AUS DEM GERICHT Richterin glaubt dem Opfer und verschärft das Urteil im Tenor

Vergewaltigung: Harpstedter muss lange in Haft

Kein Zweifel an der Tat: Das Landgericht Oldenburg verurteilte einen Harpstedter wegen Vergewaltigung.
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Kein Zweifel an der Tat: Das Landgericht Oldenburg verurteilte einen Harpstedter wegen Vergewaltigung.

Harpstedt/Wildeshausen/Oldenburg – Im Harpsteder Missbrauchs-Prozess ist am Mittwoch das Urteil des Amtsgerichtes in Wildeshausen bestätigt worden. Das Oldenburger Landgericht hat in zweiter Instanz die Berufung des 49-jährigen Angeklagten aus Harpstedt gegen das Amtsgerichts-Urteil verworfen. Nur im Tenor änderte sich etwas.

Das Amtsgericht hatte den Angeklagten im ersten Prozess wegen sexuellen Missbrauchs eines 15-jährigen Jungen zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Die Strafe bleibt bestehen, die Kammer verschärfte aber das Urteil im Tenor und sprach den Angeklagten gestern wegen sexueller Nötigung in zwei Fällen und Vergewaltigung schuldig.

Strafe konnte nicht erhöht werden

Da nicht auch die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das Amtsgerichts-Urteil eingelegt hatte, konnte die Strafe selbst nicht erhöht werden (Verschlechterungsverbot). Die Kammer hätte es getan, wenn sie gekonnt hätte. So bleibt es bei drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis. Der 49-Jährige indes wollte unschuldig sein. Er begehrte einen Freispruch. Doch davon war die Oldenburger Berufungskammer meilenweit entfernt.

Der 15-Jährige hatte sich auf eine Stellenausschreibung des Angeklagten im Internet gemeldet. Schon am ersten Arbeitstag war es dann im Kleinlaster des Angeklagten zu ersten sexuellen Übergriffen gekommen. Die Verteidigung meinte, das Führerhaus des Lasters sei zu groß, da könne man als Fahrer gar nicht zum Beifahrer greifen. „Natürlich kann man das“, so die Vorsitzende gestern. Während eines Ortstermins hatte das Gericht den Kleinlaster in Augenschein genommen.

Vergewaltigung im Haus des Täters

Nach der Fahrt war es dann den Feststellungen zufolge im Haus des Angeklagten zu der Vergewaltigung des Jungen gekommen. In seinem Intimbereich fanden sich DNA-Spuren von dem Angeklagten. Dass die durch ein gemeinsam benutztes Handtuch dort hingekommen sein sollen, glaubte das Gericht nicht. Ein Gutachten hatte das auch widerlegt. Dann sollte der Junge nach Ansicht der Verteidigung freiwillig mitgemacht haben. Er habe auch Drogen konsumiert, die Vorwürfe seien ihm eingeredet worden, der 15-Jährige lüge.

Doch die Kammer wies all diese Verächtlichmachungen des Jungen klar zurück. Der 15-Jährige habe noch am Abend der Tat seinen Eltern von dem schrecklichen Geschehen berichtet, eine Beeinflussung durch Dritte sei gar nicht möglich gewesen. Der Junge habe auch nicht freiwillig mitgemacht. Er habe an solchen Sachen überhaupt kein Interesse. Drogen habe er auch keine genommen. „Und dann die DNA des Angeklagten, dessen Interesse an Jungen bekannt sei, im Intimbereich des 15-Jährigen. Das ist so was von nachgewiesen“, brachte es die Richterin auf den Punkt.

Der 15-Jährige sei absolut glaubwürdig. Er habe stets konstant ausgesagt. Nur ihm sei zu glauben. Dagegen hätten angebliche Entlastungszeugen des Angeklagten gelogen, dass sich die Balken biegen, so die Richterin.  wz

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