Fachausschuss diskutiert Krippenplanung

Verblender preiswerter als HPL-Platten

Dünsen - Die zwei Klassenzimmer im Erweiterungsbau der Grundschule Dünsen verwandeln sich in Gruppenräume, jeweils mit Windfang. Im Lehrerzimmer, das geteilt wird, entstehen Garderoben für die zwei Krippengruppen.

In den Altbau-Klassenräumen sind zum einen ein Büro für die Einrichtungsleitung sowie ein Aufenthaltsraum für das Personal und zum anderen ein Mehrzweckraum vorgesehen. Die Pausenhalle bietet Platz für zwei Ruheräume. So sieht die Planung für die zweigruppige Kinderkrippe aus, die in der Grundschule Dünsen entstehen soll. Architekt Günther Glüsenkamp stellte den Entwurf am Donnerstag dem Samtgemeinde-Fachausschuss für Bau, Umwelt und Planung im Hotel „Zur Wasserburg“ vor.

Die Holzrahmenkonstruktion am Erweiterungsbau aus den 1990er-Jahren ist zum Teil verfault. „Da müssen wir auf jeden Fall was machen“, sagte Glüsenkamp. Das Verblendmauerwerk muss komplett entfernt werden, um das Ständerwerk sanieren zu können.

Bei einer Begehung des Schulgebäudes in den Osterferien waren verbaute Dachplatten aus asbesthaltigem Faserzement festgestellt worden. Das sei aber kein Problem, so der Architekt. „Wir müssen gar nicht ans Dach heran.“ Dort dürften tunlichst keine Öffnungen geschaffen werden. Sonst wäre eine komplette Neueindeckung vonnöten.

Hartmut Post (CDU) zeigte sich angetan von der Planung. „Für die Fassade sollten wir aber Klinker nehmen“, schlug er vor. „Alles andere, beispielsweise Holz, verwittert mit der Zeit und ist auf lange Sicht kostenintensiv. Ich bevorzuge immer einen guten, reellen Stein. Ich bin da altmodisch. Das ist für mich das Ideale.“ Wenn Stein, dann möglichst kein Hartklinker, erwiderte der Architekt. Die Schwachstelle bei Verblendmauerwerk seien die Fugen, in die Feuchtigkeit eindringen könne. Doch grundsätzlich wäre das natürlich eine Option. „Den Sockel müsste ich sowieso mauern. Nach oben könnte man auch mit Verblendern weitergehen“, meinte Glüsenkamp. Seiner Kostenkalkulation liege eine Fassade aus HPL-Kunststoffplatten zugrunde, die auch sehr wetterfest seien. In Stein werde es sogar preisgünstiger, vielleicht um 3 000 bis 4 000 Euro.

Die Verwendung von HPL-Platten käme einer optischen Absetzung vom übrigen Gebäudekörper gleich, gab Rolf Ranke (HBL) zu bedenken. Das Problem, dass Feuchtigkeit durch die Fugen drücke, wäre bei der Option Verblendmauerwerk lösbar, wenn dahinter ein Hohlraum verbliebe; durch die Luftschicht könne das Mauerwerk wieder trocknen. Mit einer hinterlüfteten Fassade seien ja früher auch Häuser gebaut worden. „Da spräche nichts dagegen“, räumte Glüsenkamp ein. Die Gasheizung will der Architekt erhalten, die Küche ebenso. Auch der vom Hausmeister geforderte Putzmittelraum ist berücksichtigt. Die sanitären Anlagen werden krippengerecht erneuert und die Gruppenräume mit Fußbodenheizung ausgestattet. Bei der Elektroinstallation sind laut Glüsenkamp „Anpassungen“ erforderlich. - boh

Rubriklistenbild: © dpa

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