Auch Urlauber aus dem Mutterland des Wohnwagens fühlen sich am Tielingskamp pudelwohl

Vier von fünf Sternen für Caravan-Stellplatz

Ein vierwöchiger Skandinavien-Trip liegt hinter ihnen: Auf der Rückreise in die Niederlande nächtigen die Caravaning-Fans Rina und Jac Bax einmal am Tielingskamp. Harpstedt und der Stellplatz sagen ihnen voll zu. Foto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Kein Wölkchen am Himmel. Eine angenehme morgendliche Kühle herrscht auf dem Caravan-Stellplatz am Tielingskamp in Harpstedt, aber die Hitze wird absehbar mit jeder Stunde zulegen. Die meisten Wohnmobilisten schlafen noch. Jac und Rina Bax sitzen derweil schon draußen am Frühstückstisch. Für das Paar geht eine unvergessliche Skandinavien-Rundreise zu Ende. „Heute Abend sind wir, wenn alles glattgeht, wieder zu Hause“, seufzt Rina Bax. „Wir haben kein Geld mehr“, scherzt ihr Mann. Das Paar stammt sozusagen aus dem Mutterland des Wohnwagens – aus den Niederlanden. Es ist in Leende, einem Dorf nahe Eindhoven, zu Hause.

Ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten der heute 70-Jährige und seine 69-jährige Gattin in fast noch jugendlichem Alter in einem Hotel in der Schweiz – mit An- und Abreise per Bus. Freunde des All-inclusive-Tourismus sind sie nie geworden. Stattdessen haben sie ungezählte Caravaning-Urlaube genossen. Sie schätzen daran besonders die Freiheit und Ungebundenheit – das Privileg, nicht an einen fixen Ort  gebunden zu sein. „Ich mag es, Städte zu bereisen und Kultur zu genießen. Mein Mann steht mehr auf Natur“, erzählt Rina Bax. Während der zurückliegenden vier Wochen in Dänemark, Schweden und Norwegen sei beides zusammengekommen.

Das Paar liebt kleinere Wohnmobil-Stellplätze abseits jeglichen Trubels. Die seien zumeist sehr günstig, wissen die Eheleute aus eigener Erfahrung. Dass sie im Zuge ihrer Heimreise eine Nacht in Harpstedt verbracht haben, verdanken sie einer Empfehlung des Nederlandse Kampeerauto Clubs (NKC) – und ihrer Mitgliedschaft in diesem größten Wohnmobil-Club Europas. „Wir sind in Harpstedt gestern Abend nach unserer Ankunft noch ein bisschen spazieren gegangen – auch durch den Amtshof-Park. Wir kannten den Ort bislang nicht, finden ihn aber sehr schön. Und der Caravan-Stellplatz ist super. Wir haben schon an vielen Stellen mit unserem Wohnmobil übernachtet und können daher vergleichen. Der Platz hier wirkt sehr gepflegt“, urteilt Rina Bax. Ihr Mann nickt zustimmend.

Nach wie vor sehr gut frequentiert: der Caravan-Stellplatz am Tielingskamp. Foto: boh

Mit dieser Meinung stehen die beiden Niederländer keineswegs allein auf weiter Flur. Das Online-Portal „Promobil“ vergibt für den Stellplatz am Rosenfreibad vier von fünf möglichen Sternen. Insgesamt 18 Bewertungen sind dort aktuell aufgelistet. Einige Urlauber bedanken sich in ihren Statements sogar bei der Gemeinde für die Möglichkeit der gebührenfreien Nutzung. Das sei für Plätze mit „dieser Ausstattung“ nicht selbstverständlich.

„Ruhig gelegen mitten in der Natur, Örtchen fußläufig zu erreichen (...). Ideal zum Seele baumeln lassen“, schreibt ein Besucher des Portals. Er könne sich allerdings vorstellen, „dass es ziemlich rummelig wird, wenn das Freibad geöffnet hat“.

Die Frischwasser-Versorgung und Schmutzwasser-Entsorgung bei der Begegnungsstätte sowie die Möglichkeit, Strom für kleines Geld zu „zapfen“, tauchen in den Bewertungen wiederholt als Pluspunkte auf. Ebenso finden vorhandene Wandermöglichkeiten in der Umgebung Erwähnung. Vereinzelt gibt es gleichwohl Gemecker: Der Platz sei nach Regenfällen „unbefahrbar“, mosert ein Wohnmobilist. Ein anderer nennt die Fläche gar eine „Zumutung“ bei Nässe: „Kein fester Untergrund. Man fährt sich fest, was auch die Spuren hier beweisen.“

Schon knapp drei Jahre alt sind Bewertungen von Naherholungssuchenden, aus denen anfängliche Probleme sprachen, den Stellplatz mittels Navi zu finden. Ihr Tipp damals: „Der Beschilderung zum Freibad folgen!“ Von dem Blockheizkraftwerk in direkter Nähe, das Abwärme zum Beheizen des Freibadwassers produziert, ist ebenfalls die Rede, aber durchaus nicht in abfälliger Art: Das leise Brummen störe nicht, heißt es. Die wohlwollenden und lobenden Kommentare überwiegen eindeutig. „Wenn sich mehrere Gemeinden an so einem Platz ein Beispiel nehmen würden, wären wir schon ein ganzes Stück weiter. Wir kommen gerne wieder“, urteilen Caravaning-Fans. Oder auch: „Superruhig, toll eingerichtet, schön gelegen. Mehr wollen und brauchen wir nicht!“

So mancher Wohnmobilist, der für eine Nacht oder ein paar Tage am Tielingskamp verbleibt, entdeckt an Harpstedt Reize als Naherholungsort. Auch das lässt sich an manchen „Rezensionen“ festmachen – an Bewertungen wie dieser: „Haben gestern eine 50-Kilometer-Radtour gemacht und sind heute (...) immer mal wieder eine Stunde gelaufen. Der Ort ist hübsch, und wir stehen hier mitten im Grünen. Wir sind allein, genießen jetzt Vogelgezwitscher und ansonsten vollkommene Ruhe.“

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