Nach Gerichtsverhandlung gab es bei 49-jährigem Harpstedter eine Durchsuchung

Wegen Vergewaltigung veurteilt, aber Revision beantragt

Muss sich das Landgericht noch einmal mit dem Fall befassen? Der Angeklagte hat eine Revision beantragt.
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Muss sich das Landgericht noch einmal mit dem Fall befassen? Der Angeklagte hat eine Revision beantragt.

Oldenburg/Wildeshausen/Harpstedt – Im Missbrauchs-Prozess gegen einen 49-Jährigen aus der Samtgemeinde Harpstedt, der einen 15-Jährigen vergewaltigt haben soll, ist das letzte Urteil noch nicht gesprochen. Zudem wurde bei dem Angeklagten nach Informationen unserer Zeitung vor wenigen Tagen eine polizeiliche Hausdurchsuchung durchgeführt.

Wie berichtet, hatte die Große Jugendkammer des Landgerichts Oldenburg am 20. Januar das Urteil des Jugendschöffengerichtes in Wildeshausen bestätigt und sogar im Tenor verschärft. Dagegen hat der Harpstedter jedoch durch seinen Rechtsvertreter die Revision beantragt. Wie Torben Tölle, Richter und Pressesprecher am Oldenburger Landgericht, bestätigte, wird sich nun das Oberlandesgericht in Oldenburg mit dem Fall beschäftigen und prüfen, ob Rechts- oder Verfahrensfehler vorliegen. Sollte das der Fall sein, wird der Fall erneut vor dem Landgericht verhandelt.

Strafmaß blieb beim Landgericht bestehen

Das Jugendschöffengericht in Wildeshausen hatte den Angeklagten im ersten Prozess wegen sexuellen Missbrauchs eines 15-jährigen Jungen zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Die Strafe bleibt auch nach dem Urteil der Großen Jugendkammer bestehen, die Richterin verschärfte aber das Urteil im Tenor und sprach den Angeklagten wegen sexueller Nötigung in zwei Fällen und Vergewaltigung schuldig.

Der 15-Jährige hatte sich auf eine Stellenausschreibung des Mannes im Internet gemeldet. Schon am ersten Arbeitstag am 29. August 2019 soll es im Kleinlaster des Angeklagten zu ersten sexuellen Übergriffen gekommen sein. Nach der Fahrt soll es der Beweisaufnahme zufolge im Haus des Harpstedters die Vergewaltigung des Jungen gegeben haben. In seinem Intimbereich fanden sich DNA-Spuren von dem Angeklagten. Dass die durch ein gemeinsam benutztes Handtuch dort hingekommen sein sollen, glaubte das Gericht nicht. Dann sollte der Junge nach Ansicht der Verteidigung freiwillig mitgemacht haben. Er habe auch Drogen konsumiert, die Vorwürfe seien ihm eingeredet worden, der 15-Jährige lüge.

Beeinflussung eines Zeugen?

Die Kammer wies diese Verächtlichmachungen des Jungen klar zurück. Der 15-Jährige habe noch am Abend der Tat seinen Eltern von dem Geschehen berichtet, eine Beeinflussung durch Dritte sei gar nicht möglich gewesen. Der Junge habe auch nicht freiwillig mitgemacht. „Und dann die DNA des Angeklagten, dessen Interesse an Jungen bekannt sei, im Intimbereich des Jugendlichen. Das ist so was von nachgewiesen“, betonte die Richterin.

Der 15-Jährige sei absolut glaubwürdig. Er habe stets konstant ausgesagt. Dagegen hätte ein angeblicher Entlastungszeuge des Angeklagten gelogen, dass sich die Balken biegen, so die Richterin. Der Mann hatte zunächst ausgesagt, zum Tatzeitpunkt nicht im Haus des Angeklagten gewesen zu sein. Später hatte er aber dann das Gegenteil behauptet.

Für die Staatsanwaltschaft war das ein Grund, eine Hausdurchsuchung anzuordnen, die am 23. Januar vorgenommen wurde. „Es wird ein weiteres Verfahren wegen des Vorwurfs der Verleitung zur Falschaussage gegen den Beschuldigten geführt“, teilte Matthias Rennecke, Staatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg, auf Nachfrage mit. „Die Auswertung der Beweismittel dauert noch an.“  

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