Verhandlungen mit dem Flecken / Bislang mehr Fragen als Antworten

„Zweites Leben“ für den „Stein“ im Museumsdorf?

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Die Museumsdirektion will den „Stein“ ins Museumsdorf Cloppenburg holen. Verhandlungen laufen.

Harpstedt/Cloppenburg - Von Jürgen Bohlken. Das Museumsdorf Cloppenburg hat dem Vernehmen nach Interesse daran bekundet, die ehemalige Harpstedter Kult-Disco „Zum Sonnenstein“ zu übernehmen. Dabei geht es nicht nur um die Inneneinrichtung. Avisiert sei der Ab- und Wiederaufbau des kompletten Gebäudes, heißt es.

Verhandlungen mit dem Flecken Harpstedt als Eigentümer laufen. Dabei geht es auch um Geld, wie eine Nachfrage im Amtshof ergab. Einzelheiten behielt die Kommunalverwaltung indes für sich. Sie schien nicht besonders glücklich darüber zu sein, dass die Pläne bereits durchgesickert sind.

Versuche unserer Zeitung, dem Museumsdorf Cloppenburg eine Stellungnahme zum aktuellen Sachstand zu entlocken, sind bislang ebenfalls fehlgeschlagen. Pressesprecherin Susanne Kaiser weilt aktuell – wie im Übrigen auch Harpstedts Gemeindedirektor Ingo Fichter – im Urlaub, ebenso der leitende Museumsdirektor Dr. Uwe Meiners. Getragen wird das Museum von den Landkreisen Cloppenburg und Vechta sowie der Stadt Cloppenburg.

Viele Fragen bleiben vor-erst unbeantwortet. Allen voran: Was verspricht sich das Museumsdorf davon, den „Stein“ zu sich zu holen, zumal das Gebäude doch ein recht schmuckloser Allerweltsklinkerbau ist? Geschichte atmet eigentlich nur das „Innenleben“. Kann sich die Museumsdirektion eine Ausstellung oder Veranstaltungsevents in der Immobilie nach einem etwaigen Wiederaufbau vorstellen? Eine Nachfrage bei Klaus Seng-stake, der viele Jahre lang mit seiner Frau Gunda die Disco betrieben hatte, lief ins Leere. Er wusste noch gar nichts von den Plänen.

Sollte dem „Stein“ ein „zweites Leben“ als „Museumsstück“ vergönnt sein, wäre das sicher – auch aus Sicht der Harpstedter Einwohnerschaft – allemal besser, als ihn platt zu machen. Den Abriss wollte der Flecken zumindest nach bisheriger Beschlusslage vollziehen, sobald feststeht, was mit der verbleibenden Freifläche passiert.

Für 22500 Euro zuzüglich Zinsen und Grunderwerbssteuer hatte die Gemeinde das mit einem Erbbaurecht belastete Gebäude am Amtsgericht in Wildeshausen ersteigert. Damit sicherte sich der Flecken zusätzlich zum Grundstück, das ihm ohnehin schon gehörte, auch das Haus selbst. Der Verkehrswert war damals, im Herbst 2013, mit 45000 Euro beziffert worden. Erst im Verlauf des zweiten Versteigerungstermins erstand die Gemeinde den „Stein“.

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