Schulabgänger-Verabschiedung in Etappen

„Versuchskaninchen“ sagen Adieu

Mit roter Rose und Abgangzeugnis: die (bisherige) RS 10 der Oberschule Harpstedt.
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Mit roter Rose und Abgangzeugnis: die (bisherige) RS 10 der Oberschule Harpstedt.

Harpstedt – „Nach einem turbulenten Jahr möchten wir euch heute den Rahmen geben, um schöne Erinnerungen an diesen besonderen Tag mit nach Hause zu nehmen“, sagte Frauke Gaede, Co-Klassenlehrerin der BO 10, zu Beginn der Verabschiedung der Schulabgänger des zehnten Jahrgangs in der Pausenhalle der Oberschule Harpstedt (wir berichteten am Freitag kurz).

In einer Videobotschaft richtete Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse einige Sätze an die Absolventen: „Der Schulabschluss ist ein großer Meilenstein für jeden von euch. Nach etwas Zeit für Freizeit und Erholung sowie weitere schöne Dinge des Lebens wird es für euch nach den Sommerferien in verschiedene Richtungen gehen. Jeder wird mit seinen individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten seinen eigenen Weg finden.“

„Stütze“ für schwere Zeiten

Adrian Stiller und Paul Knippelmeyer aus der BO 10 gingen mit der einen oder anderen kleinen Anekdote auf die zurückliegende Schulzeit ein. Ihrem Klassenlehrer Uwe Rüger überreichten sie einen Handstock als „Stütze für schwere Zeiten“. Der erwiderte schmunzelnd: „Etwas in der Art hatte ich schon vermutet. Allerdings habe ich eher mit einem Rollator gerechnet.“

Jetzt, am Tage eures Abschlusses, seid ihr in voller Pracht eurer Blüte, nicht zuletzt durch das ,Wissenswasser’ der Lehrer.“

Elke Hartmann

Elke Hartmann vom Schulelternrat verschwieg schwierige Phasen, die es wegen Lehrermangels gab, und Unterrichtsausfälle nicht. „Ihr wart als erster Jahrgang in die Oberschule gestartet. Und die war ganz anders als die bisherige Haupt- und Realschule. Es gab E-Kurse, G-Kurse, Berufsorientierungs- und Realschulzweig. Sinnbildlich wart ihr vergleichbar mit einer bunten Blumensaatmischung – als Samen noch klein, wenngleich sehr verschieden. Im Laufe der Jahre entfaltete sich eure eigene Persönlichkeit. Jetzt, am Tage eures Abschlusses, seid ihr in voller Pracht eurer Blüte, nicht zuletzt durch das ,Wissenswasser’ der Lehrer.“ Als Symbol dafür erhielten alle Abgängerinnen und Abgänger am Ende der Feierstunde eine Blumensaatmischung.

Bei der Zeugnisausgabe: die BO 9a von Martina Janßen.

Ein musikalisches Intermezzo steuerte Malin Budzin aus der RS 10 bei, die den Song „A 1000 years“ auf dem Klavier vortrug. Da in der Schule kein (Steinway-)Flügel vorhanden ist, wurde ihre in der Christuskirche aufgezeichnete Darbietung auf Leinwand übertragen. In ihrer Abschlussrede brachten Merle Althusen und Malin Budzin aus der RS 10 Mitschüler, Lehrer und Eltern mit einer Rückschau auf besonders lustige Momente zum Lachen.

Corona hat das letzte Schuljahr bestimmt. Darunter hat das Schulleben gelitten.“

Ute Hegen

Konrektorin Ute Hegen lobte die Schülerinnen und Schüler, die gemeinsam mit Frauke Gaede die Pausenhalle toll hergerichtet hatten. „Die Deko sieht umwerfend aus und wird dem Anlass gerecht. Corona hat das letzte Schuljahr bestimmt. Darunter hat das Schulleben gelitten. Es gab keine Klassenfahrten und keinen Spaßtag vor der Abschlussfeier“, bedauerte Hegen. Auch den Ausfall des Abschlussballs brachte sie zur Sprache.

An die Entlassschüler gewandt, meinte sie: „Ihr wart ein ganz besonderer Jahrgang. Ihr habt euch selbst ,die Versuchskaninchen’ genannt. Als erster Jahrgang der neuen Oberschule seid ihr 2015 mit zwei fünften Klassen gestartet und durch Kurse zu einer erfolgreichen Gruppe geworden.“

Die Kletterspinne bot die Kulisse für dieses Abschlussfoto der BO 10.

Ihre Schulzeit verglichen Marielen Hartmann und Anna Scherde mit einem Film: „Es hat immer irgendwas von Drama durch die besonderen Charaktere der Lehrer.“ Ihre fußballbegeisterte Klassenlehrerin Lena Behrends, selbst aktiv in dieser Sportart, erhielt einen Fußball mit den Unterschriften ihrer Schüler. „Ich werde ihn in Ehren halten. Er kommt neben meine ,Harry-Potter’-Sammlung. Ich habe immer gesagt, ihr seid meine Elite, denn die ist bunt und vielfältig – so wie ihr. Es gibt künstlerisch sehr Begabte unter euch. Natürlich sind auch richtige Schlitzohren darunter. Aber solche unterschiedlichen Fähigkeiten zeichnen eine Elite eben aus. Ihr habt heute tolle Beiträge geliefert. Darauf könnt ihr stolz sein. Und ich bin es ebenso“. Als Co-Klassenlehrer fungierte Hendrik Wübbeler.

Vor der Zeugnisübergabe richtete Klassenlehrer Uwe Rüger persönliche Worte an seine BO 10: „Aus pubertierenden Achtklässlern sind junge Erwachsene geworden, die für sich selbst und andere Aufgaben übernommen haben.“

Wohin geht die weitere „Lebensreise“?

Die weiteren Wege der Absolventen des zehnten Jahrgangs in Stichworten: Ausbildungen im Metallbau, zahnärztliche Fachangestellte, examinierte Altenpflegerin, Anlagenmechaniker, Pflegefachkraft, Schiffsmechaniker, Straßenbau. Ein Teil wechselt an die BBS Wildeshausen (Fachrichtungen sozialpädagogische Assistenz, Kaufmann, Bürodienstleistungen, Wirtschaft/Büro), die BBS 2 Kerschensteiner (Fachrichtung Medien- und Gestaltungstechnik), das Berufliche Gymnasium (Wirtschaft, Gesundheit, Soziales, Technik) sowie an Gymnasium oder FOS in Wildeshausen (Fachabitur Wirtschaft).

Zuvor hatten die Schulabgänger des neunten Jahrgangs ihren großen Tag, denn pandemiebedingt mussten die Feierstunden gestaffelt ablaufen. In ihrer Abschlussrede bedankten sich Eileen Bischoff und Collin Luca Daum aus der Klasse BO 9a bei ihrer Klassenlehrerin Martina Janßen, die gemeinsam mit Lehrerin Jana Groth als Team ihre Schützlinge während des letzten Schuljahres begleitet und sie darin bestärkt hatten, stets ihr Bestes zu geben. Lobende Worte für ihr Lehrerteam Stefan Wiesenbach und Ruth Stöppelkamp aus der BO 9b fanden Merle Schneider und Justin Windeler. Von den 20 Absolventen des neunten Jahrgangs wechseln elf in die BO 10; andere besuchen die BBS Wildeshausen (Fachrichtung Technik, Pflegeassistenz, Bautechnik, Agrarwirtschaft und Metallbau); einer beginnt eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker.

Von Anja Rottmann

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