„Von Schallplatten bis hin zum Kondomautomaten“

Infoabend zum Projektstand „Umsetzung der Diskothek Zum Sonnenstein“

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Hermann Dunkler-Gronwald (l.) und Museumsdirektor Prof. Dr. Uwe Meiners (2.v.r.) informierten die Besucher zum Projekt „Umsetzung der Diskothek Zum Sonnenstein“. Auch der Erste Samtgemeinderat Ingo Fichter war gekommen. 

Harpstedt - Von Alina Pleuß. „Am Ende soll es uns mit Leib und Seele packen, und das kann es nur, wenn es echt ist“, erklärte Architekt Hermann Dunkler-Gronwald während des Informationsabends des Museumsdorfs Cloppenburg zur Umsetzung der Landdiskothek „Zum Sonnenstein“. Rund 30 Besucher waren in das Hotel „Zur Wasserburg“ nach Harpstedt gekommen, um sich über den aktuellen Projektstand informieren zu lassen.

Gemeint hat Dunkler-Gronwald die Zielsetzung, alles so originalgetreu wie möglich ins Museumsdorf nach Cloppenburg zu übertragen, um das Erleben vor Ort authentisch zu gestalten. „Eigentlich müsste dann auch wieder darin geraucht und die Holzbalken mit Kaugummi tapeziert werden“, witzelte er. Wie viel detaillierte Arbeit hinter der originalgetreuen Umsetzung steckt, war vielen Anwohnern bis dato gar nicht klar gewesen: So werden unter anderem die insgesamt fünf verschiedenen Tapetenschichten vorsichtig und Stück für Stück abgetragen. Die Schallplatten werden aufwendig aufgearbeitet und gereinigt. Auch das Gemälde „Street Life“, das 1984 in Öltechnik auf dickem Papier an die Wand gemalt wurde, soll erhalten bleiben. Daran arbeitet seit einigen Monaten ein Restaurator. „Unser Ziel ist eine weitestgehend originalgetreue Umsetzung. Von den Schallplatten bis hin zum Kondomautomaten“, so Museumsdirektor Uwe Meiners unter dem Lachen der Besucher.

Nachdem in den vergangenen zwei Jahren das bewegliche Inventar gesichert und abtransportiert wurde, folgt nun die Demontage der festen Einbauten wie der Theke und der Tanzfläche. „Mit dem Abdecken des Daches und dem Abtragen des Dachstuhls beginnen wir voraussichtlich im April“, so Meiners.

Die Zerlegung der Hülle

Danach zerlegen die Arbeiter die äußere Hülle in größtmögliche transportable Teile und bringen diese nach Cloppenburg. Für den dortigen Wiederaufbau wurde vergangenes Jahr eine Änderung des Flächennutzungs- sowie des Bebauungsplans vom Rat der Stadt verabschiedet.

Eine große Rolle spiele neben den baulichen Themen auch die Dokumentation der Zeitgeschichte, wie Meiners berichtete. So sei man zurzeit mit Recherchen rund um den „Sonnenstein“ beschäftigt: Dazu dienen das Gemeindearchiv Harpstedt, das Kataster- und Bauordnungsamt Wildeshausen, Zeitungsarchive sowie Zeitzeugen. Letztere seien laut Meiners die wichtigste Quelle: „Wir wollen erfassen, was die jungen Menschen damals bewegt hat. Was für Musik gehört wurde. Wie getanzt wurde und was den Leuten die Zeit im Sonnenstein bedeutete.“

Daher konnten sich Zeitzeugen an dem Abend auf einem Zettel eintragen, wenn sie Interesse daran hatten, ihre Erinnerungen zu teilen. Von einigen Harpstedtern waren bereits alte Fotos bereitgestellt worden, die am Donnerstag auf einer Leinwand per Beamer gezeigt wurden. Manche der Besucher erkannten sich sogar wieder, und man hörte Sätze wie: „Der da links mit der Sonnenbrille, das bin ich!“ Selbst beim Blick auf die alten Barhocker entfuhr manch einem Besucher ein „Ohja, weißt du noch?“.

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