Vortrag vor Landfrauen thematisiert die Mutter-Tochter-Beziehung

„Es ist wichtig, ein Kind gehen zu lassen, aber trotzdem da zu sein“

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Um die Mutter-Tochter-Beziehung ging es in der Vortragsveranstaltung. 

Harpstedt - Rund 50 Mitglieder des Landfrauenvereins Harpstedt-Heiligenrode haben am Mittwochabend im Hotel „Zur Wasserburg“ einen Vortrag von Judith Soegtrop-Wendt von der katholischen Landvolkshochschule in Oesede verfolgt. Ihr Thema, die ein Leben lang währende Beziehung von Müttern zu Töchtern, geht im Prinzip alle Frauen an; zwar sind nicht alle selbst Mütter, aber eben doch Töchter.

Die thematisierte Beziehung sei eine besondere, eine leidenschaftliche, gekennzeichnet von heftigen Emotionen, hohen Erwartungen sowie dem Wechselspiel von Nähe und Distanz – mal intensiv, mal distanzierter, erläuterte die Referentin. Viele Mütter empfänden dieses Verhältnis als herausfordernd, aber auch als eng und emotional; sie urteilten darüber zudem für gewöhnlich etwas positiver als die Töchter.

„Es ist immens wichtig, ein Kind gehen zu lassen, aber trotzdem da zu sein“, sagte Soegtrop-Wendt. Sei die Tochter kurz aus dem Blickwinkel verschwunden und tauche dann wieder auf, könne die Mutter vorwurfsvoll reagieren („Da bist du ja endlich! Ich habe mir schon Sorgen gemacht“) oder aber erfreut mit den Worten: „Cool, dass du wieder da bist! Was hast du erlebt?“

Die besondere Beziehung durchlaufe mehrere Phasen. Generell lasse sich feststellen, dass die Mutter der Tochter die Brille aufsetze, durch die diese die Welt sehen werde. Einstellungen, Werte und Lebensgefühl würden maßgeblich von der Mutter bestimmt. Besonders die frühkindlichen Erlebnisse prägten hierbei die Entwicklung des Kindes. Sinnbildlich schnüre die Mutter einen Rucksack mit Dingen, von denen sie meine, dass die Tochter sie brauche, um das wilde Leben draußen zu überstehen. Letztere wiederum müsse versuchen, den „Sack“ zu entrümpeln. Eine Mutter müsse sich darüber im Klaren sein, dass manches, was sie hinein gebe, vielleicht nicht das Richtige für den eigenen Spross sei. Und die erwachsen werdende Tochter müsse wiederum begreifen, dass die Mutter einfach im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht habe, ihr Bestes zu geben. Der Weg zu einer gelungenen Beziehung führe sozusagen über eine zweite „Ent-Bindung“.

Mit zunehmender Selbständigkeit der Tochter werde die von der Mutter erhaltene Brille gewissermaßen „geputzt“. Wenn dies auch die Mama akzeptiere und die Abnabelung gelinge, gebe es zwischen den Generationen ein Band, das liebevoll verbinde, aber nicht anbinde. Wichtig sei es, so Soegtrop-Wendt, „klar miteinander zu kommunizieren und auch ein Nein zu akzeptieren“. Ebenso komme es darauf an, die eigenen Bedürfnisse zu äußern. Auch darauf, sich ohne schlechtes Gewissen ein Stück weit abzugrenzen.

Zum Schluss gab die Referentin den Zuhörerinnen einige Tipps mit auf den Weg: „Akzeptieren Sie, dass Ihre Tochter die Vergangenheit anders empfunden hat als Sie! Geben Sie Fehler zu! Suchen Sie das Gespräch – immer und immer wieder!“ Auch Mütter dürften sich abnabeln. „Begegnen Sie Ihrer Tochter neugierig, stolz und liebevoll neu!“ 

aro

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