Generalversammlung: Maschinenring Harpstedt hat aktuell 112 Mitglieder in seinen Reihen

Verrechnungswert rückläufig

Geschäftsführer Rolf Breitenbach (l.) ging auf Verrechnungswert und Mitgliederentwicklung ein. Carsten Wittenberg (2.v.r.) und Ralf Volkmer (r.) freuten sich über ihre Wiederwahl in den Vorstand. Wolfgang Jerebic (2.v.l.) hielt einen Vortrag.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· Landwirtschaftliche Maschinen gemeinsam nutzen und landwirtschaftliche Arbeitskräfte bei Überkapazitäten vermitteln – das ist der Sinn der Maschinenringe. Auch in der Samtgemeinde Harpstedt hat eine solche „Selbsthilfeorganisation“ ihren festen Platz, doch bedingt durch Betriebsaufgaben schrumpft die Zahl der Mitglieder. 2009 waren fünf Abgänge zu beklagen. Zum Jahresende gehörten 99 landwirtschaftliche Betriebe, sieben Lohnunternehmer, zwei Genossenschaften und vier Fördermitglieder dem Maschinenring Harpstedt an.

„Vergangenes Jahr waren wir noch im ,Stadtgespräch‘. Jetzt sind wir im ,Charisma‘. Wir wandern“, spielte Geschäftsführer Rolf Breitenbach von der Geschäftsstelle in Huntlosen am Donnerstagabend während der Generalversammlung augenzwinkernd darauf an, dass sich nicht die Lokalität, wohl aber deren Name (und Inhaber) geändert hat.

Über den Maschinenring rechnen die Mitglieder Dienstleistungen ab, die sie sich gegenseitig gewähren (wobei die Bandbreite von Schleppereinsatz und Transporten über Betriebshilfen, Düngung, Futterbau und Silage bis hin zu Getreide- und Strohbergung reicht). Allerdings geschieht dies in einem immer geringeren Maße. 2009 betrug der Verrechnungswert aller über den Maschinenring Harpstedt vermittelten Leistungen 19 092,46 Euro (192,85 Euro Umsatz pro Betrieb). Das bedeutet erneut einen drastischen Rückgang gegenüber dem Vorjahr (34 264 Euro). Der Vorsitzende Ralf Volkmer hofft, wie er gestern auf Nachfrage erläuterte, dass sich dieser Negativtrend stoppen lässt. Viele Landwirte rechneten heute direkt mit Lohnunternehmern ab statt über den Maschinenring. Die Geschäftsstelle in Huntlosen mit ihrem breit gefächerten Angebot werde indes gut angenommen, unterstrich Volkmer in seinem Rechenschaftsbericht. Ihn und auch Carsten Wittenberg wählte die Generalversammlung einstimmig wieder in den Vorstand. Die Kasse werden im kommenden Jahr Helmut Niehaus und Walter Fresse prüfen.

Ralf Volkmer und auch Geschäftsführer Rolf Breitenbach ließen das vergangene Jahr aus Sicht der Landwirtschaft Revue passieren. Die niedrigen Getreidepreise kamen zur Sprache, ebenso die extrem geringen Erlöse der Milchviehhalter, die ein historisches Tief erreichten. Dass mittlerweile die Kühe als Methan-Emittenten in den Medien mit für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden, stieß dem Vorsitzenden sauer auf. Leute, die solche Thesen verbreiteten, seien, so vermutete er, womöglich ständig mit dem Flugzeug unterwegs – und somit selbst die eigentlichen Klimakiller.

Rolf Breitenbach sprach den Biogas-Boom an – und in diesem Zusammenhang die Pachtpreise für Ackerland, die sich bereits bei 600 bis 800 Euro pro Hektar und Jahr bewegten; sogar über 1 000 Euro würden vereinzelt schon gezahlt. Der Geschäftsführer warb für die Zeitschrift „Maschinenring aktuell“, die viermal jährlich erscheint und pro Ausgabe 1,50 Euro kostet. Mit seinem Vorschlag, einen separaten Zusatzbeitrag von sechs Euro zu erheben und so eine regelmäßige Zustellung des Magazins an die Mitglieder sicherzustellen (wobei diejenigen das Geld zurückerstattet bekommen sollen, die das Fachblatt nicht haben wollen), konnte er sich indes nicht durchsetzen.

Wolfgang Jerebic übernahm nicht nur die Kosten für den warmen Imbiss, der zu Beginn der Versammlung gereicht wurde, sondern hielt auch einen anschaulichen Vortrag. Der ausgebildete und „studierte“ Landwirt, der seit drei Jahren in Harpstedt wohnt, arbeitet bei der Deutschen Saatveredelung (DSV), einem Unternehmen mit 350 Mitarbeitern im In- und Ausland und einem Jahresumsatz von rund 73 Millionen Euro. „Wir vertreiben jedes Jahr etwa 25 000 Tonnen Saatgut aus eigener Produktion“, verriet Jerebic. Die DSV züchte Zwischenfrüchte, Gras, Raps und seit 1992 auch Getreide. Der Referent zeigte in seinem Vortrag auf, wie sich durch Verbesserung der Fruchtbarkeit landwirtschaftlicher Böden „stabile Erträge“ erreichen lassen.

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