Götz Rohde über das Abschneiden der Grünen

„Von der üblichen Farbenlehre halte ich nichts“

Alles in allem stimmt Götz Rohde das Abschneiden der Grünen durchaus zufrieden.

Harpstedt - Zahl der Mandate in den Räten von Samtgemeinde und Flecken Harpstedt gehalten, im Kirchseelter Gemeinderat künftig erstmals mit einem Ratsherrn vertreten – für Bündnis 90/Die Grünen hätte die Kommunalwahl durchaus schlechter laufen können.

Das sieht auch Götz Rohde, Sprecher der Grünen-Samtgemeinderatsfraktion, so. Persönlich gelang ihm nicht nur der Wiedereinzug in den Samtgemeinderat, sondern er wird auch dem neuen Kreistag angehören. Letzteres habe er am Wahlabend noch bis 23 Uhr nicht erwartet. Für den Fleckenrat hat’s für Rohde hingegen nicht gereicht. Seine Enttäuschung darüber hält sich aber in Grenzen. Er hätte bei drei Mandaten wohl auch Probleme bekommen, „dass zeitlich voreinander zu kriegen“, vermutet der 46-Jährige. Von daher sei es vielleicht ja ganz gut, dass ihm die Wähler diese Entscheidung abgenommen hätten. „Gleichwohl sind wir im Flecken weiterhin gut aufgestellt“, spielt der Harpstedter auf den Wiedereinzug von Irene Kolb an, der nach der konstituierenden Sitzung der frühere Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes in der Grünen-Fraktion zur Seite stehen wird. Durchaus zufrieden stimmt ihn auch der Einzug von Hans-Joachim Dyck in den Kircheelter Rat. Offensichtlich hätten die Grünen eben 2011 doch nicht nur vom sogenannten „Fukushima-Effekt“ profitiert, wie sich an den jetzigen Ergebnissen zeige. Gleichwohl gab es aus ihrer Sicht nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Im Prinzhöfter Rat büßen sie ein Mandat ein. „Auch im Kreistag geben wir einen Sitz ab, obwohl wir uns insgeheim gewünscht hatten, einen zusätzlich zu bekommen“, verschweigt Rohde nicht. Persönlich bedauert er das Ausscheiden von Regina Huntemann, der er eine gute Arbeit bescheinigt. Dafür sitzt er, wie erwähnt, demnächst selbst im Kreistag. „Es war ja auch nicht so sehr wahrscheinlich, dass wir in unserem Wahlbereich mehr als einen Kandidaten aus der Samtgemeinde reinbringen“, so der Harpstedter. Zu denken gibt ihm der Wahlerfolg der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) auf Kreisebene. „Damit hatten wir in der Samtgemeinderatswahl ja zum Glück kein Problem, weil sie hier gar nicht angetreten ist.“

Gern hätten die Grünen bei der Kommunalwahl „flächendeckend“ für alle acht Mitgliedskommunen eigene Wahlvorschläge eingereicht, also auch für den Ippener und den Colnrader Rat. Um diese „Lücken“ zu schließen, fehlten ihnen allerdings Kandidaten. Götz Rohde findet das durchaus schade. Das Beispiel Kirchseelte zeige ja wieder, dass es auch in den Mitgliedsgemeinden „einen Bedarf an grüner Mitwirkung“ gebe.

Dass Horst Bokelmann, der bislang mit Elisabeth Akkermann (FDP) eine Gruppe bildet, dem neuen Samtgemeinderat nicht mehr angehören wird und die SPD einen Sitz einbüßt, mache die Arbeit „auf der linken Seite“ nicht eben leichter, so Rohde gegenüber unserer Zeitung. Was etwaige Ambitionen in Richtung Gruppenbildung angeht, hielt er sich noch bedeckt, schloss diese Option aber auch nicht generell aus.

Für Rot-Grün gäbe es keine rechnerische Mehrheit, selbst für Rot-Gelb-Grün nicht. „Von der üblichen Farbenlehre halte ich aber gar nichts“, so Götz Rohde. In Gesprächen seien nun erst einmal mögliche „Schnittmengen“ auszuloten.

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