Wer unter Coronabedingungen ins Freibad kommt, bereut das in den allermeisten Fällen nicht

Viel Platz – und die Kinder stets im Blick

Trotz Beschränkungen genießen Janne, Cataleya, Lia und Franziska (v.l.) den Freibad-Aufenthalt.
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Trotz Beschränkungen genießen Janne, Cataleya, Lia und Franziska (v.l.) den Freibad-Aufenthalt.

Harpstedt – Auch wenn als Folge der Coronapandemie immer noch Regeln das öffentliche Leben einschränken, genießen viele Freunde des kühlen Nass einen Aufenthalt im Harpstedter Rosenfreibad am Tielingskamp. Hinter dem letztjährigen Besucheransturm bleibt der Zulauf allerdings weit zurück.

Hielten sich 2019 an manchen Tagen bei teils tropischer Hitze auf den Liegewiesen und in den Schwimmbecken Freibad-Fans in vierstelliger Anzahl auf, so dürfen es derzeit pro Einlassblockzeit höchstens 100 sein. Und die verteilen sich in der weitläufigen Anlage so sehr, dass dies den Eindruck erweckt, das Bad sei so gut wie leer.

Duschen, Umkleideräume und Schließfächer dürfen aufgrund der pandemiebedingten Auflagen nicht genutzt werden. Das Kinderplanschbecken, die beiden Rutschen und der Sprungturm sind gesperrt. Mal eben ein Eis oder eine Portion Pommes rot-weiß genießen? Schön wär"s, aber wer Lust auf einen Snack hat, muss ihn sich selbst mitbringen. Der Kiosk hat geschlossen, weil sich das Geschäft als Folge der Einlassbeschränkungen für den Betreiber nicht lohnen würde.

Das Schwimmerbecken präsentiert sich aufgeteilt in zwei Bereiche: Auf einer Sportbahn ziehen die etwas schnelleren Schwimmer ihre Runden; der zweite Sektor bleibt denen vorbehalten, die es etwas gemächlicher angehen wollen.

Diejenigen, die kommen, sind gleichwohl zufrieden. Zumindest gut 95 Prozent von ihnen, schätzt Schwimmmeister Uwe Lampe. „Viele sind froh darüber, dass unser Freibad überhaupt geöffnet hat. Diskussionen über die Einschränkungen gibt es kaum. Und falls doch, muss man halt etwas bestimmender werden. Bisher mussten wir noch kein Hausverbot aussprechen“, sagt Lampe. Er hoffe, „das bleibt so“.

Auch viele Schwimmer aus Ganderkesee, Bremen und Delmenhorst nutzen die Sportbahn zum Trainieren. Im ebenfalls „unterteilten“ Nichtschwimmerbecken gilt wie im Schwimmerbereich: Geschwommen wird im „Kreisverkehr“. Schön anzusehen ist die Blühwiese, die bereits im dritten Jahr Insekten Nahrung bietet. „Dadurch, dass die Liegewiese aktuell nicht so stark beansprucht wird und dort ebenfalls der vorgeschriebene Mindestabstand eingehalten werden muss, ist der Rasen viel grüner als sonst“, fällt Uwe Lampe auf. Am Freitag parkten beim Freibad auch Fahrzeuge aus Bremen, Delmenhorst, Vechta, Diepholz und Syke. Bei 28,6 Grad Lufttemperatur war das Wasser um kurz nach 16 Uhr im Schwimmerbereich um 1,4 Grad kühler – und das im Nichtschwimmerbecken sogar minimal wärmer.

Während die Schwimmer ihre Runden zogen, spielten Kinder mit ihren Eltern oder warfen sich Bälle zu. Liesel Looft hat das Bad in dieser Saison schon zum 31. Mal genutzt. Ihre Freundin Hannelore Horstmann bringt es auf 29 Besuche. Zu mäkeln haben die beiden Damen rein gar nichts: „Wir genießen das Schwimmen trotz der Einschränkungen und kommen immer um 14 Uhr. Diese Zeit passt uns am besten. Es ist ein wunderschönes Bad. Wir nutzen es sowohl aus sportlichen als auch gesundheitlichen Gründen. Das Wasser ist traumhaft – und das Personal immer freundlich.“

Nicole und Lars Moikow aus Groß Ippener kommen in der „Coronasaison“ nur gelegentlich ins Bad. „Speziell die Wochenend-Öffnungszeiten passen für unseren einjährigen Sohn Jaron nicht so richtig. Morgens ist er quengelig, und am Nachmittag ist hier geschlossen. Mein Mann ist mit unserem siebenjährigen Bjarne jetzt das zweite Mal hier, damit der Junge das Schwimmen übt“, verriet Nicole Moikow. Liesel Wittenberg, ebenfalls aus Ippener, zog es mit ihrer Tochter Merle ins Freibad: „Wir sind heute zum zweiten Mal hier und genießen die langen Bahnen.“ Sarah Niebuhr aus Harpstedt weilte mit ihren beiden Töchtern erstmals in dieser Saison in der Anlage. Ihr Urteil: „Eigentlich so wie immer, nur leerer. Auf diese Weise habe ich eine bessere Übersicht, was die Kinder gerade so treiben.“ Janne (4) genoss es, sich mit ihren Schwimmflügeln im Wasser zu vergnügen, während Lia (7) gemeinsam mit ihren Freundinnen Cataleya (6) aus Groß Ippener und Franziska (fast 7) aus Dünsen Gefallen am Tauchen fand.

Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 6.30 Uhr bis 8.30 Uhr, von 9.30 bis 11.30 Uhr, von 14 Uhr bis 16.30 Uhr und von 17.30 Uhr bis 20 Uhr; sonnabends und sonntags von 9 bis 12 Uhr. Der letzte Einlass erfolgt jeweils 30 Minuten vor Ende des Öffnungsblocks. Badeschluss ist jeweils 15 Minuten vorher.

Ist eine Blockzeit vorüber und haben alle Badegäste den Nassbereich verlassen, reinigt das Badpersonal die Durchschreitebecken und desinfiziert die Handläufe und weitere Kontaktflächen. Das schließt die sanitären Einrichtungen ein.

Haben alle Gäste das Bad nach einer Blockzeit verlassen, wird abgeschlossen. Das verhindert auch, dass Besucher, die gehen, und solche, die kommen, einander (zu sehr) nähern. Am Ende eines jeden Tages wird noch einmal eine „Putzkolonne“ durchgeschickt, um alles für den nächsten Tag hygienisch auf Vordermann zu bringen.

Von Anja Rottmann

Freitag, 16.01 Uhr: Die Luft und das Wasser in den Becken haben annähernd die gleiche Temperatur.
Mindestens 95 Prozent der Badegäste seien zufrieden, schätzt Schwimmmeister Uwe Lampe.
An einem warmen Sommertag „ohne Corona“ wäre hier, im Nichtschwimmerbecken, sicherlich viel mehr los.

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