Testphase in Harpstedt

Videochat hält bei der Altenpflege Einzug

Axel Brammer (l.) und Hermann Bokelmann (r.) informierten sich bei Elke Lükermann (2.v.l.) und Hellen Müller über die „Telepflege“.

Harpstedt - „Telepflege“ heißt ein neues Projekt der Vita-Akademie in Wittmund, mit dem nachhaltige Lösungen zur Verbesserung der pflegerischen Versorgung im ländlichen Raum entwickelt werden sollen. Ob die Idee praktikabel ist, untersuchten die DRK-Gemeinde-Schwesternstation und das DRK-Seniorenzentrum in Harpstedt.

Der Landtagsabgeordnete Axel Brammer (SPD) und SPD-60plus-Kreisvorsitzender Hermann Bokelmann informierten sich nun bei Elke Lükermann, Leiterin der Sozialstation, und Hellen Müller, Leiterin des DRK-Seniorenzentrums, über die Ziele des vom Land Niedersachsen geförderten Projekts „Telepflege“, teilte Bokelmann mit. Es soll bis zum 30. April 2019 laufen. 

Breitbandausbau für „Telepflege“ notwendig

Die Gemeinde-Schwesternstation betreut mit zehn examinierten Kräften und 15 Pflegehelferinnen 160 Patienten in der Samtgemeinde. „Die Helferinnen dürfen bestimmte medizinische Pflege nur unter Aufsicht durchführen“, erklärte Müller. Deshalb soll untersucht werden, ob bei einigen Fällen per Videoübertragung eine Fachkraft aus der Schwesternstation zugeschaltet werden kann und mit ihrem Fachwissen anleitet sowie unterstützt.

Erste Voraussetzung ist jedoch der Breitbandausbau, der in der Samtgemeinde lückenhaft ist. „Ohne eine gute Internetverbindung kann Telepflege nicht funktionieren“, machte Lükermann deutlich und fügte hinzu: „Das Ziel soll nicht sein, die menschliche Pflege zu ersetzen, sondern mehr Zeit für pflegebedürftige Menschen zu haben.“

Brammer, der persönliche Erfahrung mit der Pflege von Angehörigen hat, versprach, sich dafür einzusetzen, dass Bund und Land die Mittel für den Breitbandausbau erhöhen, damit die Verbesserung den Landkreis und die Gemeinden erreicht. Er ergänzte: „Die persönlichen Kontakte dürfen bei der Telepflege nicht auf der Strecke bleiben.“

Gemeinde und DRK arbeiten gut zusammen

Müller wünschte sich eine praxisnahe und fachlich fundierte Reduzierung der Dokumentation in der Pflege: „Heimaufsicht und Beurteilung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen sind unbedingt erforderlich, um ,Schwarze Schafe‘ in der Branche zu entdecken. Es muss aber bedacht werden, dass wir durch weniger bürokratischen Aufwand mehr Zeit für die Pflege gewinnen.“

Gelobt wurde die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde-Schwesternstation und DRK-Seniorenzentrum. Die Konzentration sei eine gute Entscheidung der Samtgemeinde gewesen, hieß es.

Übrigens: Sogar der NDR (Buten und Binnen) filmte vor Kurzem für einen Beitrag in der Gemeinde-Schwesternstation.

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