Videokonferenz scheitert

Reichlich „Sand im Getriebe“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Gross Ippener/Oldenburg - In einem sich hinziehenden Prozess um Lkw-Scheingeschäfte mit Litauen ist gestern vor dem Oldenburger Landgericht die Videovernehmung von Zeugen in Litauen gescheitert. Es gab technische Schwierigkeiten. Das größte Problem war das komplette Fehlen der Zeugen. Letztere waren zum Bezirksgericht in Litauens Hauptstadt Vilnius geladen worden, wo mehrere Kameras in Stellung gebracht wurden. Im größten Sitzungssaal im Oldenburger Landgericht saßen zeitgleich die Prozessbeteiligten und harrten vor mehreren Monitoren der Dinge, die da kommen sollten. Aber nichts geschah. Mit der Videovernehmung in Litauen sollte den Zeugen eine Reise zum Oldenburger Prozess erspart bleiben. Wie Kreiszeitung und Wildeshauser Zeitung berichtet haben, müssen sich dort drei Männer aus Groß Ippener und Düsseldorf wegen Betruges beziehungsweise wegen Beihilfe zur Untreue verantworten. Über die

Zeugen könnten Licht

ins Dunkel bringen

Nutzfahrzeugfirma des Angeklagten aus Ippener sollen laut Anklage die Geschäfte abgewickelt worden sein. Geschädigt worden ist eine litauische Bank, die im Vertrauen auf die Richtigkeit vorgelegter Dokumente die zu erwartenden Lkw-Geschäfte mit rund 1,5 Millionen Euro vorfinanziert haben soll. Die Laster sollen aber nie geliefert worden sein. Um den Fall aufklären zu können, sind die litauischen Zeugen wichtig. Es besteht der Verdacht, dass Mitarbeiter der besagten Bank mit den Betrügereien etwas zu tun haben könnten. Das muss geklärt werden, weil ansonsten nicht entschieden werden kann, worum es im jetzigen Prozess eigentlich geht: Betrug oder Beihilfe zur Untreue. Aber ob die litauischen Zeugen ein Interesse daran haben, die offenen Fragen zu klären, ist eher zu bezweifeln. Zwangsmaßnahmen gegen sie hat das Oldenburger Gericht nicht veranlasst. Seit Jahren wird nun schon verhandelt. Wegen der ungeklärten Fragen war zwischenzeitlich ein erstes Urteil vom Bundesgerichtshof (BGH) wieder aufgehoben worden. Eingestellt worden ist in der Zwischenzeit auch das Verfahren gegen einen ehemaligen Mitangeklagten aus Litauen, der eigentlich als Haupttäter galt. Er soll den Kontakt zu der litauischen Bank gehalten haben, war aber schon in seiner Heimat wegen der Taten bestraft worden.

wz

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