Wagen vier erstrahlt in neuem Glanz

Schienenverkehr ruht, Werkstattbetrieb nicht

Der Wagen vier wurde lackiert und glänzt in einem kräftigen Dunkelgrün.
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In einem kräftigen Dunkelgrün gestrichen: Der Wagen vier.

Harpstedt – War vorher noch sein Lack ab und nur nackter Stahl zu sehen, leuchtet er jetzt in einem kräftigen Dunkelgrün und darf sich über eine neue Beschriftung freuen: der Wagen vier der historischen Kleinbahn „Jan Harpstedt“. Der Lockdown ist für die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde kein Hindernis, um ihn weiter zu restaurieren. Der Betrieb auf den Schienen muss derzeit zwar ruhen, aber Werkstattarbeiten seien mit maximal vier Personen möglich, sagt Pressesprecher Joachim Kothe.

Die Eisenbahnfreunde würden immer im Wechsel an dem Wagen arbeiten. „Wer in der Woche durch Kurzarbeit Zeit hat, kommt auch mal in der Woche her“, erklärt Kothe. Am Wochenende seien sie um die acht Stunden vor Ort.

Seit Ende 2018 arbeiten die Eisenbahnfreunde an Wagen vier

Seit Ende 2018 arbeiten die Ehrenamtlichen an Wagen vier. Seitdem hat sich einiges getan: Sie haben unter anderem die Wände entkleidet und die Türen repariert, den Wagen entlackt und die Fenster ausgebaut. Schritt für Schritt und Monat für Monat sind sie weitergekommen. Aber einiges fehle eben auch noch: „Der Wagen sieht innen noch schlimm aus. Der ganze Innenbau fehlt noch. Das dauert alles noch ein bisschen“, berichtet Kothe. Er schätzt, dass der Verein Ende dieses Jahres mit der Innenreparatur fertig werde. Zur Saison 2022 komme der Wagen dann voraussichtlich wieder auf die Schienen. Wegen der Pandemie mussten die Eisenbahnfreunde im vergangenen Jahr etwa einen Monat komplett aussetzen.

Lässt die Funken bei Flexarbeiten am Wagendach fliegen: Torben Kluwe.

Ist Wagen vier eigentlich der älteste? „Der ist Baujahr 1910. Der älteste Wagen ist der Packwagen. Der ist Baujahr 1903“, informiert Kothe. An dem Packwagen (Gepäckwagen 56) seien die Eisenbahnfreunde aktuell ebenfalls am Werkeln. „Der ist dann irgendwann auch mal fällig.“ Alle Wagen müssten nach einiger Zeit zur Hauptuntersuchung. Das ganze Jahr über stünden für die Ehrenamtlichen Arbeiten an. „Bei den alten Fahrzeugen weiß man nie, welche Maßnahmen wieder erforderlich sind.“

Ungewiss, wann Mitglieder wieder Fahrten anbieten können

Wie viel die Restaurierung des Wagens vier kosten wird, könne der Pressesprecher noch nicht sagen. „Das haben wir noch nicht zusammengerechnet.“ Der Verein übernehme die gesamten Kosten. Insgesamt haben die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde fünf betriebsfähige Personenwagen, eine Dampf- sowie zwei Dieselloks. Zudem mietet sich der Verein einen Triebwagen von der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn.

Wann die Ehrenamtlichen wieder Fahrten anbieten können, ist noch ungewiss. „Es hat keinen Zweck, einen Fahrplan zu erstellen, weil wir nicht wissen, wann wir wieder fahren können. Das bringt nichts zurzeit“, sagt der Pressesprecher. „Im letzten Jahr hatten wir Glück, dass wir zwei Winterfahrten machen konnten und Kohlfahrten bis Ende Februar.“ Außerhalb der Fahrzeiten konnte die historische Kleinbahn „Jan Harpstedt“ 2020 nur dreimal fahren – „jeweils zwei Fahrten von Harpstedt nach Heiligenrode mit dem Triebwagen“. Er fügt hinzu: „Wir mussten alles absagen. Im letzten Jahr nach dem Sommer war nichts mehr zu machen. Wir hatten einiges vorgehabt: Heiligabend- und Nikolausfahrten hatten wir geplant. Da wären volle Züge gewesen. Sonst hatten wir 300 Gäste pro Fahrt.“

Hermann Bächler bei Holzarbeiten für die Wagentoilette.

Eisenbahnfreunde hätten Motivation nicht verloren

Wie geht es den Mitgliedern damit, dass sie nicht fahren können? „Die Motivation hat meines Erachtens kaum nachgelassen. Man hat die Perspektive, dass man wieder fahren will – und kann.“ Kothe ergänzt: „Die, die im Fahrdienst tätig sind, sind natürlich frustriert, dass sie nicht fahren können“ 25 aktive Mitglieder zähle der Verein. „Wie alle Museumsbahnen würden wir gerne fahren. Alle klagen, dass sie nicht können und nicht dürfen“, so Kothe.

Er findet, dass das Fahrerlebnis mit Maske auch ein anderes sei, insbesondere bei warmen Temperaturen im Sommer. „Der Spaß fällt dann weg. Wenn sich die Gäste nicht bewegen dürfen, können sie nicht auf die Plattform gehen. Das ist auch frustrierend für den Fahrgast.“

Weitere Informationen

im Internet unter www.jan-harpstedt.de. Dort sind auch die Fortschritte des Wagens vier zu sehen.

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