Junges Duo im „Liberty’s“ / Mit Starthilfe in Gute-Laune-Modus

Die volle Dröhnung Vielfalt

Freunde mit musikalischen Schnittmengen: Tamino Monka (l.) und Brian Gerschler. Foto: boh

Harpstedt – Virtuos, akzentuiert, stilsicher – jedes dieser überstrapazierten Adjektive passt zum „Fingerpicking“ von Brian Gerschler. 400 Euro hat den 24-Jährigen allein eine Ibanez-E-Gitarre gekostet, der er mithilfe von Gibson-Tonabnehmern einen teils weichen, teils perkussiven Sound einhauchte. Sein präzises Spiel beweist: Die Investition hat sich gelohnt.

Mit Tamino Monka (19) als Leadsänger und Rhythmusgitarrist an seiner Seite erzeugte Gerschler am Dienstag im „Liberty’s“ Klangwelten, die sich mitunter sogar Passagen aus dem legendären Album „Led Zeppelin 3“ näherten. Tatsächlich eifert Gerschler Ikonen nach, die ihren Zenit lange vor seinem eigenen ersten Atemzug auf Erden erreichten: Jeff Beck, Eric Clapton, Slash oder Jimmy Page.

Das Duo mit unterschiedlichen Musikgeschmäckern, aber auch Schnittmengen, etwa im Rock, kennt sich seit vielen Jahren aus Bremen. „Brian hat früher in Walle gewohnt und ich in Woltmershausen. Länger als eine halbe Stunde mussten wir nie fahren, um uns sehen zu können“, erzählte Tamino Monka während einer Umbaupause. Er schreibt selbst gefällige Popsongs und stellte Kostproben in Harpstedt vor.

„Meine Texte fange ich für gewöhnlich in Deutsch an. Meistens übersetze ich sie ins Englische. Die deutschsprachigen Versionen kommen hier aber besser an“, weiß der 19-Jährige. Seine Texte spiegeln teils Autobiografisches. Die Botschaft „Leb dein Leben so, wie du willst“ schwingt mit. Manche Songs sollen dem Zuhörer „einfach nur ein gutes Gefühl“ geben.

Das Harpstedter Publikum im „Liberty’s“ kam tatsächlich in den Gute-Laune-Modus, allerdings mit etwas animierender Starthilfe seitens des Duos. Beide Musiker machen ihr eigenes Ding und unterstützen sich musikalisch gegenseitig („Wir haben eigene Ideen, aber eigentlich gemeinsame Songs“). Treten sie mit Band auf, sitzt Monka am Schlagzeug und übernimmt die Background-Vocals. Der 19-Jährige trommelte schon als Dreijähriger. Seit Weihnachten 2018 lernt er zusätzlich Gitarre, weil er auf den Straßen Bremens nur unverstärkt Musik machen darf.

Gerschler hat mit „The Key“ bereits ein eigenes Album veröffentlicht. Seine Songs, oft sozialkritisch angehaucht, fanden in Harpstedt nicht weniger „Anklang“ als die seines langjährigen guten Freundes. Das Konzert im „Liberty’s“ überraschte mit enormer Bandbreite von Rock/Pop bis HipHop, teils zweistimmigem Gesang und sehr kreativen Soli – wie bei „Let it be“ von den Beatles. Coverversionen kontrastierten reizvoll mit eigenen Tracks. Mit „The A Team“ (Ed Sheeran), „I’m yours“ (Jason Mraz), „All the small things“ (Blink 182) oder dem witzigen „Bleib in der Schule“ (Trailerpark) gab’s auch bei nachgespielten Hits die volle Dröhnung Vielfalt.  boh

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