskussion über Bundeshaushalt, Flüchtlingssituation und Kriminalitätsbekämpfung.

Um marode Infrastruktur instandsetzen zu können, regte Friedrich Harnisch die Beibehaltung des Solidaritätszuschlags an. Darüber sei noch nicht entschieden, hieß es.

Der Bundeshaushalt 2016 enthalte mehr Mittel für Personal zur Bewältigung der Flüchtlingsströme, berichtete Susanne Mittag. Beim Gespräch im Innenausschuss habe Frank-Jürgen Weise, der die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) leitet, einen guten Eindruck hinterlassen. „Jetzt werden endlich die vom Bundestag beschlossenen Maßnahmen umgesetzt und können greifen“, zeigte sich Mittag zuversichtlich. „Im Frühsommer, als wir eine stärkere Unterstützung der Kommunen verlangten, hat das Bundesinnenministerium die Entwicklung unterschätzt“, urteilte sie. Eine Lenkung der Flüchtlingsströme ließe sich nach Einschätzung der Parlamentarierin nur mit der Türkei erreichen. Die Abgeordnete lobte den unermüdlichen Einsatz von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, aber eine friedliche Lösung in Syrien sei nur mit Obama und Putin zu erreichen. Zur Verbesserung der Flüchtlingslager im Nahen Osten sei eine stärkere finanzielle Beteiligung der UNO erforderlich. Dazu müssten allerdings alle Staaten ihre Beiträge zahlen.

Mitglieder, die sich aktiv in der Flüchtlingsbetreuung engagieren, klagten während der Diskussion über etliche bürokratische Hürden. Mittag und Brammer versprachen, die Anregungen weiterzugeben. Beide lobten das ehrenamtliche Engagement.

Das „Schlachtfest-Essen“ mit vorheriger Wanderung veranstaltet der SPD-Ortsverein seit 35 Jahren. Die Premiere von 1980 war zugleich ein Dankeschön für die örtlichen Wahlhelfer gewesen, die seinerzeit für – den gestern zu Grabe getragenen – Helmut Schmidt gekämpft hatten. Die Küche der „Wasserburg“ wartete am Sonnabend nicht nur mit Knipp und Bauchspeck auf. Statt des Mett-Igels prangte ein rotes „SPD“ aus Hackepeter auf dem Buffet-Tisch. Neben allen möglichen Wurstsorten umfasste das Angebot gebratene Beutel-(Blut-)Wurst mit Apfelmus, wie sie früher im Winter zum ersten Frühstück aufgetischt wurde. Einige ältere Teilnehmer dürften sich an ihre eigene Kindheit oder Jugend erinnert haben, als diese fetthaltige Kost für gewöhnlich auf den Tisch kam, wenn ein Schwein zwecks Jahresversorgung mit Fleisch und Wurst geschlachtet worden war.

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